Workshops in Schulen

Rapperin Zeda bringt Jugendlichen reimen gegen Rassismus bei

+
Rapperin Zeda mit ihren Nachwuchs-Musikern in der Turnhalle der Dietzenbacher Heinrich-Mann-Schule.

Frankfurt – Sie ist klein, aber ihre Musik ist groß. Die Rapperin Zeda bringt Jugendlichen in Workshops das Rappen bei und macht ihnen ganz nebenbei klar, wie schlimm Rassisten sind. Von Christian Reinartz

Die Rapperin Zeda hat sich mittlerweile einen Namen im Rhein-Main-Gebiet gemacht. Vor allem, weil sie sich für Jugendliche einsetzt und sie von der Straße in ihre Workshops holt. Jetzt hat die im Libanon geborene Frankfurterin gleich eine ganze Serie an Workshops gegeben. Und zwar an Schulen in Stadt und Kreis Offenbach. Anlässlich der Aktionswoche „Wir stehen auf“ besuchte sie die Schulen und leitete die Schüler dabei an, eigene Raptexte zu schreiben, die diese später dann auch selbst sangen. „Die Jugendlichen sind so motiviert und haben oft überhaupt keine Ahnung, was Rassismus überhaupt ist“, sagt Zeda. „Da kann man sehr gut ansetzen. Nach den Workshops hat sich in den Köpfen der Jugendlichen dann vielleicht etwas in Bewegung gesetzt.“

Schüler sind vom Workshop begeistert

Die Schüler selbst sind von den Workshops begeistert. „Das ist viel besser als Unterricht“, sagt einer der Nachwuchsrapper, der zu Beginn noch den Kasper gemacht hatte. Jetzt sitzt er konzentriert da, und überlegt, mit welchen Worten er gegen Rassismus rappen kann. Ein Bild, dass auch Workshop-Leiterin Zeda berührt: „Sowas motiviert mich jedes Mal aufs Neue.“

„Ich hatte hier nichts“

Zedas Lebensweg ist außergewöhnlich. Geboren wurde sie im Libanon, flüchtete 1989 vor dem Bürgerkrieg ins niedersächsische Peine. Dort legte sie sich mit der rechten Szene an, wurde wegen ihrer Herkunft beschimpft.

Lesen Sie außerdem:

Frankfurter Elsa-Brändström-Schüler rappen selbstgeschriebenen Umweltsong

Rapperin Zeda dreht ihr erstes Musikvideo in Frankfurt

Frankfurts Rap-Prinzessin Zeda kommt ins Fernsehen

Irgendwann beschließt die 1,55 Meter große Rapperin allein nach Frankfurt zu ziehen. „Ich hatte hier gar nichts. Niemand kannte mich. Ich hatte keine Community“, erinnert sich Zeda: „Aber ich hab nicht aufgegeben.“

Tiefsinnige Reime zum Nachdenken

Und sie hat es geschafft. Zeda ist mittlerweile in der Rapper-Szene der Region und weit darüber hinaus bekannt. Nicht nur weil sie eine Frau ist, sondern weil sie sich mit ihrer Musik von den meisten Rapperinnen unterscheidet. Sex und Brutalität werden bei ihr nicht verherrlicht. Stattdessen setzt Zeda auf tiefsinnige Reime, die zum Nachdenken anregen und warnt vor Krieg und Gewalt im Alltag.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare