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Ukraine-Krieg: Verluste unter ukrainischen Truppen gehen zurück

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Von: Sandra Kathe

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Zu Beginn des Ukraine-Kriegs verloren hunderte ukrainische Soldaten täglich ihr Leben – inzwischen sollen es noch rund 30 sein.

Kiew – Exakt fünf Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine gibt sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seinen öffentlichen Äußerungen betont siegessicher und unterstreicht vor allem die positiven Nachrichten im Land. Darunter: neue Waffenlieferungen aus dem Westen, den ungebrochenen Widerstandswillen seiner Landsleute und die stark gesunkenen Opferzahlen im ukrainischen Militär.

Während nach Angaben des Fernsehsenders ntv zu Beginn des Kriegs teils noch rund 300 Menschen täglich im Kampf für die Ukraine ihr Leben verloren, sei die Zahl der täglichen Kriegsopfer in den Reihen des Militärs inzwischen auf rund 30 zurückgegangen. Die Deutsche-Presseagentur (dpa) berichtete, dass es im Mai und Juni ebenfalls mit 100 bis 200 Kriegsopfern noch deutlich mehr gewesen seien.

Seit inzwischen fünf Monaten verteidigen ukrainische Soldaten ihr Land. Laut Angaben des Präsidenten seien die Zahlen der Kriegsopfer zuletzt stark rückläufig. (Symbolfoto)
Seit inzwischen fünf Monaten verteidigen ukrainische Soldaten ihr Land. Laut Angaben des Präsidenten seien die Zahlen der Kriegsopfer zuletzt stark rückläufig. (Symbolfoto) © Evgeniy Maloletka/dpa

Fünf Monate Ukraine-Krieg: Selenskyj ruft Landsleute zum Durchhalten auf

Auch von Gegenoffensiven der ukrainischen Streitkräfte, etwa auf das Gebiet der Stadt Cherson, ist immer wieder die Rede. Russische Soldaten hatten die Seehafenstadt bereits kurz nach Kriegsbeginn weitestgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Auch große Teile der Bevölkerung demonstrieren hier seit Monaten lautstark gegen die russischen Besatzer, die im Juni damit begonnen hatten, russische Pässe an die Stadtbevölkerung auszugeben. Zudem wurde über Anschläge gegen von Moskau eingesetzte prorussische Verwaltungsmitglieder berichtet.

Selenskyj rief seine Landsleute nach fünf Monaten Krieg dazu auf, auch weiterhin für ihr Land zu kämpfen: „Er (der Krieg) wird uns ganz bestimmt nicht zu Geiseln machen dieses Horrors, den die Invasoren in unser Land gebracht haben“, schrieb Selenskyj in einer Nachricht über den Kurznachrichtendienst Telegram. Der Krieg hätte „die Ukraine nicht gebrochen und wird sie nicht brechen“.

Krieg in der Ukraine: USA liefert erneut Waffen – Selenskyj fordert Hilfe bei Luftabwehr

Auch wenn ein russischer Angriff auf die Hafenstadt Odessa die Erleichterung über ein zwischen Russland und der Ukraine geschlossenes Abkommen zu ukrainischen Getreidelieferungen bereits wieder getrübt hat, sei auch dieser mithilfe der Türkei ausgehandelte Getreide-Deal grundsätzlich ein positives Signal für die Ukraine. Die Aussicht darauf, gelagertes Getreide im Wert von 10 Milliarden US-Dollar ausliefern und verkaufen zu können, gebe der Landwirtschaftsbranche genau wie der Bevölkerung in dem schwer vom Krieg gezeichneten Land Hoffnung auf eine wirtschaftliche Entwicklung.

Eine wichtige militärische Hilfe seien zudem die Waffenlieferungen, die die Ukraine aus dem Westen erhält. Erst in den vergangenen Tagen hatten die USA der Ukraine laut dem ntv-Bericht erneut 4 Raketenwerfer vom Typ Himars sowie bis zu 580 Drohnen in Aussicht gestellt. Wichtiger, so Selenskyj, seien allerdings weitere Systeme zur Luftabwehr.

Den Angaben des Generalstabs zufolge sind seit Beginn des Krieges fast 40.000 russische Soldaten bei den Kämpfen gestorben. Westliche Experten gehen aber davon aus, dass es deutlich weniger sind. Russland hat zuletzt Ende März Angaben zu seinen eigenen Verlusten gemacht. Damals nannte das Verteidigungsministerium in Moskau die Zahl von 1351 Toten. In einer geleakten Nachricht, die von einem Kreml-Insider stammen soll, war von deutlich mehr toten Russen die Rede. (ska mit dpa)

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