Franca Morgano will kein Eurodance mehr

Magic Affair: Dance-Musik, aber ohne 90er-Stempel!

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Die gebürtige Frankfurterin Franca Morgano war Teil des Erfolgsduos der 90er Jahre: Magic Affair.

Frankfurt – Als Teil des Eurodance-Duos Magic Affair startete Franca Morgano in den 90ern durch. Die Musik des Jahrzehnts ist wieder gefragt und so auch die gebürtige Frankfurterin – ohne Plastik-Sound. Von Angelika Pöppel 

In den 90er Jahren startete Franca Morgano mit Rapper A.K.-S.W.I.F.T. unter dem Namen Magic Affair durch. Wochenlang waren sie mit „Omen III“ in den Charts – in Deutschland, Europa, Australien. Die Frankfurterin beherrschte die Clubs und die Charts. Eurodance war angesagt. Das änderte sich aber wieder: „Ich habe diese Musik gerne gemacht und mache auch heute noch Dance-Tracks. Aber der ‘Eurodance’ der 90er ist nicht mehr angemessen.“

Auch nach dem Mega-Erfolg blieb die unkonventionelle Power-Frau der Musik treu. Erst im Jahr 2014 veröffentlichte sie die Single „Hear the Voices“ und dieses Jahr begrüßte sie mit einem Silvester-Auftritt vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Nicht alle Sängerin durften auch auf das Platten-Cover

Und obwohl sie in den 90ern die meiste Zeit im Studio verbracht hat, steht sie viel lieber live auf der Bühne. „Ich habe die große Bühne schon immer geliebt“, sagt sie. Gegen alle Vorurteile spielt sie Gitarre und hat eine große Stimme. „Viele haben mich damals gefragt, ob das wirklich meine Stimme bei Magic Affair ist. Denn damals kam es doch immer mal vor, dass Songs von Sängerinnen eingesungen wurden, die später nicht auf dem Cover zu sehen waren“, sagt Morgano. Die gebürtige Frankfurterin sei zwar nie das Klischee-Püppchen gewesen, konnte sich aber trotzdem durchsetzen. „Vielleicht gerade deswegen, bin ich den Leuten im Gedächtnis geblieben.“

Chart-Erfolge, große Auftritte, zahlreiche Auszeichnungen und dann kam das Ende. 1995 trennen sich die Wege. „Da zeigt sich, wer noch zu einem hält“, sagt sie. Doch statt in ein Loch zu stürzen, macht sie weiter. Auch das Dschungelcamp war für sie nie eine Option. „Auch für 500.000 Euro würde ich nicht in den Dschungel gehen“, ist sie überzeugt. Statt Trash-TV machte sie solo Musik in Frankreich, komponierte jahrelang Film- und Werbesongs – bis heute. Erst 2004 schafft Franca Morgano mit „Fly away“, zwar keinen Charterfolg, aber einen Club-Hit.

In Zukunft zeitlose Dance-Musik

Und 2015 will sie es nochmal versuchen. Definitiv soll eine neue Single veröffentlicht werden. „Ich will zeitlose Dance-Musik machen, aber nicht immer mit den 90ern verbunden werden“, sagt Morgano, Botschafterin des Frankfurter Vereins „Kultur für Alle“. Schließlich sei Dance so aktuell, wie damals. „Das was DJ´s, wie David Guetta oder Avicii heute machen, ist nichts anderes.“ Doch eines weiß sie auch: Ihre Fans – der Großteil ist aus Osteuropa und Südamerika – wollen die alten Hits von ihr hören. Und Morgano verspricht: „Ich werde sie auch immer gerne spielen.“

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