Peinliche Briefmarke

Queen an ihrem 60. Jahrestag blamiert

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Das soll Queen Elizabeth II. sein.

London - Ein misslungenes Porträt von Queen Elizabeth II. prangt auf einer von sechs Briefmarken, die die Britische Post zum heutigen 60. Jahrestag der Krönung der Monarchin herausgebracht hat.

Auf Briefmarken hat sich Elizabeth II. schon öfters im Laufe ihrer 60-jährigen Regentschaft wiedergefunden. Doch ein Porträt der Regentin auf einem Postwertzeichen sorgt jetzt - ausgerechnet zum runden Amtsjubiläum - für Wirbel. Die Mehrheit der Inselbewohner ist sich einig: Das Bild grenzt an Majestätsbeleidigung.

Sechs Künstler haben für die Jubiläums-Reihe die Queen jeweils in einem anderen Jahrzehnt ihrer Herrschaft, in unterschiedlicher Robe, Frisur und Schmuck dargestellt. Das umstrittene Bild zeigt Elizabeth II. in ihrem nachtblauen Mantel des Order of the Garter, zu ihren Füßen tummeln sich die geliebten Corgis der Königin.   

Die Kritik, die Regentin sehe eher aus wie die kürzlich verstorbene Ex-Premierministerin Margeret Thatcher, ist noch eine der harmloseren. "Hässlich" und "abscheulich" sind zwei Worte, die man in schöner Regelmäßigkeit findet, wenn man Beschreibungen des umstrittenen Porträts sucht. "Peinlich" und "monströs" nennen Kunstexperten das Gepinsel. Ein Satiriker meinte, die Queen sehe aus wie "ein Typ mit Perücke und Ohrringen", der eine gewisse Ähnlichkeit mit Ex-Premier Winston Churchill aufweist. "Das ist bestenfalls ein naher Verwandter der Queen, aber niemals sie selbst", zitiert der Telegraph David Lee.

Zu verantworten hat das Werk die Malerin Nicky Philipps. Warum der Auftrag, der erstmals von der Royal Mail kam, an die 48-Jährige ging, ist schwer nachvollziehbar, denn die Künstlerin ist umstritten, seit sie 2010 das erste Doppelportät von Prinz William und Prinz Harry anfertigte. Damals fand Harry seine Haare seien auf dem Bild "zu rot" geraten, während sein Bruder schlichtweg zu viele abbekommen hätte.

Königin der Rekorde: Queen Elizabeth regiert seit 60 Jahren

Königin der Rekorde: Queen Elizabeth II.

"Es war eine Ehre, das Bild malen zu dürfen", äußerte sich Philipps. "Ich weiß, dass die Queen sich freut, ihre Hunde auf diese Weise verewigt zu haben", fügte sie laut today diplomatisch hinzu. Dreimal stand die Queen der Malerin Modell und erlaubte nach Fertigstellung des Kunstwerks dessen Veröffentlichung. Allerdings kommentierte sie, diskret wie sie nun mal ist, das Ergebnis mit keiner Silbe.

Feierlichkeiten zum Jubiläum

Die Feierlichkeiten sollten nach dem großen Jubiläum zum 60. Jahrestag der Thronbesteigung von vor einem Jahr bewusst klein gehalten werden. Höhepunkt soll an diesem Dienstag ein Festgottesdienst in der Westminster Abbey mit 2000 geladenen Gästen sein. Neben den vier Kindern der Königin werden auch Enkel Prinz William und seine hochschwangere Frau Kate in der Krönungskirche erwartet.

Elizabeth II. war am 2. Juni 1953 vom Erzbischof von Canterbury in der Westminster Abbey gekrönt worden - gut ein Jahr nach ihrer Thronbesteigung. Das Ereignis war damals als weltweit erstes seiner Art von der BBC live im Fernsehen in mehrere europäische Länder übertragen worden. Auch in Deutschland konnten die Menschen die Krönung live am TV-Gerät mitverfolgen. Allein in Großbritannien sollen 27 Millionen zugeschaut haben - verlässliche Erhebungen gab es damals jedoch noch nicht.

hn/dpa

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