Böhse-Onkelz-Sänger hat gar keinen Führerschein

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Kevin Russell wird der Fahrerflucht nach diesem Unfall verdächtigt

Frankfurt/Main - Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell, der der Fahrerflucht nach einem schweren Unfall verdächtigt wird, hat keinen Führerschein.

“Er hat keine deutsche Fahrerlaubnis“, teilte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Mittwoch mit und bestätigte damit einen Bericht der “Bild“-Zeitung. Ermittlern zufolge war der Führerschein dem 45-Jährigen nach einer Alkoholfahrt abgenommen worden. Laut “Bild“-Zeitung soll er deshalb bereits seit zwei Jahren keine Fahrerlaubnis mehr haben. Dazu machte die Staatsanwaltschaft aber keine Angaben.

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Ob Russell am Steuer des Luxuscoupés saß, das am Silvesterabend auf einer Frankfurter Autobahn einen Opel gerammt hat, steht nach wie vor nicht fest. Die Auswertung der DNA-Spuren in dem Unfallwagen werde voraussichtlich noch bis nächste Woche dauern, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Bei dem Unfall waren der 19 Jahre alte Fahrer des Opels und sein 21 Jahre alter Beifahrer schwer verletzt worden. Sie sind inzwischen außer Lebensgefahr. Der Fahrer des beschädigten Sportcoupés war zu Fuß über die Felder geflüchtet. Unbeteiligte Verkehrsteilnehmer hatten die Opfer aus dem brennenden Auto gezogen.

Russell war am nächsten Tag in einem Luxushotel im Taunus festgenommen worden. Gegen Zahlung einer Sicherheitsleistung von 50 000 Euro wurde der 45-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt. “Wir brauchen einen eindeutigen Beweis, wer zum Unfallzeitpunkt am Steuer gesessen hat“, hieß es aus der Staatsanwaltschaft. Nach Medienberichten soll der Halter des Unfallwagens dem Sänger das Fahrzeug geliehen haben.

Die Frankfurter Rockband Böhse Onkelz war rund 25 Jahre lang mit harten Tönen in der deutschen Musikszene sehr erfolgreich. 1980 ursprünglich als Punkband gegründet, veröffentlichte Böhse Onkelz in den 80er Jahren als Kultgruppe der Skinhead-Szene rechtsradikale Texte. In vielen Städten wurden daraufhin Konzerte abgesagt. In den 1990er Jahren ging die Band jedoch dazu auf Distanz und engagierte sich auch bei Konzerten gegen Rechtsextremismus und Rassenhass. 2005 fand das letzte gemeinsame Konzert der Onkelz statt.

dpa

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