Fans sind enttäuscht und sauer

Besucher kritisieren Star Trek Messe

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Die Star Trek-Stars unterhielten das Publikum mit viel Humor und Hintergrundinfos.

Frankfurt - 50 Euro für ein Autogramm von William Shatner, nochmal 50 Euro für ein Foto mit ihm und 120 Euro für eine Spielzeugwaffe. Bei wem das Portemonnaie auf der Destination Star Trek Germany nicht locker saß, schaute schnell in die Röhre. Von Sandra Klauß

Fan Christine ist als Klingone auf der Messe unterwegs.

„Armselig“, „Frechheit ohne Ende“ und „Das war ein schlechter Witz“ sind nur einige Kommentare, mit denen sich Besucher der dreitägigen Destination Star Trek Germany auf verschiedenen Internet-Plattformen derzeit die Wut von der Seele schreiben. Die Erwartungen im Vorfeld waren hoch gewesen. Erstmals fand Europas größte Star Trek Messe auf deutschem Boden statt. Außer den Fan-Lieblingen William Shatner, Brent Spiner und Gates McFadden hatten noch 23 weitere Darsteller aus den Serien und Filmen ihr Kommen zugesagt. Vor dem Start versprachen die britischen Veranstalter „unzählige galaktische Momente für Fans“. Doch genau bei diesen verflog die anfängliche Euphorie oftmals schon kurz nach dem Betreten der Frankfurter Messehalle drei.

Alles kostete Geld - und das nicht wenig

Zwei Bühnen, rund 20 Verkaufsstände, ein Museum und mehrere Foto- und Autogramm-Areale waren großzügig auf die Hälfte der Halle verteilt. Schwarze Stellwände und schwarzer Bodenbelag verbreiteten ein eher düsteres Ambiente. In der „Klingon Zone“, in der sich die Besucher ausruhen und austauschen sollten, waren zwischen Sitzsäcken und Bänken ein paar klingonisch-anmutende Requisiten verteilt worden. „Ich habe selten so etwas liebloses gesehen. Hier wurde noch nicht einmal versucht, sich Mühe zu geben“, sagte Amina Reinhardt. Doch viel mehr als die Atmosphäre störte die 32-Jährige Kölnerin etwas anderes: „Alles was man hier machen kann ist zahlen, zahlen, zahlen.“ Der normale Tageseintritt kostete 35 Euro, für alle drei Messetage wurden 59 Euro fällig. Ein Großteil der Gesprächsrunden mit den Stars auf der Bühne kostete extra. Um neugierige Zaungäste von ihnen fern zu halten, war die Hauptbühne von hohen Stellwänden umgeben. Eingänge wurden kurz vor Beginn mit weiteren Elementen zugestellt. Der größte Wunsch vieler Fans, Autogramme und Fotos, erfüllte sich ebenfalls nur gegen klingende Münze. Wer eine Unterschrift von Captain Kirk-Darsteller William Shatner haben wollte, zahlte 50 Euro. Dagegen waren die Unterschriften von Nebendarstellern wie Robin Curtis (Vulkanierin Lt. Saavik) mit 15 Euro vergleichsweise günstig. Fotos bewegten sich im gleichen Preisrahmen und wurden im Akkord angefertigt. Jedem Fan blieben nur ein paar Sekunden mit seinem Idol, dann wurden sie direkt zur Fotoausgabe weitergeschoben.

Fotos vom Treffen der Weltraum-Ikonen in Frankfurt

Star Trek: Treffen der Weltraum-Ikonen in Frankfurt

Eine Spielzeugwaffe, einen sogenannten „Phaser“, gab es für 120 Euro, T-Shirts ab 30 Euro, Fotos auf einem Nachbau der Enterprise-D Brücke für 15 Euro. „Die ganze Veranstaltung ist durchweg kommerzialisiert und das finde ich sehr schade“, sagte Viktor Krammer, der extra aus Wien angereist war. Das Wochenende kostete ihn 500 Euro.

Von Seiten des Veranstalters „Media 10“ hieß es, dass man selbst keinen Einfluss auf die Preise für Fotos und Autogramme habe. Diese würden von den Stars und ihren Agenten festgelegt. Schützenhilfe bekommen die gescholtenen Veranstalter auch von Fans, die öfters solche Conventions besuchen. Sie verweisen auf die allgemein kommerzialisierte Preispolitik, die kein Einzelfall sei. Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen waren die Preise auf der Destination Star Trek teilweise noch moderat. Auf Europas größter Science Fiction Messe, der „Fed Con“ in Düsseldorf, ist Schauspieler Richard Dean Anderson in diesem Jahr Preis-Spitzenreiter. Der frühere „McGyver“-Darsteller ist der jüngeren Generation vor allem als Colonel Jonathan O’Neill aus der Serie „Stargate – Kommando SG-1“ bekannt. 90 Euro für ein Autogramm schlagen bei ihm zu Buche. 60 Euro sind es für ein gemeinsames Foto. Bei ähnlichen Veranstaltungen in den USA, wie der Star Trek Las Vegas, sind selbst dreistellige Beträge keine Seltenheit.

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