Reggae-Star Gentleman will kein Politiker sein

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Sein neues Album “Diversity“ kam von Null auf Platz eins der Charts: Gentleman.

Köln - Der Reggae-Musiker Gentleman (bürgerlich: Tilmann Otto) würde gerne ein paar Fragen an diverse Politiker stellen, aber Politiker sein möchte er selbst nicht.

Auf die Frage, was ihn zur Weißglut bringen könne, antwortete der 36-Jährige: “Ignoranz und Intoleranz. Ich würde schon gern Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Spitzenpolitiker mal fragen, wie es sein kann, dass sich die Politik immer mehr von den wirklichen Bedürfnissen der Menschen entfernt. Vieles läuft ungerecht, aber die Politik beschäftigt sich mit sich selbst, statt echte Probleme zu lösen. Andererseits muss ich zugeben: Ich würde mit keinem Politiker tauschen wollen.“

Gentleman erwartet, dass Deutschland Fußball-Weltmeister wird. “Sollte ich damit wider Erwarten falsch liegen, würde ich mir stattdessen eine afrikanische Mannschaft als Weltmeister wünschen“, sagte der 36-jährige Musiker aus Köln der Zeitung “Sonntag-Express“.  

Für Reggae begeisterte sich Gentleman, der mit der Band Freundeskreis und dem Song “Tabula Rasa“ 1998 seinen ersten Hit hatte, schon mit zwölf Jahren, wie er dem Blatt sagte. “Es ist die vielseitigste Musik, die ich kenne, mit unglaublich vielen verschiedenen Stilen. Mich faszinieren die hypnotisierenden Basslinien“, erklärte Gentleman. Die Texte hätten nach seiner Meinung den größten Wahrheitsgehalt. “Die Songs von Peter Tosh oder Bob Marley sind auch heute noch immer topaktuell. Sie beschreiben perfekt gesellschaftliche oder politische Situationen.“

Luxus ist für ihn “Gesundheit, Zeit, einen eigenen Raum zu haben, in dem ich mich entfalten kann wie in meinem eigenen Studio. Eine funktionierende Familie ist Luxus, Freundschaft“. Der Musiker fügte hinzu: “Ich bin nicht so der Geld-Typ, der ein Vermögen anhäuft. Ich habe in Jamaika viele Freunde, die nicht genug zum Essen haben.“

Mit Kiffen habe er lange aufgehört, sagte Gentleman. “Kiffen vernebelt das Hirn. Ich will die Welt, das, was um mich herum passiert und das, was ich tue, bewusst wahrnehmen. Das geht bekifft nicht.“

Auf die Frage, was er mache, wenn er mal gar nichts zu tun hat, antwortete er: “Gar nichts! Ich kann auch fünf Stunden am Fenster sitzen und in den Himmel gucken.“

apn

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