Goldene Knochen mit grünen Haaren

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Dieses Kostüm hat Anna Kostina im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entworfen.

Frankfurt – Anna Kostina ist Nachwuchs-Designerin. Als Mädchen hat sie schon versucht Kostüme für Puppen zu nähen. Jetzt ist die Frankfurterin mit ihren Kostüm-Entwürfen im Finale des Tradewinds-Style-Award. Im Interview erzählt die 26-Jährige, was sie für Modelle präsentiert. Von Silke Gottaut

Seit wann interessierst du dich für Mode? Und was reizt dich daran so sehr?

Ich interessiere mich für Mode seit ich klein bin. Als Mädchen habe ich russisches Ballett getanzt und die Kostüme dort bestaunt. Mich reizt ganz besonders Mode mit Kunst zu verbinden. Eine andere Welt zu schaffen, in die man entfliehen kann. All seine Fantasie in Form von Stoffen an den Körper zu bringen.

Wie kam es dazu, dass du dich beim Tradewinds Style Award beworben hast?

Ich bin letztes Jahr per Internet auf den Tradewinds Style Award aufmerksam geworden und haben mich auch gleich beworben. 2011 habe ich den Sonderpreis für meinen Entwurf „My Saturday Love“ erhalten.

Was hat dich für deine Modelle inspiriert?

Dieses Jahr wurde ich in zwei Kategorien nominiert. Ich werde zwei Modelle im Finale präsentieren. „Avax“ aus der Kategorie Fusion ist eine Zukunftsvision, welche die organische Materie, sprich den menschlichen Körper der strukturierten Formen der Geometrie gegenüberstellt. „Kokoschnik Couture“ ist das Modell aus der Kategorie Discovery, was eine Transformation der traditionellen russischen Tracht in die Moderne ist. Dazu wurde ich von meiner eigenen Herkunft inspiriert. Ich bin in Russland geboren und habe die russische Tracht schon immer sehr bewundert. Doch es kam mir immer etwas altmodisch vor. Daher kam die Idee, es umzugestalten.

Aus welchen Farben, Mustern und Stoffen bestehen die Modelle?

„Avax“ besteht aus Knochen, die in Gold angesprüht und auf eine Korsage aufgesetzt wurden. Menschliches Echthaar in grün ergänzt es. Die geometrischen Teile sind aus einem schwarzen Stoff, die Korsage selbst aus einem glänzenden Material. Die Korsage des „Kokoschnik“ ist aus einem traditionellen russischen Tuch mit Blumenmustern geschneidert. Um es moderner wirken zu lassen, habe ich es mit Lack und Drahtschnüren kombiniert. Der Kokoschnik, was der russische Kopfschmuck ist, ist aus durchsichtigem PVC.

Momentan bist du in London – was machst du da?

Ich habe Kommunikationsdesign studiert und beschäftige mich viel mit Grafikdesign. Ich finde es sehr interessant Mode und Grafik zu verbinden. Gerade mache ich ein Praktikum bei einem Modedesigner in London. Ich arbeite zusammen mit ihm an der Entwicklung neuer Kollektionen. Mit einer Grafiksoftware entwerfe ich Illustrationen für T-Shirts.

Wie verbringst du am liebsten deine Freizeit?

Ich arbeite unter meinem eigenem Label „ANA Design“ an Kostümen für meine Kunden oder Kostümen für mich selber. Wenn ich mich entspannen will, gehe ich in Museen und Galerien, um mir Kunst anzuschauen. Ich mag es auch, in schönen kleinen Vintage-Geschäften zu stöbern oder auf Märkte zu gehen.

Was verbindest du mit deiner Heimatstadt Frankfurt?

Ich lebe seit über 15 Jahren in Frankfurt. Ich habe dort die wichtigste Entwicklung des Erwachsenwerdens durchgemacht. Daher ist mir die Stadt sehr wichtig. Ich habe da viele Freunde. Jedoch möchte ich dort nicht für immer leben. London gefällt mir sehr gut und hat in Punkto Mode und Kultur einfach viel mehr zu bieten.

Bist du schon aufgeregt, wenn du an das Finale denkst?

Ja, sehr sogar. Aber ich freue mich riesig auf die Show. Ich bin auch gespannt, was alle anderen Finalisten zeigen werden. Doch ich hoffe, mit meinen Modellen die Jury zu überzeugen. Ob ich gewinne oder nicht – gefeiert wird nach der Show auf jeden Fall. Denn am 15. Juni habe ich Geburtstag.

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