Interview über Vorbilder, Schule und Zukunftspläne

DSDS-Finalistin Viviana Grisafi: „Ich will auf Welttournee!“

+
DSDS-Finalistin Viviana Grisafi.
  • schließen

Offenbach - Sie ist mit 17 Jahren die jüngste Finalistin bei Deutschland sucht den Superstar (DSDS) überhaupt und hat am Ende den zweiten Platz abgeräumt: Die Offenbacherin Viviana Grisafi erzählt im Interview von ihrem Leben nach der Castingshow. Von Dirk Beutel

Was hat sich in Deinem Leben nach DSDS alles verändert?

Verändert hat sich sehr viel. Ich habe mich stimmlich verbessert und bin erwachsener, viel selbstständiger geworden. Ich habe jetzt mehr Auftritte, werde mittlerweile auf der Straße sogar erkannt und nach Autogrammen und Fotos gefragt. Aber das war es im Großen und Ganzen. Momentan bin ich wieder zu Hause, gehe ganz normal in die Schule und lebe den Alltag. Ich lebe normal nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt nicht mehr unbekannt bin.

Willst Du jetzt solo durchstarten?

Auf jeden Fall. Ich weiß, dass es alles andere als leicht ist, im Musikgeschäft erfolgreich zu sein und es auch zu bleiben. Vor allem in Deutschland. Man muss sehr hart an sich arbeiten, dafür genügt es nicht nur eine gute Stimme zu haben, die haben auch andere. Es braucht auch ein wenig Glück, dass ein Produzent einen an die Hand nimmt und einen Song mit aufnehmen möchte. Aber auch wenn es schwer ist, gebe ich nicht auf und werde für meinen Traum kämpfen. Nur weil ich DSDS nicht gewonnen habe, ist das Leben ja nicht vorbei. Im Gegenteil: Jetzt geht´s erst richtig los.

Viele Gesichter, die DSDS hervorgebracht hat, sind nach einiger Zeit verschwunden. Was willst Du anders machen, um erfolgreich zu sein?

Es ist wichtig diszipliniert und zielstrebig zu sein. Immer am Ball bleiben. Genauso schnell wie du hoch gekommen bist, kannst du auch wieder auf dem Boden landen. Das ist mir vollkommen bewusst. Und ich glaube, dass der Aufprall dann besonders weh tut, weil man nichts mehr hat. Du musst permanent kämpfen für deinen Traum.

Welche Musikrichtung willst Du machen?

Ganz genau weiß ich das noch nicht. Aber Pop und Soul liegen mir definitiv am besten. Rap oder Rock sind so gar nicht mein Fall. Lieber was sonst so in den Charts läuft.

Willst Du einfach nur singen und performen oder siehst Du Dich auch als Songschreiberin?

Mich interessiert das schon, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nie einen Song selbst geschrieben habe. Habe es auch noch nie versucht. Ich glaube, mir fehlt da ein wenig das Talent einen Song zu schreiben und zu komponieren. Da gibt es andere, die das besser können. Und mit so Jemanden würde ich gerne professionell zusammen arbeiten.

Wer inspiriert Dich am meisten?

Beyoncé ist mein Vorbild, ganz klar. Weil ich es wahnsinn finde, wie diese Frau tanzt, sich inszeniert und singt. Alles durch und durch, mit Leib und Seele. Ihre Show ist unglaublich. Sie hat in meinen Augen eine tolle Ausstrahlung und macht genau das, was ich mal gerne machen würde. Das wäre mein Traum.

War die Enttäuschung groß, dass Du den ersten Platz verpasst hattest?

In dem Moment realisiert man gar nichts. Du bist so voller Adrenalin und bist mit anderen Dingen beschäftigt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir schon vor dem Finale keine großen Chancen gegen die beiden Jungs ausgerechnet hatte. Ich habe voll und ganz mit dem dritten Platz gerechnet. Da war ich mir sicher, deshalb war ich auch so geschockt, als ich weiterkam. Bei der letzten Entscheidung war mir völlig klar, dass Severino gewinnt. Aber klar: Auch wenn ich bis zur letzten Minute die Hoffnung und an mich geglaubt hatte, war da schon so ein Gefühl da, dass ich Zweite werde. Aber das war keine große Enttäuschung. Erst im Nachhinein war ich etwas traurig, weil ich so kurz davor war, zu gewinnen. Aber ich habe mich gleich aufgerappelt, weil ich genau wusste, es geht weiter. Und ich habe ja gar nicht verloren, sondern viel dazu gelernt und sehr viele Fans gewonnen.

Hast Du großen Druck gespürt? Immerhin bist Du die jüngste Finalistin die es gab.

Ich hatte überhaupt keinen Druck. Es hat mir nur Spaß gemacht , weil es genau mein Ding ist. Die Proben, der Soundcheck, Gesangs- und Bühnentraining. Das ist für mich alles so aufregend. Klar, der ganze Finalabend war schon stressig, vor allem weil wir mehrere Outfits anziehen mussten. Das war aber positiver Stress.

Du hast vor DSDS auch beim Supertalent mitgemacht. Bist Du eine Rampensau?

Das soll überhaupt nicht eingebildet klingen, aber ich bin ein Mensch, der für die Bühne gemacht worden ist. Ich brauche diese Show, dass die Leute zu mir kommen und mich singen hören möchten. Ich will genau das. Ich will die Show, ich will auf Welttournee. Da gibt es so viele Träume, die ich mir noch erfüllen möchte.

Aber erstmal willst Du Dein Fachabitur in Ruhe abschließen?

Was ich einmal angefangen habe, bringe ich auch zu Ende. Es ist auch wichtig, etwas in der Hinterhand zu haben. Aber ich werde weiterhin am Wochenende auftreten. Nach dem Abschluss widme ich mich dann voll und ganz der Musik.

Hat sich denn noch kein Produzent bei Dir gemeldet?

Noch nicht. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich vertraglich noch an RTL gebunden bin, noch 17 Jahre alt bin und nicht mehr nach 23 Uhr Singen darf. Ich will aber auch gar nicht auf Jemanden warten, sondern werde dann auf die Leute zugehen und zeigen, was ich kann.

Dieter Bohlen findet Dich offenbar gut. Habt ihr Kontakt?

Wir haben keinen Kontakt. Und wenn, hätte er sich sicher längst gemeldet. Aber ich bin ganz beruhigt, dass der Rummel etwas abgenommen hat und ich nicht abgelenkt werde. Nichtsdestotrotz hoffe ich auf einen Anruf.

Mehr zum Thema

Dirk Beutel

Dirk Beutel

E-Mail:dirk.beutel@extratipp.com

Kommentare