Er quatscht Pannen weg

+
Gesicht der Hessenschau: Seit 25 Jahren ist Holger Weinert Moderator.

Offenbach – Seit 25 Jahren flimmert Holger Weinert im Hessischen Rundfunk über den Bildschirm. Als Moderator der Hessenschau feierte er diese Woche das 50-jährige Bestehen der Sendung. Mit dem EXTRA TIPP sprach der Offenbacher über umher irrende Weihnachtsgänse und darüber, wann er aufhört. Von Julia Renner

EXTRA TIPP: An welche Sendung erinnern Sie sich besonders?

Holger Weinert: Davon gibt es jede Menge. Ich mache das ja schon eine lange Zeit, fast mein ganzes Berufsleben. Im negativen Sinn erinnere ich mich an die Ermordung von Jakob von Metzler, gerade, weil ich die Eltern kenne. Das war emotional sehr belastend. Gute Erinnerungen sind alle Goethe-Berichte. Auch die gerettete Weihnachtsgans, die 1994 hinter dem Nachrichtensprecher im Studio her watschelte. Alles Besondere bleibt im Gedächtnis. Ich bin auch schon mal mit einer älteren Frau mit einem Schlauchboot im Brunnen gefahren. Das war Wahnsinn. Man muss auch mal Spaß haben.

EXTRA TIPP: Was war die größte Panne in 25 Jahren Hessenschau?

Weinert: Es gab jede Menge Pannen. Einmal musste ich vier Minuten zuquatschen, weil ein Reporter nicht fertig wurde. Da muss man geistig schon präsent sein. Ich habe dann in der Sendung gesagt, dass der Reporter am nächsten Tag standrechtlich erschossen wird (lacht).

EXTRA TIPP: Wie sehen Sie die Zukunft der Hessenschau?

Weinert: Ich habe gerade erfahren, dass der Fernsehkonsum deutlich gestiegen ist. Das ist erstaunlich im Hinblick auf die Neuen Medien. Unsere Quoten bei der Hessenschau sind so gut wie vor 19 Jahren. Der durchschnittliche Marktanteil lag 2010 bei 18,4 Prozent, Tendenz steigend. Bei der Sendung am Montag lag der Marktanteil bei 22,5 Prozent. Das ist toll, denn das heißt, die Menschen nehmen die Sendung ernst.

EXTRA TIPP: Wie sieht Ihre persönliche Zukunft aus? Wie lange werden Sie noch die Hessenschau moderieren?

Weinert: Irgendwann ist mal Schluss. Ich habe im vergangenen Jahr mehr produziert als je zuvor. Das ist viel Arbeit, denn ich schneide auch selbst. Wenn keiner sagt „hör auf“, dann bleibe ich.

Kommentare