„Ich schleiche nachts nicht auf Friedhöfen rum“

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Seinen echten Namen will er nicht verraten Frontmann und Sänger "Der Graf".

Neu-Isenburg – Mit seiner Band Unheilig stürmte er 2010 die deutsche Chartspitze. Unheimlich ist ihm jetzt der große Erfolg: Ausverkaufte Konzerthallen und kreischende Fans gehören nun zur Tagesordnung. Im EXTRA TIPP-Interview verrät Sänger „Der Graf“, wie er bei all dem Trubel auf dem Teppich bleibt und warum er sein Haar lieber kurz trägt. Von Mareike Palmy

EXTRA TIPP: Wie soll ich Sie denn jetzt ansprechen?
Der Graf: Du, Graf!

EXTRA TIPP: Wieso? Bist Du ein Blaublüter?
Der Graf: Nein, das ist mein Künstlername. Mein echter Name soll nicht an die Öffentlichkeit. Mein Privatleben soll privat bleiben. Nur so schaff ich es seit elf Jahren ein normales Leben zu führen.

EXTRA TIPP: Unheilig-Lieder laufen ständig im Radio, Tausende können dabei mitsingen, Du bist berühmt, quasi ein Rockstar. Wie sieht denn da das normale Leben aus?
Der Graf: Berühmtsein ist schon was Komisches. Das ist immer noch eine andere Welt für mich. Als ich im März mit dem Auto zur Echo-Verleihung nach Berlin gefahren bin, war das plötzlich wie auf einem anderen Planeten: Die ganzen jubelnden Fans dort und die vielen Promis in schicken Kleidern. Schon krass.

EXTRA TIPP: Dich gibt es mittlerweile als Stoff-Spielpuppe, waschbar bis 30 Grad. Und sogar im Otto-Katalog gibt‘s Unheilig-Shirts. Seid ihr massentauglicher geworden?
Der Graf: Das ist wirklich schräg. Letztes Jahr sind wir so richtig durchgestartet. Seitdem ist der Rummel enorm. Jetzt kommen sogar Kinder zu den Konzerten. Und plötzlich interessiert sich jeder für Dich.

Im Juni spielen Unheilig im Neu-Isenburger Sportpark Stadion


EXTRA TIPP: Hast Du eine Verwandlung zum Star gemacht?
Der Graf: Ich trage keinen Nagellack mehr und meine Kontaktlinsen hab ich abgelegt, um niemanden zu verschrecken. Aber ich bin immer noch der Alte. Bringe meinen Müll auch selbst raus. Wenn ich morgens aufstehe, muss ich mir erst, wie jeder andere auch, die Falten aus dem Gesicht drücken und keiner jubelt mir zu. Dann bin ich wie jeder andere.

EXTRA TIPP: Du hast eine mystische Aura. Bist Du wirklich so ein finsterer Typ und trägst auch privat den schwarzen Anzug?
Der Graf: Nein (lacht). Ich trage Jeans und T-Shirt. Der Bart bleibt aber auch in der Freizeit dran. Meine Haare rasier ich schon länger ab, weil sie langsam ausgehen. Eine Lockenpracht habe ich nicht. Die Leute denken immer, ich würde nur schwarze Kluft tragen und mich nachts auf Friedhöfen rumtreiben. Dabei bin ich eigentlich ganz harmlos.

EXTRA TIPP: Im Juni tourt Unheilig wieder durchs Land, macht auch in Neu-Isenburg Halt. Was ist dir heilig auf deinen Konzertreisen?
Der Graf: Von den Städten seh‘ ich nichts. Dafür kenn ich die meisten Autobahnraststätten. Auf Tour müssen die Jungs vom Management unbedingt dabei sein. Die sind mir heilig. Alle Menschen, die schon seit elf Jahren an die Sache glauben, sind wichtig für mich.

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