Von der Lesebühne in den Ponyhof

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Der Frankfurter Tilman Birr hat ein Buch über seine Erlebnisse als Stadtführer in Berlin geschrieben.

Frankfurt – Mit der „Lesebühne Ihres Vertrauens“ ist Tilman Birr in Frankfurt bekannt geworden. Mittlerweile hat er ein Kabarettprogramm geschrieben und dafür viele Preise bekommen. Jetzt legt der 31-Jährige mit „On se left you see se Siegessäule“ seinen Debüt-Roman vor. Im EXTRA-TIPP-Gespräch erzählt er, was sein nächstes Projekt wird. Von Julia Renner

Sie sind Lesebühnenleser, Kabarettist, Liedchensinger, Poetry Slammer und Autor. Was waren Sie eigentlich zuerst?

Ich glaube, angefangen hat alles mit der ‚Lesebühne Ihres Vertrauens‘. Die Musik kam später dazu und Kabarettist nenne ich mich erst, seit ich damit Geld verdiene. Früher habe ich immer gesagt ‚Ich bin Lesebühnenleser‘. Die Leute haben dazu dann immer bloß ‚Hä?!‘ gesagt.

Und was sind Sie am liebsten?

Da werde ich immer nach gefragt. Ohne die Musik würde mir etwas fehlen, ohne den Text erst recht. Die Lesebühne in Frankfurt macht mir viel Spaß, weil es meine eigene ist.

Was wollten Sie werden, als Sie noch ein Kind waren?

Ich glaube, ich möchte Kabarettist werden, seit ich 14 Jahre alt bin. Als Kind habe ich schon Ephraim Kishon und Loriot konsumiert und solche Sachen. Mit fortschreitendem Alter habe ich mir gedacht, ich mache erstmal Abi und lerne etwas gescheites und habe studiert.

"On se left you see se Siegessäule" ist Ihr erstes Buch. Darin schreiben Sie gleich auf den ersten Seiten, dass die meisten deutschen Städte beknackt sind. Nur Leipzig und Frankfurt seien richtige Städte. Wieso leben Sie trotzdem in Berlin? 

Zum einen gibt es einen Unterschied zwischen dem Protagonisten und mir selbst. Aber mit Berlin verbindet mich eine Art Hassliebe. Sonst würde ich ja auch nicht hier leben. Ich finde es schön, dass ich hier nachts noch was zu essen kriege. In Frankfurt müsste ich dafür lange laufen. Auch in Leipzig und Frankfurt würde es Sachen geben, die mich nerven. Zum Beispiel, dass ich eben nachts lange laufen müsste, um etwas zu essen zu bekommen.

Sie haben bereits mehrere Kabarett-Preise bekommen und auch die Kritiken für das Buch sind gut. Geht's jetzt zweigleisig weiter als Autor und Kabarettist?

Mein erstes Programm ist jetzt ausgespielt. Mein neues Programm wird mehr eine kabarettistische Lesung mit Musik sein: ich lese Geschichten aus dem Buch und spiele ein paar Lieder dazu.

Die Releaseparty zum Debüt-Roman von Tilman Birr ist am Samstag, 24. März, ab 20 Uhr im Ponyhof, Klappergasse 16, in Frankfurt. Für Musik sorgt „The Fuck Hornisschen Orchestra“. Der Eintritt zur Party kostet acht Euro.

 

Das Buch „On se left you see se Siegessäule“ ist seit Anfang der Woche im Handel erhältlich und kostet 16,99 Euro.

 

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