Freizeitspaß für Geschwister behinderter Kinder

Bärenstark: Stuntfrau Miriam Höller hilft in Königstein

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Miriam Höller (Mitte), bekannt geworden durch die Casting-Show Germany´s next Topmodel, nutzt ihre Berühmtheit, um zu helfen, wo sie nur kann.

In Deutschland gibt es rund 400. 000 Kinder, die behinderte Brüder und Schwestern haben. Dabei müssen die gesunden Geschwister oft zurückstecken. Stuntfrau Miriam Höller und die Carls Stiftung in Königstein kümmern sich um sie mit der Aktion Bärenstark. Von Dana Moser 

Miriam Höller, Sie sind eine sehr berühmte Stuntfrau in Deutschland. Wie kommen Sie dazu, sich für bedürftige Kinder einzusetzen?

Bevor ich in den Stuntberuf gegangen bin, habe ich eine Berufsausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau mit dem Schwerpunkt der therapeutischen Betreuung abgelegt. Als eine Freundin von mir nach einem schweren Autounfall ins Wachkoma fiel, habe ich mich intensiv mit der Delfintherapie auseinander gesetzt. Ich bin in einem Auslandsjahr zu den Delfintherapie-Zentren gereist und habe dort über viele Monate mit geistig- und körperlich beeinträchtigten Kindern gearbeitet. Es war für mich eine tolle Erfahrung und eine wertvolle Arbeit, die ich nicht missen möchte.

Was steckt hinter der Aktion Bärenstark der Carls Stiftung?

Oftmals ändert sich das Leben der Eltern dramatisch, wenn sie ein geistig- oder körperlich beeinträchtigtes Kind großziehen und 24 Stunden am Tag betreuen müssen. So ein Schicksalsschlag ist kaum in Worte zu fassen. Wenn gesunde Geschwisterkinder zur Familie gehören, kann denen oft nicht die gewünschte Zeit oder Aufmerksamkeit gewidmet werden. Sie stehen oft im Schatten. Die Aktion Bärenstark ermöglicht den gesunden Geschwisterkindern eine Ferienfreizeit, bei der sie im Mittelpunkt stehen und einfach Spaß und Freude mit anderen Kindern haben können.

Was bedeutet Ihnen die Aktion persönlich?

Dadurch, dass ich selbst so eng mit geistig- und körperlich beeinträchtigten Kindern, deren Geschwister und Eltern zusammengearbeitet habe, kann ich ansatzweise nachvollziehen, wie diese Familien leben. Mein beruflicher Werdegang hat sich zwar anders entwickelt, aber für mich war immer klar, dass ich helfen werde, wo ich helfen kann.

Was kann die Aktion Bärenstark erreichen?

In erster Linie stehen die Geschwisterkinder im Vordergrund. Die Aktion ermöglicht ihnen einen Ausbruch aus dem Leben, in dem sie oft benachteiligt werden. Zusätzlich erreicht die Aktion aber auch Eltern und Außenstehende, um deren Bewusstsein zu erweitern, Hilfe anzubieten und die Menschlichkeit wieder hervorzukitzeln die grundsätzlich da ist, aber im Alltag oft verloren geht.

Welche Aktionen von Bärenstark laufen aktuell?

In diesem Jahr wird zum siebten Mal eine Ferienfreizeit für Kinder, die ein behindertes Geschwisterkind haben, stattfinden. Unser Ziel ist es natürlich noch mehr Helfer zu aktivieren und Förderer zu finden, um noch mehr Kindern eine solche sorgenfreie Ferienfreizeit zu ermöglichen.

Haben Sie neben Bärenstark andere Projekte, für die Sie sich stark machen?

Bärenstark ist mein Hauptprojekt auf das ich mich konzentrieren möchte. Daneben gibt es natürlich noch kleinere Aktionen, für die ich mich einsetze, wie zum Beispiel der RTL Spendenmarathon oder die Aktionen der Wings for Life Siftung. Ich denke aber, das Wichtigste ist, dass jeder für sich herausfindet, was man im Alltag besser machen kann. Meine Sinne sind geschärft und ich versuche beeinträchtigten Kindern wie auch Erwachsenen, wo ich kann, Hilfestellung zu geben.

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