Gegen Diskriminierung

Hassan Annouri stellt Frankfurt-Musical auf die Beine 

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Maice Knott (von links), Hassan Annouri und Clara Schneider freuen sich auf die Premiere am 23. Januar.

Frankfurt – Frankfurt hat ein eigenes Musical – geschaffen haben es drei junge Tänzerinnen um den Hip-Hoper Hassan Annouri. Innerhalb von einer Woche waren beide Vorstellungen ausverkauft. Dabei ist das Thema anders als die übliche seichte Musical-Kost. Von Christian Reinartz 

„Die Mädels sind richtig gut“, sagt Hassan Annouri. Wenn er das sagt, hat das Gewicht. Er kennt sich aus im Business, hat unter anderem für Joy Denalane, Afrob und Sido produziert. Vor einem Jahr trafen sich Clara Schneider, Maice Knott und Madeleine Khattar mit Annouri, um ein Musical auf die Beine zu stellen. Zahlreiche Casting-Sessions, zig Proben und einen Organisations-Marathon später fiebern die Macher nun dem 23. Januar entgegen. Dann geht der Vorhang auf für „Farbenblind“.

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Die Handlung scheint aus dem Alltag der Jugendlichen gegriffen. Bei einem Schulprojekt sollen unterschiedliche Machtpositionen simuliert werden. Durch die künstlich geschaffene Ungleichheit kommt es schnell zu Diskriminierung und Rassismus. Lena erkennt die Gefahr und versucht, das Projekt vorzeitig zu beenden. Doch Anführerin Tamara unterdrückt jeglichen Widerstand. Dann eskaliert das Projekt...

„Unsere Botschaft ist es, alle Menschen gleich zu behandeln und nicht nach Äußerlichkeiten oder Gruppenzugehörigkeit zu urteilen“, sagt Clara, die den Part der gemeinen Tamara verkörpert.

Annouri singt selbst acht Songs

Gegossen wird die Handlung wie bei klassischen Musicals in einen Mix aus Tanzeinlagen und Songs, von denen Hassan Annouri selbst acht Nummern singt – selbstverständlich Hip Hop.

Er ist überzeugt, dass Frankfurt reif für ein solches Musical ist. „Es ist der Wahnsinn, wie schnell die Karten weggegangen sind.“ Vor wenigen Tagen haben die vier „Farbenblind“ bei Facebook angekündigt. „Eine Woche später waren wir ausverkauft“, sagt Annouri stolz. „Das zeigt doch, dass die Leute das Thema interessiert.“ Unter den Gästen ist laut Annouri auch das ein oder andere musikalische Schwergewicht der Musikbranche. „Auf jeden Fall haben Leute Karten bestellt, die das Musical auf Tournee schicken könnten“, sagt der Hip Hoper.

Für Clara, Maice und Madeleine ein Grund mehr aufgeregt zu sein. „Für uns wäre es ein Traum, wenn noch mehr Leute unser Musical sehen könnten.“ Denn zunächst sind erstmal zwei Vorstellungen in der ehemaligen Frankfurter Kirche Sankt Peter geplant. Eine dritte könnte folgen. Maice Knott verrät: „Es gibt schon eine Warteliste für eine dritte Aufführung.“

Hier gibt es mehr Infos dazu, wie man auf die Warteliste kommt: https://www.facebook.com/events/1504315116496875

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