1. extratipp.com
  2. Politik

Ukraine-Krieg: Wende? Russland kämpft mit Problemen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sandra Kathe

Kommentare

Ein junger russischer Soldat im Ukraine-Krieg. (Archivfoto)
Ein junger russischer Soldat im Ukraine-Krieg. (Archivfoto) © Alexey Maishev/Imago

Der von Außenminister Lawrow angekündigte Plan, auch den Süden der Ukraine anzugreifen, könnte an fehlendem Personal scheitern. Doch auch die Ukraine hat Probleme.

Kiew – Auch fast fünf Monate nach Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine nehmen die Offensiven Russlands auf das Nachbarland nicht ab. Dennoch stößt die Armee des russischen Machthabers Wladimir Putin auf immer wachsende Probleme – auch wegen der Waffenlieferungen aus dem Westen.

Die brachten die Ukraine zuletzt so weit militärisch voran, dass eine russische Geheimdienstoffensive in den angrenzenden europäischen Ländern gestartet wurde, um die Transportwege auszuspähen. Neben den erfolgreich eingesetzten Artilleriesystemen vom Typ Himars, die die USA geliefert hatten, könnte es dabei auch zeitnah um westliche Kampfflugzeuge und moderne Kampfpanzer gehen.

Militärexperte zum Ukraine-Krieg: Russland braucht Mobilmachung

Die Medienberichte, etwa der Washington Post, die zuletzt auf eine bevorstehende Ausweitung der westlichen Waffenlieferungen hinweisen, hält der Militärexperte Carlo Masala für durchaus realistisch. Der Professor für internationale Politik an der Universität der Bundeswehr in München sähe in einer solchen Entwicklung die Chance der Ukraine, mit Gegenangriffen großflächig Territorium zurückzuerobern. Das sagte er am Freitag (22. Juli) in der Video-Kolumne für das Nachrichtenportal T-Online.de.

Als aktuell weniger realistisch empfindet Masala die Ankündigung des russischen Außenministers Sergej Lawrow, die Ukraine künftig nicht mehr nur im Donbass anzugreifen. Stattdessen kündigte Russland an, die Angriffe auch auf den Süden auszuweiten – möglicherweise mit dem Ziel, die Ukraine vom Meer abzuschneiden. Für Masala scheine es „nicht sehr wahrscheinlich, dass die Russische Föderation die Ziele im Süden erreichen wird“, solange „eine zu hohe Konzentration ihrer Soldaten“ im Donbass stationiert sei. Dazu sei zunächst „eine Art Mobilmachung“ notwendig.

Ukraine-News: Russlands Artillerie feuert 60.000 Schuss täglich ab

Vor „logistische Herausforderungen“ gestellt würde die russische Armee in den vergangenen Wochen durch die Raketenwerfersysteme vom Typ Himars, die auf Seiten der Ukraine im Einsatz sind und bereits mehrere russische Munitionsdepots zerstört haben.

Dennoch gebe es laut Masala auch auf ukrainischer Seite nach wie vor Probleme: Während Russland nach wie vor jeden Tag „noch ungefähr 60.000 Schuss mit der Artillerie“ abgebe, ginge der Ukraine „die Munition für ihre alte sowjetische Artillerie“ aus, so dass dem Militärexperten zufolge weitere westliche Lieferungen kriegsentscheidend sein könnten. (ska)

Auch interessant

Kommentare