1. extratipp.com
  2. Politik

Aktivist:innen mit Forderungen für soziale Gerechtigkeit: „Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten“

Erstellt:

Von: Sandra Kathe

Kommentare

Mit einem Demonstrationszug von Westerland nach Kampen machten hunderte Aktivist:innen ihrem Ärger über die Superreichen Luft.
Mit einem Demonstrationszug von Westerland nach Kampen machten hunderte Aktivist:innen ihrem Ärger über die Superreichen Luft. © Daniel Bockwoldt/dpa

Mit der Forderung nach der Umverteilung von Reichtum haben Aktivist:innen auf der Nordseeinsel Sylt unter dem Motto „Sylt entern“ zu einer Protestaktion eingeladen.

Westerland – Auf der nördlichsten Insel Deutschlands haben am Samstag (16. Juli) zwischen 400 und 500 größtenteils junge Menschen auf die Unterschiede zwischen Arm und Reich aufmerksam gemacht und mehr soziale Gerechtigkeit gefordert. Nach Informationen der Polizei verlief die Demonstration, die vom Inselhauptort Westerland in die Reichenhochburg Kampen führte, größtenteils friedlich.

Zu der Veranstaltung unter dem Motto „Sylt Entern! Make The Rich Pay“ hatte das norddeutsche Aktionsbündnis „Wer hat, der gibt“ ganz bewusst auf die Insel eingeladen, die oft als Klischee-Promiparadies und Urlaubsziel für Reiche angesehen wird. Sylt mit seinen teilweise exklusiven Feriendomizilen gilt für viele als Synonym für Abgehobenheit und Reichtum und geriet Anfang des Monats aufgrund der Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) einmal mehr bundesweit in die Schlagzeilen.

Aktivist:innen fordern bei Demo auf Sylt Umverteilung von Reichtum

Zu den Forderungen des Aktionsbündnisses zählen eine einmalige Vermögensabgabe zur Deckung der Kosten der Corona-Krise, die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und die Erhöhung des Spitzensteuersatzes für besonders hohe Einkommen. Weitere Wünsche auf Plakaten und in Redebeiträgen waren die Abschaffung internationaler Steueroasen sowie die höhere Besteuerung großer Erbschaften und Schenkungen.

Auf mehreren Bannern und Plakaten hatten die Aktivist:innen die Worte „Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten“ geschrieben. Ihre Begründung: „Auf Sylt bejubeln sich Reiche für Leistungen, die sie nicht erbracht haben, und vererben Geld, das sie nicht verdient haben“. Die hohen Kostensteigerungen bei Energie, Kraftstoffen und Lebensmitteln hatten zuletzt die politische Debatte um wachsende Armut und soziale Verantwortung neu belebt.

„Sylt entern“: Demo für mehr soziale Gerechtigkeit soll Zeichen setzen

Laut Berichten der Polizei, die in sichtbarer Präsenz auf der Insel vertreten war, verlief die Demonstration größtenteils ruhig. Die einzigen Zwischenfälle gab es als einige Teilnehmer:innen Rauchtöpfe zündeten und ein Teilnehmer bei einer Kundgebung am Abend vor dem Rathaus in Westerland alkoholisiert die Hüllen fallen ließ und unter Protest in Gewahrsam genommen wurde.

Zu den Unterstützer:innen des Aktionsbündnisses zählen unter anderem die Mitglieder der Linken in Hamburg und Schleswig-Holstein, die Fridays for Future Gruppe in Flensburg sowie der AStA der Universität Hamburg. (ska/dpa)

Auch interessant

Kommentare