Mönch gerät mit Plasberg aneinander

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Bruder Paulus gestikulierend in der Plasberg-Runde mit Larissa Elter (Generation Bendeikt) und Jürgen Domian (Radio-Moderator).

Frankfurt/Dieburg –  "Oh Gott, der Papst kommt – was denkt Deutschland über Benedikts Kirche?“ So lautete das Thema von Frank Plasbergs Sendung „Hart aber fair“. Mit dabei: Bruder Paulus, Leiter des Frankfurter Kapuzinerklosters Liebfrauen. Plasberg brachte Paulus auf die Palme. Von Jens Dörr

"Oh Gott, der Papst kommt – was denkt Deutschland über Benedikts Kirche?“ So lautete das Thema von Frank Plasbergs Sendung „Hart aber fair“ in der ARD. Mit dabei: Bruder Paulus, Leiter des Frankfurter Kapuzinerklosters Liebfrauen, national bekannter Medien-Mönch und drei Jahre lang auch Leiter des Kapuzinerklosters Dieburg. Plasberg brachte Paulus mit einem Einspieler auf die Palme

Erster Stein des Anstoßes: Als die Rede in der Sendung auf den Priestermangel in Deutschland kommt, zeigt das Team von „Hart aber fair“ einen Kurzfilm über einen indischen Priester in Bayern und schneidet Stellen etwa aus einer Predigt zusammen, an der Sprachprobleme festzustellen sind. „Der Priester ist ganz bewusst an den Stellen gezeigt worden, wo man ihn nicht verstehen konnte. Das ist für mich Verhetzung“, klagt Bruder Paulus unter anderem an und machte seinem Ärger über den Einspieler auch in der Sendung Luft. Das sei wahrlich „kein Journalismus“ von Plasberg gewesen, der ohnehin von seiner früheren Tiefgründigkeit und Fröhlichkeit eingebüßt habe. „Er hat auch fahrig gewirkt“, beschreibt Paulus seine Eindrücke aus der Live-Sendung.

Noch schlimmer aber war Plasbergs Antwort auf die Aussage Paulus', die katholischen Kindergärten hätten in Deutschland trotz aller negativer Vorkommnisse eine so hohe Nachfrage, dass sie gar nicht alle Kinder aufnehmen könnten. Plasberg erwiderte sinngemäß, ein großer Teil davon wolle seinen Nachwuchs wohl nur von muslimischen Kindern fernhalten. „Das war unter aller Sau. Ich frage mich, was ihn da geritten hat“, so Paulus. Plasberg habe „alle Eltern verunglimpft, die ihre Kinder dorthin schicken.

Paulus ärgert sich über Katholiken-Beschimpfung

Generell hatte der Mönch aus Frankfurt am Montag vor einem Millionenpublikum keinen leichten Stand: Wolfgang Niedecken, BAP-Sänger und Missbrauchsopfer, der Philosoph und Kirchenkritiker Michael Schmidt-Salomon vertraten klare Positionen. Auch TV-Moderator und Journalist Jürgen Domian redete über das Versagen der Kirche. Larissa Elter, junge Katholikin der „Generation Benedikt“, war für Paulus argumentativ keine Hilfe. „Die Ungewöhnlichkeit dieser Sendung war die Katholiken-Beschimpfung, das würde man mit Muslimen und Juden nicht machen“, ärgert sich Paulus auch Tage nach dem TV-Auftritt noch.

Nach „Hart aber fair“ habe er mit Redakteuren im Übrigen nur noch über das Thema „Eheliches Versprechen“ diskutiert. Bei Plasberg – selbst Katholik – sei es nur noch zum Smalltalk, aber nicht zu einer Aussprache gekommen. 130 E-Mails habe er am Dienstag erhalten, davon viele von unterstützenden Priestern, verriet der selten Medienscheue mit eigener Website (www.bruderpaulus.de). Aufgrund seiner Erfahrung kenne er aber auch die „Gesetze der Medien“, meinte Bruder Paulus abschließend. Und vollendete mit Blick auf Plasbergs Quotenknüller: „Ich gehe da gerne wieder hin.“

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