Abenteurer Dirk Rohrbach: Von der Kinzig auf den Yukon

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War 70 Tage auf dem Yukon unterwegs: Dirk Rohrbach.

Hanau/Frankfurt – 70 Tage lang ist Dirk Rohrbach in einem selbst gebauten Kanu auf dem Yukon in Nordamerika unterwegs gewesen. Für den in Hanau aufgewachsenen Münchener war es nicht das erste Abenteuer. Von Norman Körtge

Unberührte, bis auf wenige Siedlungen fast menschenleere Natur, dafür viele Bären, Adler und Lachse. Der Yukon-Strom, der sich auf 3000 Kilometer durch Kanada und Alaska schlängelt, ist seit den Abenteuerromanen von Jack London Sinnbild für Abenteuer in der Wildnis. Und der Mythos lebt und fasziniert nach wie vor. Kein Wunder, dass der Lichtbildvortrag von Dirk Rohrbach am 16. Februar in der Globetrotter-Filiale in Frankfurt seit Wochen ausverkauft ist und die Veranstalter über einen Zusatztermin nachdenken.

„Es sind viele Deutsche auf dem Yukon unterwegs“, erzählt Rohrbach, der in Hanau aufgewachsen ist und dort bis 1994 lebte, bevor es den Radiomoderator nach München verschlug. Doch so unterwegs wie der 43-Jährige war niemand. Aus Birkenrinde, Wurzeln und Harz baute er sich ein traditionelles Kanu, wie es die Indianer dort benutzen. 70 Tage ist er damit unterwegs, bis er in der Beringsee im Nordpazifik ankommt.

20.000 Fotos geschossen

Die Begegnungen mit den Einheimischen waren dem Ex-Hanauer wichtig.

Neben der Natur war es vor allem der Wunsch, die Ureinwohner entlang des Yukon kennen zu lernen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Die Siedlungen liegen manchmal mehrere Tage auseinander“, erzählt Rohrbach. In ihnen leben 50, in der größten bis zu 600 Menschen. Erreichbar sind sie nur übers Wasser oder mit dem Flugzeug. Straßen führen dorthin nicht. Dieselgeneratoren sorgen für Strom. Da es oftmals keine Kanalisation vorhanden ist, gibt es ein zentrales Wasch- und Badehaus. Fischfang und Jagd gehören zu ihrem Leben. „Es gibt einfach eine Verbundenheit mit der Natur“, so Rohrbach.

Etwa 20.000 Fotos hat der Ex-Hanauer während seiner Reise geschossen. Neben atemberaubenden Landschaftsaufnahmen und Bildern von den Menschen, gehören dazu die Wracks von gigantischen Schaufelraddampfern, die von der Goldgräberstimmung Ende des 19. Jahrhunderts zeugen.

Die Reise auf dem Yukon vor zwei Jahren war nicht Rohrbachs erstes Abenteuer. 2004 umrundete er mit dem Fahrrad in 180 Tagen die USA. Auch damals interessierten ihn die Menschen. „Es war die Zeit der Bush-Regierung. Ich wollte wissen, wie die Amerikaner selbst über ihn denken“, erinnert sich der Outdoor-Liebhaber.

Wer mehr zu den Abenteuern Rohrbachs erfahren möchte, aber keine Karte für die Veranstaltung in Frankfurt bekommen hat, kann alles nachlesen. Er hat bereits zwei Bücher veröffentlicht.

 

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