Mit ihr wird‘s auch in der Wüste elegant

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Vera Isufaj blättert an ihrem Schreibtisch in Modezeitschriften.

Mörfelden-Walldorf –  Sich elegant kleiden trotz großer Hitze: Dieser Herausforderung hat sich Nachwuchsdesignerin Vera Isufaj aus Mörfelden-Walldorf gestellt und ein Wüsten-Outfit entworfen. Von Norman Körtge

Die 20-Jährige überzeugte damit die Jury beim Tradewinds Style Award und steht im Finale am 15. Juni im BMW-Mini-Autohaus Frankfurt. Die kreativ-künstlerische Ader bei den Isufajs ist bereits von der Straße aus zu sehen. Im Vorgarten stehen beeindruckende Holzskulpturen und an der Hauswand hängen weitere aus Holz geschnitzte kleine und große Kunstwerke. „Die sind von meinem Opa. Er ist Hobbykünstler“, erzählt Vera Isufaj: „Er freut sich, dass ich die künstlerische Schiene eingeschlagen habe.“ Und das sogar mit vorzeigbaren Erfolg. Die 20 Jahre alte Abiturientin, die gerade an der Offenbacher Schule für Mode, Grafik und Design ein einjähriges Basisstudium absolviert, steht im Finale des Tradewinds Style Award in Frankfurt und wird dort ihr Kleid auf einer großen Modenshow präsentieren.

Vera Isufaj in einem ihrer bereits kreierten Kleider.

Ein bewusster Umgang mit natürlichen Ressourcen und eine kritische Auseinandersetzung mit der Globalisierung und Beschleunigung des eigenen Lebens sollte in die Entwürfe einfließen, hieß es in der Ausschreibung zum Wettbewerb. Isufaj nahm sich der Klimaerwärmung an und entwarf ein Wüsten-Outfit für die heißen Sommermonate.
Die Auswahl des Stoffes sei dabei wichtig gewesen. Für das orangene Kleid hat sie Hanfstoff gewählt. „Der hat eine kühlende Wirkung“, erklärt sie. Öffentlich zeigen darf die Nachwuchsdesignerin die Kombination, zu der auch Turban, Schal, Blazer und eine Halskette gehören, noch nicht. Erst ab dem 21. Mai werden sie auf der Facebook-Seite des Veranstalters präsentiert und für die Publikumsabstimmung freigegeben.

Erfahrung mit Modenschauen hat Isufaj bereits gesammelt. Erst kürzlich, bei der Luminale in Offenbach und Frankfurt, präsentierte sie sechs selbst entworfene Kostüme auf dem Leuchtstoff-Catwalk. „Das hat großen Spaß gemacht. Vor allem das Arbeiten mit unterschiedlichen Materialien, das Kleben und Zusammentackern und integrieren von Leuchtkörpern in die Kleider“, berichtet sie. Eines ihrer Kleider bestand dabei vorwiegend aus den Plastikkappen von Coffee-to-go-Bechern.

Ihr künstlerisches Talent trägt die 20-Jährige derzeit in Bewerbungs-Mappen zusammen. Denn zum Wintersemester möchte sie Modedesign studieren. Am liebsten in Berlin. Und falls das nicht klappt, eine Schneiderlehre beginnen. So oder so: Es wird kreativ.

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