Raab: Song Contest soll "nationales Event" sein

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Stefan Raab meint, beim Song Contest gehe es darum, „mit Charme und Glaubwürdigkeit“ zu überzeugen.

Hamburg - Entertainer Stefan Raab will die ARD -ProSieben- Kooperation beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2010 zu einem “nationalen Event“ machen.

“Der Beitrag soll unsere Nationalmannschaft im Singen werden“, sagte der 42-Jährige der Deutschen Presse-Agentur dpa. “Dann werden die Leute nachher beim Public Viewing mit Kartoffelsalat und Würstchen davor sitzen und man muss das Gefühl haben, das ist die Europameisterschaft im Singen.“ Raab, der im Jahr 2000 selber für Deutschland Fünfter wurde, sagte über die Chancen 2010: “Es ist schon möglich, in den Top Ten zu landen. Man muss ja nicht direkt erster werden.“

Nach längerem Hin und Her hatten sich die ARD und ProSieben im Juli auf einen gemeinsamen Fahrplan zum Finale des nächsten Song- Contest-Finales am 29. Mai 2010 in Oslo geeinigt. Danach wird das TV- Publikum zunächst in fünf Vorentscheidungssendungen auf ProSieben, dann im Viertelfinale in der ARD , gefolgt vom Halbfinale auf ProSieben und schließlich im Finale in der ARD live entscheiden, mit welchem Künstler und welchem Song Deutschland antreten wird.

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Raab erläuterte: “Bisher gab es immer nur einen Vorentscheid. Da gab es kaum die Möglichkeit, mit dem Künstler warmzuwerden. Und mein Ziel ist es eigentlich, das Thema national zu emotionalisieren. Was dann international passiert, das spielt für mich eine sekundäre Rolle.“ Raab sagte, auch wieso das so sei: “Ich glaube, dass man das sowieso nicht großartig beeinflussen kann, wie man da am Ende abschneidet, weil das natürlich eine Geschmacksfrage ist und die ist in verschiedenen Ländern musikkulturell sehr unterschiedlich.“

Raab glaubt nicht, dass ein großer Name für Deutschland die Siegeschancen erhöhen würde - im Gegenteil: “International ist das den Leuten scheißegal, ob das jetzt Tokio Hotel oder die No Angels sind - im Zweifel kennen die die gar nicht. Und selbst, wenn ein internationaler Star wie Robbie Williams für Deutschland antritt, dann werden wir erst recht keine Punkte aus osteuropäischen Ländern bekommen. Dann denken die doch “Ihr arroganten Westler, ihr meint ja, mit Geld könnt ihr alles kaufen“.“ Es gehe darum, “mit Charme und Glaubwürdigkeit“ zu überzeugen.

Für ihn sei einzig allein das Ziel, “ein neues Talent zu finden und dafür eine große Plattform zu finden.“ Er glaubt an den Musikverstand des deutschen Publikums: “Die Leute erkennen schon, ob man da jetzt irgend so eine Hupfdohlen-Eurodance-Nummer am Start hat, oder ob etwas musikalische Substanz hat.“ Laut Raab werden Anfang September die Einzelheiten zur Talentsuche bekanntgegeben. “Bewerben kann sich erstmal jeder.“

Interview: Ronny Thorau (dpa)

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