Modeln mit Größe 42

Kurven sind ihr Kapital: Fine Bauer ist erfolgreiches Plus-Size-Model

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Plus-Size-Model Fine Bauer ist stolz auf ihre Figur.

Region Rhein-Main – Früher hat sie sich für ihre weibliche Figur geschämt, heute ist Fine Bauer heiß begehrt, in einem Markt, der immer mehr im Kommen ist: Plus-Size-Modeling. Von Fabienne Seibel 

 „Als Jugendliche war ich immer unglücklich über meine kurvige Figur und habe Diäten gemacht. Heute fühle ich mich schön und mag meinen Körper“, sagt Fine Bauer. Die 24-Jährige ist ein international erfolgreiches Plus-Size-Model und in Mode-Metropolen wie Mailand, Paris oder London unterwegs. Mit einer Konfektionsgröße von 40/42 bei einer Körpergröße von 1,78 Meter präsentiert sie Mode im XL-Bereich, sagt aber: „Den Begriff Plus-Size mag ich nicht. Ich bezeichne mich eher als curvy (deutsch: kurvig) Model. Man darf sich nicht an dem überall verbreiteten Magerwahn orientieren, sonst denkt jedes Mädchen mit einer normalen Figur, dass sie dick sei.“

Zum Modeln kam die gebürtige Karlsruherin, die bei der Frankfurter Modelagentur „East West Models“ unter Vertrag ist, eher zufällig. „Ich wurde von einem Fotograf angesprochen, der Fotos von mir gemacht hat. Als andere Fotografen meine Bilder gesehen haben, bekam ich immer mehr Anfragen und so habe ich meine ersten Erfahrungen in der Model-Branche gesammelt.“ Sie ergänzt: „Nachdem ich einige Diäten hinter mir hatte, habe ich mich nach dem Abi bei East West Models beworben. Große Chancen habe ich mir nicht ausgerechnet.“

Schönheit nicht von Kleidergröße abhängig

Doch dann kam alles anders: „Ich wurde als Plus-Size-Model unter Vertrag genommen. Alle haben sich gefragt, warum um Gottes Willen ich abnehmen will, wo ich doch eine so schöne kurvige Figur habe. Das hat mich unheimlich gefreut.“ Die hübsche Blondine hat eine ganz klare Einstellung: „Schönheit hängt nicht von der Kleidergröße ab. Das Wichtigste sind Ausstrahlung und Zufriedenheit mit sich selbst. Meine Kurven sind mein Kapital.“ Trotz ihres Erfolgs hat es das Nachwuchs-Model oft nicht leicht. „Von dünnen Mädchen wird mein Beruf manchmal nicht ernst genommen. Es heißt dann, dass ich es viel leichter habe, weil ich nicht hungern oder etwas für meine Figur machen müsse.“ Doch sie erklärt: „Das stimmt nicht, denn ich mache auch jeden Tag Sport und ernähre mich sehr gesund. Kunden buchen mich auch nur, wenn ich fit und in Form bin.“

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Dass eine amerikanische Model-Initiative gegen Magerwahn eine füllige Version der Spielzeug-Barbie angefertigt hat, unterstützt die 24-Jährige. „Die Barbie ist zwar nur eine Puppe, aber sie vermittelt Kindern gewisse Signale und wieso sollte man ihnen nicht ein realistisches Ideal geben?“ Auch Bauer ließ sich in ihrer Jugend von herrschenden Schönheitsidealen beeinflussen: „Das Frauenbild in den Medien oder auch Formate wie Germany‘s next Topmodel üben Druck aus. Die ständig übermittelte Botschaft, man sei nur schön wenn man dünn ist, bremst einen aus, sich selbst zu akzeptieren.“ Das Model meint ganz klar: „Diese Aufspaltung in Dick und Dünn ist nicht hinnehmbar. Die Gesellschaft darf nicht mehr nach der Figur getrennt werden.“ Sie ist überzeugt: „Auch Frauen, die keine Größe 36 haben, können hübsch sein und müssen viel stärker in den Alltag, wie zum Beispiel Werbung, integriert werden. Das Bewusstsein der Leute muss verändert werden.“

Fotos von Fine Bauer

Plus-Size: Model mit Größe 42

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