Feiges Huhn singt im Rücken von Nena und Co.

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July will bei den "Blind Auditions" alles geben.

Oberursel – Einen Kühlschrank hat July aus Oberursel für ihr Gesangstalent schon gewonnen. Jetzt möchte die 28-Jährige bei der Castingshow „The Voice of Germany“ durchstarten. Ihr Ziel: Vom Musik machen leben zu können. Von Norman Körtge

Acht Jahre ist es her, da machte July – die eigentlich Julia heißt, aber seit der zweiten Klasse nur noch mit ihrem Spitznamen gerufen wird – zum ersten Mal mit ihrem Gesangstalent auf sich aufmerksam. Ihr Vater hatte sie bei Radio FFH angemeldet. Der Sender suchte den Castingstar 2004. Und July gewann. Neben dem Ruhm gab es einen Gutschein von einem Elektronikmarkt. „Das war super. Ich brauchte da nämlich gerade einen Kühlschrank“, sagt die 28-Jährige und lacht.

Freund musste in den Hintern treten

Die meisten Castingformate, die seither im Fernsehen liefen, haben die Oberurselerin eher abgeschreckt. „Da geht es doch mehr um Persönliches als um die Stimme“, meint July, die in Hamburg Tanz, Gesang und Schauspiel studiert hat. Da sie aber von der Kunst nicht leben kann, hat sie zusätzlich eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten gemacht und arbeitet Teilzeit in einer Frankfurter Kanzlei. Aber: „Ich bin kein Büromensch“, gibt July unumwunden zu, die auch für „3p“, dass Label von Star-Produzent Moses Pelham arbeitet. Das ist nämlich genau ihr Ding. Doch obwohl ihr das Castingformat „The Voice of Germany“ auf ProSieben und Sat1 gefällt und sie sich dadurch einen Karrieresprung erhofft, wolle sie sich erst nicht dafür bewerben. „Ich bin ein feiges Huhn. Mein Freund musste mir erst in den Hintern treten“, erzählt July.

Fernsehgucken im Boot

Durch die Castings kam sie ohne Probleme. Und so singt sie am kommenden Donnerstagabend, 25. Oktober, auf ProSieben in der Blind Audition „All this time“ von Maria Mena. Die Juroren und späteren Coaches Nena, The BossHoss, Xavier Naidoo und Rea Garvey sitzen dort zunächst mit dem Rücken zu ihr und hören nur ihre Stimme. Erst wenn sie sich entscheiden, dass Talent anhand der Stimme in ihr Team aufzunehmen, drehen sie sich um. Und soviel sei verraten: Bei July dreht sich nicht nur ein Coach um.

Sie selbst wird ihren Auftritt mit Freunden auf einer Großleinwand in ihrer Stammkneipe „Das Boot“ in Oberursel schauen. Aufgeregt ist sie auf jeden Fall. „Ich durchlebe das dann alles noch einmal. Die ganze Anspannung“, erzählt sie. Weil sie sich immer so hineinversetze, könne sie auch keine Horrorfilme schauen. „The Voice“ wird mit Sicherheit keiner.

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