Hardy Krüger jr.: „Verlieben im Internet funktioniert nicht“

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Hardy Krüger jr. ist, wie einst sein Vater, ein Frauenschwarm. In einem Interview erzählt er von seiner Meinung zum Thema Liebe.

München - Hardy Krüger jr., Star aus der Serie „Forsthaus Falkenau“, gibt anlässlich seines Fernsehfilm ein Interview. Er erzählt was er über

Hardy Krüger jr. ist skeptisch, ob Männer und Frauen sich per Internet wirklich verlieben können. Das sagte der 41-jährige Serienstar (“Forsthaus Falkenau“) in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Anlässlich seiner Rolle in dem ARD-Liebesfilm “Lilly Schönauer - Paulas Traum“ (Sendung am 20. November) äußerte sich Krüger über romantische Gefühle vor der Kamera und im wahren Leben und darüber, was er an Frauen anziehend und abstoßend findet.

Das Interview hat folgenden Wortlaut: Was halten Sie von Internetbekanntschaften? Geht gar nicht. Obwohl sich ja inzwischen 40 bis 60 Prozent online kennenlernen. Ich habe auch ein paar Bekannte, die sich auf diesem Weg verliebt haben. Aber zu 80 Prozent hat es eigentlich dann doch nicht funktioniert. Sicherlich ist das Internet gerade für Männer eine gewisse Erleichterung, die Hemmschwelle zu überwinden. Aber ich halte das Internet, gerade was unsere Kinder betrifft, für gefährlich, weil man ja nie wirklich weiß, wer hinter dem Pseudonym steckt. Ich bin ein Mensch, der nach wie vor glaubt, dass es zwischen zwei Menschen funken muss und zwar nicht über den elektronischen Draht.

Im Film ist alles anders

Im Liebesfilm “Lilly Schönauer Paulas Traum“ verlieben Sie sich Hals über Kopf in die junge Konditorin Paula. Liebe auf den ersten Blick ist Ihnen das auch schon passiert?

Oh ja! Bei meiner jetzigen Frau Katrin war es so. Es passierte auf einem Poloturnier in Kitzbühel mit sehr vielen Leuten, und ich hatte meinen Hund Arab dabei, ein Labradormischling, der eigentlich sehr verschmust und friedlich ist, aber plötzlich fing er an, eine Person, die hinter mir saß (es war Katrin Fehringer) - ich weiß nicht, gegen wen - zu verteidigen, begann zu knurren und zu bellen. Daraufhin haben wir uns beide im selben Moment umgedreht, und ich konnte in die Augen meiner Zukünftigen sehen. Liebe geht ja bekanntlich leichter über den Hund... Bei mir hatte das bisher noch nie so funktioniert, wie ich mir das eigentlich gewünscht hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt! Ich glaube, Hunde haben tatsächlich so was, wie einen siebten Sinn - ein ganz feines Gespür für Menschen. Was war das Romantischste, was Sie je angestellt haben? Ich glaube, das war der Heiratsantrag an Katrin - auf der Bühne bei meiner Theateraufführung “Besuch bei Mr. Green“ im Januar 2007 in Taufkirchen. Die Eltern von Katrin hatten sich relativ kurzfristig zwei Tage vorher zu der Aufführung angekündigt. Deshalb hatte ich mir überlegt, die Gelegenheit spontan zu nutzen und mit ihnen und den rund 800 Besuchern diesen privaten Moment zu teilen. Noch am selben Tag habe ich ganz viele Rosen und Rosenblätter gekauft. Den Ring mit 13 Steinen, weil wir uns ja am 13. Januar 2006 kennengelernt hatten, hatte ich bereits ausgesucht. Und ich muss sagen, dass ich bei meiner kleinen Überraschungseinlage selber unheimlich gerührt war. Ein ganz besonderer, romantischer und unvergesslicher Moment für mich!

Geheimnisse aus der Pubertät

Zwtl: Mit 16 sah ich aus wie 12 Sind Sie immer so überschwänglich? Nein, ich genieße auch die kleinen romantischen Momente wie Liebes-Botschaften am Kühlschrank zu hinterlassen, zwischendurch einen Blumenstrauß zu schicken, wenn ich an sie denke, und ich bekoche auch sehr gerne meine Frau. Ich finde generell, dass eine Beziehung von Respekt, Aufmerksamkeit und Fantasie lebt. Das sollte man nicht verlieren, sonst ist die Liebe in Gefahr. Können Sie sich noch an Phasen mit Liebeskummer erinnern? Ja, gerade in jungen Jahren, als ich noch im Internat war, habe ich oft furchtbar gelitten. In der Pubertät habe ich einiges durchgemacht und bin froh, dass diese Phase vorbei ist. Ich glaube, ich habe mich als Jugendlicher verdammt oft verliebt. Aber ich sah einfach immer jünger aus, als ich war und hatte es entsprechend schwer weil die Mädchen, die ich toll fand, sich überhaupt nicht für mich interessiert haben. Ich sah aus wie 12 und musste immer erklären, dass ich ja schon 16 war.

Frauenschwarm - Kann man da überhaupt treu sein?

Inzwischen fliegen Ihnen die Frauenherzen nur so zu. Wie geht Ihre Frau damit um, wenn Sie vor der Kamera andere Frauen küssen? Katrin begleitet mich oft zu Dreharbeiten und lernt die Partnerin kennen. Sie bekommt so auch mit, wie unromantisch diese Momente in Wirklichkeit sind, so dass sie sich eigentlich sowieso keine Sorgen mehr macht. Sie wundert sich immer nur, dass das zum Schluss so real aussieht. Durch ihren Beruf als Kommunikationstrainerin ist Katrin generell sehr neugierig, aufgeschlossen für meinen Beruf und sicher sehr verständnisvoll. Was finden Sie eher abstoßend bei einer Frau? Wenn sie Sächsisch spricht. Und ich bin, bedingt durch meine Erziehung, ein Freund der alten Schule. Ich mag es, wenn sich jemand benimmt, gesellschaftsfähig ist, Tischmanieren und einen schönen Gang hat. Dazu fällt mir spontan eine Situation ein, als ich früher noch als Barkeeper in der Babalu-Bar gearbeitet habe. An der Bar stand eine wunderschöne Griechin, und ich sagte zu meinem Freund: “Hey, guck mal, die wär' doch was für dich!“.

Daraufhin sprach ich sie an, lud sie auf einen Drink ein, machte sie mit meinem Freund bekannt, und alles war wunderbar, bis sie ihren Mund aufmachte und im tiefsten Bayrisch antwortete. Das war ein großer Schock für uns beide, und mein Freund und ich haben uns ganz schnell und heimlich verdrückt. Wovon träumen Ihre Frau und Sie? Wir träumen davon, dass wir irgendwann unseren Lebensmittelpunkt finden. Wir leben im Moment in der Nähe von München, sicherlich sehr schön. Aber wir sind beide doch eher mediterrane Menschen. Meine Mama, mein Onkel, viele aus der Verwandtschaft leben in Lugano, was ja auch meine Heimat ist, und ich merke auch bei meinen Italien-Urlauben, dass die Lebensqualität eine andere ist: Die Leute tragen Farben, sitzen bis spätabends draußen, lachen, schlemmen und amüsieren sich und zelebrieren das Leben. Man spürt einfach diese Energie. Und jedes Mal, wenn ich zurück nach Deutschland komme, denke ich immer: Mann, ist das hier trist!

Anke Sieker.

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