Raabs Rezept: "Massiver Druck und Menschlichkeit"

Raabs Rezept: "Massiver Druck und Menschlichkeit"

München - Schon manch hoch dotierter Programmstratege im Fernsehen wird sich die Frage gestellt haben, wie Stefan Raab, gelernter Metzger aus Köln, es so weit in seinem Leben gebracht hat.

Für sich hat der 43-Jährige diese Frage schon beantwortet: “Massiver Druck und Menschlichkeit“, umriss der ProSieben-Komiker seine Rezeptur am Mittwoch bei den Münchner Medientagen. Den massiven Druck habe er gegenüber dem Sender angewandt, frotzelte Raab, aber auch die menschliche Komponente. In zehn Jahren ProSieben habe er sieben Geschäftsführer erlebt. “An mir lag's nicht.“ Mit dem aktuellen, Andreas Bartl, laufe es besonders gut. Aber der sei doch gar nicht mehr Senderchef, wandte Moderator Torsten Zarges vom “kress Report“ ein. Raab: “In dieser Frequenz kann ich meine Festplatte nicht erneuern.“

Kurze Wege auf dem Kreativitätskurs seien wichtig. Die Eisfußball- Show sei eine Auskoppelung aus “Schlag den Raab“ gewesen und habe kaum mehr als zwei Monate Entwicklung gebraucht. Nur “TV total“ habe vor mehr als zehn Jahren lange gelegen, bevor sich ProSieben erbarmte. “Eine Systematik steckt nicht hinter den Ideen, alles entsteht zwischen Tür und Angel.“ Raab prangerte die gegenwärtige Situation im TV an. “Als ich mit TV total begann, gab es noch zehn Daily Talks mit echten Gästen. Heute machen das Laiendarsteller. Die sind Asis und spielen Asis. Und die Leute wollen im TV Leute sehen, denen es noch dreckiger geht als ihnen selbst.“ Bedauerlicherweise sehe man es vielen Moderatoren an, dass sie selber schlecht finden, was sie machen. “Die machen das wegen des Geldes, das mache ich nicht. Ich will ein gutes Spiel. Dann nehme ich auch das Geld mit“, versicherte Raab.

dpa

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