Guttenbergs Vater: Atompolitik ist Sündenfall

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Enoch zu Guttenberg

München - Der Vater des Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Enoch zu Guttenberg, kritisiert scharf die Atompolitik der unionsgeführten Bundesregierung.

In einem Text, den der Focus“ druckt, bezeichnete der Dirigent und Mitbegründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Entscheidung für Atomkraft als “Sündenfall“. Enoch zu Guttenberg: “Es gibt nur eine Hybris, die sich anmaßt, alle Zufälle des Materials, alle latenten Fehler in der Konstruktion und Handhabung, alle Veränderungen durch Verschleiß verbindlich auszuschließen.“

Stephanie: "Ein Politiker in der Familie reicht!"

Derweil hat Guttenbergs Ehefrau Stephanie eigene politische Ambitionen abgestritten. “Ich bin keine Politikerin und möchte auch keine werden. Dafür bin ich viel zu ungeduldig und undiplomatisch“, sagte die 34-Jährige dem Magazin “Focus“. “Außerdem finde ich: Ein Politiker in der Familie reicht.“

Auf die Frage, ob sie sich ihren Mann stärker in eine Familienrolle eingebunden vorstellen könne, sagte Stephanie zu Guttenberg: “Grundsätzlich schon, aber natürlich nicht in seiner Amtszeit als Minister. Mein Mann ist in seinem Beruf total gefordert. Er engagiert sich zu 100 Prozent für seine Arbeit. Das ist eine besondere Lebenssituation, an die es sich anzupassen gilt.“

Ausdrücklich sprach sie sich gegen verpflichtende Ganztagsschulen aus: “Für manche Kinder mag die Ganztagsschule die Rettung bedeuten, für andere Kinder wäre die lange Anwesenheit in der Schule aber eine große Last. An vielen Schulen stimmt auch die Qualität der Betreuung nicht - dies muss Grundvoraussetzung sein. Es klappt nicht mit den Hausaufgaben oder den angebotenen Aktivitäten und dann sind die Kinder nur bis 17 Uhr abgeschoben.“

Die Ministergattin hatte zuletzt mit ihrem Engagement gegen Kindesmissbrauch für Aufsehen gesorgt.

dpa

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