Esther Laguna hat kein Interesse an Carmen Nebel

Von Norman Körtge/Offenbach - Das wird Esther Laguna eine Lehre sein. So schnell wird die Offenbacherin an der Haustür keine Unterschrift mehr leisten. Denn anstatt gegen Studiengebühren in Hessen zu unterschreiben, setzte sie unwissend ihr Autogramm unter einen Abo-Vertrag.

Vor zwei Wochen lag nun die erste Ausgabe von "Das Goldene Blatt" im Briefkasten. Zwei Jahre sollte der Vertrag laufen, Kündigung angeblich ausgeschlossen - bis sich der EXTRA TIPP einschaltete.

Weder Esther Laguna noch Santiago Garcia-Ares interessieren sich dafür, was Camilla Parker-Bowles, Carmen Nebel oder Roger Whittaker so treiben beziehungsweise was "Das Goldene Blatt" darüber berichtet. Doch die Illustrierte lag am Montag wieder im Briefkasten. Und das, obwohl die beiden mehrfach die Pressevertriebszentrale für Abonnenten (PVZ) in Stockelsdorf darauf hingewiesen hatten, dass sie gar kein Abo abgeschlossen hatten. Doch die PVZ legte als Beweisstück ein Dokument vor, auf dem die Unterschrift von Laguna steht.

Alles begann am 22. Januar. Da klingelte ein junger Mann an der Tür und verwickele Esther Laguna in ein Gespräch. Irgendwann ging es um Studiengebühren und das er dagegen Unterschriften sammelt. Da ihr Sohn selbst Student war, unterschrieb sie ein Formular, dessen obere Hälfte sie nicht einsehen konnte. Zwar hatte sie ein mulmiges Gefühl und erzählte es auch ihrem Lebensgefährten, aber lange Zeit passierte nix.

Bis Ende Februar eine Auftragsbestätigung der PVZ kam mit der Aufforderung, die richtige Kontoverbindung mitzuteilen, da die angegebene nicht stimmen würde. Da wurden die beiden stutzig und forderten die angeblichen Vertragsunterlagen an, die dann auch prompt kamen. Lagunas Unterschrift prangte dort jeweils auf einer Liefervereinbarung und Auftragsbestätigung der Wagner Verlagswerbung aus Rothenberg für die Zeitschrift "Das Goldene Blatt". Dort war auch eine frei erfundene Kontoverbindung der Offenbacher Sparkasse angegeben, bei der Laguna überhaupt kein Konto hat. Darauf auch eine Widerrufsbelehrung innerhalb von 14 Tagen, die natürlich schon lange verstrichen war. Garcia-Ares setzte sich mehrmals mit der PVZ in Verbindung. Jedoch ohne Erfolg.

Dann hakte der EXTRA TIPP nach. Gerhard Fellner von der Wagner Verlagswerbung verweist auf die PVZ. Außerdem vertraue er dem "selbstständigen Außendienstmitarbeiter", der bei Frau Laguna an der Tür klingelte.

Bei der Pressevertriebszentrale sagt Susanne Maasz zunächst, dass Garcia-Ares den Sachverhalt so nie erklärt habe. Wenn er dies schriftlich mache und bestätigt, dass gar keine Chance zum Widerruf bestanden habe, könne der Vertrag storniert werden. Gesagt, getan. Jetzt warten Esther Laguna und Santiago Garcia-Ares auf eine Antwort von der PVZ.

Henry Faltin vom Polizeipräsidium Südosthessen spricht in diesem Zusammenhang von "versuchtem Betrug". Er warnt eindringlich davor, Geschäfte an der Haustür abzuwickeln. "Man sollte sich nie unter Druck setzen, sich die Unterlagen aushändigen lassen und sich Bedenkzeit erbeten. Seriöse Anbieter kommen zu einem späteren Zeitpunkt gerne wieder", sagt er. Wem nach solch einem Besuch Zweifel wegen der Rechtmäßigkeit überkommen, sollte umgehend die Polizei informieren. "Wir überprüfen diese Personen gerne", verspricht Faltin.

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