Bügeln? Dafür ist mir die Zeit zu schade!

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Kathrin Stäblein hat keine Zeit fürs Bügeln.

Region Rhein-Main – Das Nähen hat Kathrin Stäblein einst von ihrer Oma gelernt. Jahre später schickt sich die 22-Jährige an, die Modewelt zu erobern. Bereits zum zweiten Mal steht die Nachwuchs-Designerin im Finale des Tradewinds-Style-Awards. Der wird im Frankfurter King Kamehameha Club vergeben. Von Norman Körtge

Mit diesem von einem Model getragenen Paillettenkleid aus der Mikrowelle gewann Kathrin Stäblein 2009 in der Kategorie Funky Freestyle.

„Nein!“, antwortet Kathrin Stäblein auf die Frage, ob denn jemand den von ihr entworfenen Anzug für den Tradewinds-Style-Award im Alltag tragen würde, schiebt aber nach kurzem Zögern nach: „Es sei denn, er ist mutig.“ Denn gewöhnungsbedürftig ist der aus edler japanischer Seide geschneiderte Anzug mit grün-rosa Blumenmuster auf jeden Fall. Damit tritt Stäblein, die gerade am Staatstheater Darmstadt ihre Lehre zur Herrenmaß-Schneiderin erfolgreich beendet hat, in der Kategorie Culture Jam an. Dabei vereint die 22-Jährige japanische mit amerikanischer Kultur. So ist nicht nur der traditionell westliche Anzug aus Kimono-Stoff gemacht, sondern deutlich wird das kombinieren der Kulturstile an der Kragenform. Die eine Seite ist mit einem Schalkragen an den Kimono angelehnt, die andere Seite ist ein klassischer Reverskragen.

Finalshow ist im Kingkamehameha Club

Dieses Jahr geht Stäblein mit einem Herrenanzug aus Seide an den Start.

Ob ihre Kreation den Leuten gefällt, wird sich bei der Finalshow am 14. Juli im Frankfurter King Kamehameha Club zeigen. In der Jury sitzt unter anderem Grünen-Chefin Claudia Roth. Wie es ist, wenn man einen Design-Preis gewinnt, hat Stäblein bereits 2009 erfahren. Damals siegte sie beim Tradewinds-Style-Award in der Kategorie Funky Freestyle. Ihr Paillettenkleid mit in der Mikrowelle geschmolzenen CDs überzeugte die Jury. Ehre und 750 Euro Preisgeld waren die Belohnung.
Auf eine Stilrichtung mag sich Stäblein derzeit genauso wenig festlegen wie auf ihre Haarfarbe, die in Natur „straßenköterblond“ sei. „Mode ist wie ein Lebensgefühl“, versucht sie ihre Herangehensweise in Worte zu fassen. Je nach Gefühlslage ändern sich auch ihre Ideen. Sie selbst trägt im Alltag am liebsten grau, aber immer kombiniert mit etwas farbigem. Wichtig ist für sie, dass ihre Klamotten bequem sind und sie sie nicht bügeln muss: „Dafür ist mir die Zeit zu schade“, erzählt sie.

Bald geht es nach Basel

Für den Lady-Gaga-Fan beginnt nach der Lehre nun ein neuer Lebensabschnitt. Und zwar in Basel. Dort wird sie Modedesign studieren. Nebenbei will sie möglichst viele Preise gewinnen und später ein eigenes Modelabel haben. Das mit dem weiteren Preis kann sich bereits am 14. Juli in Frankfurt erfüllen.

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