Konzert im Jugendgefängnis

Frankfurterin Zeda rappt im Knast!

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Zeda singt gegen Gewalt und will zum Nachdenken anregen: Wie hier in Palästinenser-Tuch und roten High-Heels.

Frankfurt – Johnny Cash hat‘s vorgemacht, Frankfurts Rap-Queen Zeda macht‘s nach: Sie gibt am morgigen Montag ein Knast-Konzert im Jugendgefängnis im mittelhessischen Rockenberg. Von Christian Reinartz

Die schwarzhaarige Schöne ist damit die erste Rapperin Deutschlands, die ihren Knasti-Fans hinter den Gefängnismauern einheizt. Angst vor den schweren Jungs, die im Rockenberger Arrest sitzen hat Zeda nicht. „Ich freue mich auf dieses Konzert“, sagt die gebürtige Libanesin, die auch Tänzer und ihre Band im Schlepptau hat. „Ich will den Jungs meinen Flow mitgeben.“ Flow steht im Rapper-Deutsch für die persönliche Art zu rappen.

Sie verdammt Krieg und Gewalt

Zedas Flow ist es auch, der Gefängnis-Sozialarbeiter Peter Gebhard beeindruckt hat. Er hat sie in die JVA Rockenberg eingeladen, nachdem er ihre Texte gehört hatte. Denn die werden – anders als in der Szene üblich – nicht von Gewalt und Aggressivität beherrscht. „Ich verdamme in meinen Songs Krieg und Gewalt“, sagt Zeda selbstbewusst. Sie selbst hat als gebürtige Libanesin erlebt, was es heißt, Hunger zu leiden und Unterdrückung zu spüren. „Ich wünsche mir, dass die Jungs in Rockenberg über meine Texte nachdenken und später vielleicht nicht mehr so viel Scheiße bauen.“

Zeda ist die richtige für schwere Jungs

Peter Gebhard ist überzeugt, dass Zeda die Richtige für seine schweren Jungs ist. „Wir wollen diesen jungen Männern auch den Zugang zu Kultur bieten“, erklärt er: „Aber wir dulden keine Gewaltverherrlichung wie bei den üblichen Rapsongs.“ Da Zeda gegen diese Auswüchse ansinge, biete ihr Auftritt den Gefängnisinsassen eine echte Chance, sich neu zu orientieren. Gebhard: „Die Musik ist immer noch der Rap, den die Jungs mögen, aber es sind Texte mit guten Inhalten.“

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