Nadine Kraft tanzt und singt jetzt zweigleisig

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Ausstrahlung, Tanztalent und Stimme: Nadine Kraft aus Eppertshausen schaffte es so schon zum „Eurovision Song Contest“.

Eppertshausen – Im Offenbacher Capitol wurde ihr Tanztalent entdeckt, seitdem ging es für Nadine Kraft stetig bergauf: Die Eppertshäuserin gibt Unterricht und stand schon mit Corinna May auf der Bühne des Eurovision Song Contest. Inzwischen singt die attraktive 31-Jährige auch. Von Jens Dörr

Ganz früher turnend beim TAV Eppertshausen, dann in Kursen im Fitness-Studio – Nadine Krafts Weg zum Tanzen ist keiner, der sich von anderen markant abhebt. Vielleicht wäre es sogar beim hobbymäßigen Auspowern in Studio und Disko geblieben, wäre sie nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen: „Ich tanze gerne auf Hip-Hop, R‘n‘B, Soul und Black“, verrät die junge Frau. Genau dazu bewegte sie sich eines Nachts im Offenbacher Capitol, als ihre tänzerische Anmut und ihre Lässigkeit auf dem Dancefloor von einem Scout aus der Szene beobachtet wurden.

Ehe sie sich versah, wurde sie angesprochen und überzeugte den Insider. Bald darauf stand sie erstmals bei „The Dome“ auf der Bühne. „Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, als es 1999 los ging“, lächelt Kraft und scheint das nicht zu bereuen.

Denn ihre Karriere brauchte somit keine allzu lange Vorlaufzeit: Gleich nach der Ausbildung zur Werbekauffrau ging sie mit Künstlern auf Tournee. Mit Yvonne Catterfeld zum Beispiel, bekannt geworden als Schauspielerin bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und später auch als gefühlvolle Sängerin. Oder aber Snap – den Bewegungs-Garanten „Rhythm is a dancer“ erkennt beim Hören wohl fast jeder. Auch mit Captain Jack heizte sie den Massen ein. Höhepunkt war aber der Auftritt im Background von Corinna May beim Eurovision Song Contest 2002 in Estland. Dort tanzte die Eppertshäuserin Millionen TV-Zuschauern in ganz Europa etwas vor.

Ihr Können gibt Kraft in eigenen Kursen weiter. Und sie hat sich ihre Meinung zu den Stars gebildet: Während Catterfeld „eine ganz liebe Persönlichkeit“ sei, bezeichnet sie Tom Jones als „ganz höflich“. Schlechter kommt bei ihr Nena weg, die ihr bei der persönlichen Begegnung negativ aufgefallen sei. Und da war dann noch die Sache mit Lou Bega: Der fragte bei Kraft an, ob sie bei ihm tanzen wolle. Als deutlich wurde, welch allzu knappe Outfits Bega bei seinen Mitstreiterinnen wünscht, lehnte sie dankend ab: „Ich will ja kein Nummern-Girl werden“, sagt sie entschieden.

„Man braucht Wille, Fleiß, Pünktlichkeit und muss auf seinen Körper achten“, fasst Kraft die Anforderungen an ihren Job zusammen. Und da auch in der Musik wirtschaftliche Schwankungen unmittelbar bei den Gagen-Eingängen auf dem Konto zu merken sind, baut sich Kraft ein weiteres Standbein auf: Mit ihrem Partner hat sie das Duo „Zweigleisig“ gegründet. Von Eppertshausen aus startet sie ihren Angriff auf die Charts.

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