Die Ludolfs kommen nach Hainburg: Manni und Co. ziehen in dieses Haus ein

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Im Maßstab 1:12 entsteht in der Werkstatt von Winfried Gärtner das Haus der bekanntesten deutschen Schrotthändler, den Ludolfs.

Hainburg – Uwe, Günter, Manni und Peter: Seit acht Jahren sind die Dernbacher Schrotthändler, die vier Ludolf-Brüder, Kult-Stars im Fernsehen. Bald sitzen sie als Puppen im nachgebauten Ludolf-Haus des Hainburger Bastlers Winfried Gärtner. „Für ein Kinderlächeln“, wie Peter Ludolf sagt, soll es im November bei Ebay versteigert werden. Von Jennifer Dreher

Anhand der Fotos versucht Winfried Gärtner (links) jedes Detail umzusetzen. Thomas Appel hat für ihn jeden Winkel im Ludolf-Haus fotografiert.

Die Ludolfs haben Freunde in Hainburg. Florian Appel betreut ihr Ludolf-Forum. Sein Vater Rainer schrieb für die Doku-Stars ein Kochbuch. Daher stehen die Appels ständig mit den Ludolfs in Kontakt. So entstand auch die Idee, gemeinsam etwas Gutes für Kinder zu tun.
„Da sind wir natürlich sofort dabei“, berichtet Peter Ludolf. Der lebt mit seinen Brüdern seit den 70er Jahren in dem Haus, das einst sein Vater baute. „Und seit dem hat sich hier auch nichts verändert“, sagt Peter Ludolf. Genau das macht es dem fleißigen Puppenhausbastler Winfried Gärtner nicht leicht.
„Solche Tapeten, wie sie in der Küche hängen, gibt es kaum noch zu bestellen“, berichtet er. Und auch die alte Küchenlampe mit dem verschnörkelten Lampenschirm sei schwer nachzubasteln. Im Maßstab 1:12 baut er das Ludolf-Haus nach. Und weil es nicht so leicht ist, das Chaos der Dernbacher umzusetzen, sind nur Küche und Gemeinschaftsraum später einsehbar mit Möbeln, Licht und den Ludolfs. Die stellt extra ein Puppenmacher her, der durch Florian Appel auf das Projekt Ludolf-Haus aufmerksam geworden ist. Denn Appel dokumentiert regelmäßig die Baufortschritte und stellt Fotos ins Internetforum. „Die Ludolf-Fans sind sehr kritisch. Wenn ein Schubladengriff auf der falschen Seite angebracht ist, sehen und bemängeln sie das sofort. Aber alle finden es toll, dass das Haus für einen guten Zweck versteigert werden soll“, ist Appel überzeugt.

Auktion für einen guten Zweck

Peter Ludolf isst in der Küche. Die hat seit 30 Jahren dieselbe Tapete.

Der Erlös der Internetauktion kommt krebskranken Kindern zugute. Doch bevor das 1,55 Meter hohe, 78 Zentimeter tiefe und 1,25 Meter breite Haus versteigert werden kann, steht Gärtner noch viel Arbeit bevor.
Um dem Original möglichst nahe zu kommen, haben die Ludolfs ihm einen Grundriss geschickt und mit einem Kugelschreiber jeden Schrank eingezeichnet. Florian Appel hat zudem Fotos von dem Haus gemacht. Trotzdem wollte Gärtner sein Bauprojekt einmal aus nächster Nähe sehen. „Normalerweise baue ich meine Häuser ohne Plan. Deswegen musste ich es mir vor Ort auch mal anschauen, damit ich ein Bild davon habe, wie es später aussehen sollte“, berichtet Gärtner.
Für den 63-jährigen Hainburger sind die Bauarbeiten eine echte Herausforderung. „Am Ende muss es ja auch noch versifft aussehen. Die Türen und die Wände, der Kalender in der Küche: Das ist alles im Original heruntergekommen und so muss es später auch im kleinen Ludolf-Haus sein“, weiß der passionierte Bastler. Aber Peter Ludolf verspricht: „Wir räumen nicht auf. Bei uns wird sich nichts verändern!“ Glück für Gärtner: Denn die Ludolfs-Fans wollen nur das Ludolf-Haus, wie es im TV zu sehen ist.

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