Dicke Zigarre und Frauen-Po: Rappern geht's ums Image

Neu-Isenburg - K-Rich und M-Fresh. Ihre Namen klingen bereits wie die von Rap-Stars. Im Internet präsentieren sich die Neu-Isenburger als coole, abgeklärte Rapper. Von Jennifer Dreher

Da beißt Richard Kubessa alias K-Rich in den wohl geformten Hintern einer Bekannten und Max Walla (M-Fresh) sitzt in einem Sessel und raucht eine dicke Zigarre. Wer die beiden deswegen als Sexisten oder Machos beschreibt, liegt falsch. Eigentlich sind die zwei ganz liebe Jungs, die gerne Musik machen und von einer Karriere träumen.

Einmal im Radio zu hören sein, das war schon immer Wallas Traum. Deswegen bewarben sich die zwei mit ihrem gemeinsamen Song bei einem Hörer-Voting von Planet Radio. Dort entscheiden die Zuhörer, ob das Lied „Hot“ oder „Schrott“ ist.

Der Moderator hat uns ganz schön geschockt“, erinnert sich Walla. „Er hat gesagt, unser Song ist zu 97 Prozent scheiße, dann hat er eine Pause gemacht und zum Glück gesagt ‚scheiße geil‘.“ Als der 19-Jährige "Weekendlove" im Radio gehört hat, ist er „unheimlich stolz“ gewesen.

Zu dem Lied inspiriert hat Kubessa eine kurze Affäre, die aufgrund der Distanz zwischen ihm und seiner Bekanntschaft keine Chance gehabt hat. „Ich habe sie wirklich sehr gemocht“, sagt der 27-Jährige über seine Wochenendliebe. Und dann gesteht er: „Unbewusst hat sie mich wahrscheinlich mehr berührt, als ich zugeben will.“ Auch sein erster Song „Verlust“ handelt von seiner gescheiterten fünf-jährigen Beziehung. „Frauen sind immer ein großes Thema“, sagt er mit einem verschmitzten Grinsen.

Weil der 27-Jährige nicht singen kann, bittet er Walla den Refrain von „Weekendlove“ zu machen. „Max klingt wie Justin Timberlake“, sagt er. Walla grinst verlegen, als er das hört. Im Gegensatz zu seinem Image im Internet wirkt er im wahren Leben eher lieb, fast schüchtern. Auch will er, falls es mit der Karriere nicht klappt, nach der Ausbildung sein Abi nachmachen. „In der Schulzeit war ich leider zu faul“, bedauert Walla.

Bisher ist Musik für den angehenden Schornsteinfeger nur ein Hobby. Erst seit Januar gehört er zu Backdoor - eine hessisch-bayrische Rap-Kombo. Gegründet wurde die Gruppe vor zirka drei Jahren von Kubessa und seinem Kumpel Lifty. Damals hat er noch in Rehau gelebt. Seitdem treten die inzwischen vier Mitglieder auf Hip-Hop-Events auf.

Weekendlove ist einer der besten Songs, den ich je gemacht habe“, sagt Kubessa. Er hat auch die professionelle Aufnahme in Mainz organisiert. „In einem 40.000-Euro-Studio haben wir den Track eingespielt“, sagt er. Momentan bewerben sich die zwei Nachwuchskünstler bei verschiedenen Plattenfirmen. „Eine große Karriere wäre mein Traum“, sagt K-Rich.

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