Korruptionsvorwürfe gegen Prinz Andrew

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Ist Prinz Andrew bestechlich?

London - Prinz Andrew (50), zweitältester Sohn der Queen und Nummer vier der britischen Thronfolge, hat schon wieder Ärger mit dem Geld.

Nachdem seine Ex-Frau Sarah Ferguson kurz vor der Pleite steht und er über kräftige Finanzspritzen nachdenken muss, steht er nun wegen eines dubiosen Immobilienverkaufs in der Kritik und scheint in eine Räuberpistole zentralasiatischer Machart hineingezogen zu werden, berichtete die Zeitung “Sunday Times“.

Andrew soll seinen früheren Landsitz Sunninghill Park für 15 Millionen Pfund (ca. 18 Millionen Euro) vor drei Jahren an einen Investor aus Kasachstan verkauft haben. Pikant: Der Investor war ein Schwiegersohn des kasachischen Präsidenten. Der Kaufpreis lag um drei Millionen Pfund über dem Angebotspreis, obwohl das langsam verfallende Anwesen vorher fünf Jahre lang niemand haben wollte. Und Andrew ist Repräsentant seines Landes für internationalen Handel. Kritiker glauben, Andrew habe den hohen Preis nur erzielen können, weil er dem rohstoffreichen Kasachstan lukrative Deals mit britischen Firmen vermittelte.

Öl ins Feuer gießt jetzt der frühere Chef der größten kasachischen Bank, Muktar Ablyasow. Er will Andrew als Zeugen in einem Prozess gegen die inzwischen staatliche Bank vor Gericht holen. Ein Sprecher Andrews sagte der “Sunday Times“, es gebe keine Beziehungen Ihrer Majestät zu den Vorwürfen und damit auch keine Grundlage für eine Zeugenaussage Andrews. Ablyasow behauptet, das Geld für den Immobilienkauf stamme aus dem Verkauf eines Aktienpaketes der kasachischen Öl- und Gasgesellschaft KazMunaiGaz an China. Ein Teil der dafür bezahlten Summe in Höhe von 110 Millionen Pfund sei in unbekannte Töpfe gewandert. Daraus wiederum sollen diverse Immobilien in Großbritannien gekauft worden sein, darunter auch Sunninghill Park.

Ablyasow wird in Kasachstan wegen Korruptionsvorwürfen gesucht. In Großbritannien, wo er um Asyl nachsucht, muss er sich wegen Geldwäsche und Untreue verantworten.

dpa

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