Anklage gegen bösen Onkel diesen Sommer erwartet

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Kevin Russell.

Frankfurt – Dass auch Promis offenbar kriminell sein können, zeigen zahlreiche Fälle in der Region. No-Angel-Sängerin Nadja Benaissa, Wettermann Jörg Kachelmann und Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell: Sie alle sind ins Visier der hiesigen Fahnder geraten und stehen bald vor Gericht. Von Jennifer Dreher

Es ist ein folgenschwerer Unfall, der sich in der Silvesternacht ereignet: Ein schwarzer Audi R8 rammt auf der A66 bei Frankfurt einen Opel Astra. Die zwei Insassen werden lebensgefährlich verletzt, der Astra geht in Flammen auf. Am Steuer des R8 soll Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell gesessen haben, vermutet die Polizei. Aus Fachkreisen sickerte jetzt durch: Anklage soll schon in den nächsten Wochen erhoben werden.

Die Ermittlungen in Russells Fall dauern noch an. Ein Opfer konnte bereits vernommen werden. Doch es fehlt noch die Aussage von Jamal K. Ihm gaben die Ärzte im Januar nur 20 Prozent Überlebenschance. Die gute Nachricht: Er hat überlebt, befindet sich in der Reha in Süddeutschland. „Wir müssen noch abwarten, bis wir seine Aussage haben“, bestätigt Doris Möller-Scheu von der Frankfurter Staatsanwaltschaft.

Anklage wegen versuchten Totschlags ist unwahrscheinlich

Ein Bild aus der Silvesternacht auf der A66: Ein Feuerwehrmann löscht den brennenden Kleinwagen.

Eine Anklage wegen versuchten Totschlag, wie die Anwälte der Opfer laut Medienberichten forderten, sei unwahrscheinlich. „Man müsste dem Fahrer nachweisen, dass er mit Tempo 200 gefahren ist, mit der Absicht, jemanden zu töten“, berichtet Möller-Scheu. Im Raum stehe gefährliche Körperverletzung und Unfallflucht. Auch müsse im Verlauf des Prozesses geklärt werden, ob der Unfallverursacher in der Silvesternacht unter Drogeneinfluss stand.
Russell ist nicht der einzige, der Post von der Staatsanwaltschaft bekommt. Nadja Benaissa aus Dreieich ist zum Prozesstermin am 16. August geladen worden. Ihr wird vorgeworfen, einen Mann durch ungeschützten Sex wissentlich mit dem Aids-Virus infiziert zu haben.

Wettermann Jörg Kachelmann sitzt derweil in U-Haft. Nachdem er seine Ex-Geliebte in ihrer Wohnung vergewaltigt haben soll, übernachtete er im „Holiday Inn“ in Mörfelden. Am nächsten Tag, dem 10. Februar, flog er dann von Frankfurt aus nach Kanada. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen ihn bereits im Mai Anklage erhoben – wegen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall.

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