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Ukraine-Krieg: Neues Mariupol droht – Zivilisten in Chemiewerk eingeschlossen

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Von: Sandra Kathe, Karolin Schäfer, Tim Vincent Dicke, Daniel Dillmann, Lucas Maier

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Im Chemiewerk Asot droht ein neues Mariupol. Derweil steht die Eroberung der Region Luhansk durch Russlands Militär bevor. Der Newsticker.

Dieser News-Ticker ist beendet: Alle aktuellen Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie im neuen Ticker.

Update von Dienstag, 21. Juni, 07.10 Uhr: Sjewjerodonezk ist die zurzeit am härtesten umkämpfte Stadt in der Ukraine. Ukrainischen Angaben zufolge sind russische Truppen in das Industriegebiet vorgedrungen. Dort werde bereits gekämpft, schrieb der Gouverneur des ostukrainischen Gebiets Luhansk, Sherhij Hajdaj, am Montagabend in seinem Telegram-Kanal. Ukrainische Truppen kontrollierten demnach nur noch das Territorium des Chemiewerks Azot. Auch umliegende Ortschaften stünden unter ständigem Beschuss.

Feuer über dem Chemiewerk Asot.
Feuer über dem Chemiewerk Asot. © IMAGO/Viktor Antonyuk

Russische Truppen konzentrieren sich im Krieg gegen die Ukraine seit einiger Zeit auf die Einnahme des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk in Luhansk. Am Montagmorgen räumten ukrainischen Behörden den Verlust der Ortschaft Metjolkine südöstlich der Stadt ein.

+++ 22.30 Uhr: Die ukrainische stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk forderte die Zivilbevölkerung im besetzten Gebiet Cherson auf, die Region vor einer ukrainischen Gegenoffensive zu verlassen. Das berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform. Vor allem Bewohnerinnen und Bewohner mit Kindern sollten die von den Besatzern angebotene Möglichkeit zur Ausreise nutzen. „Es wird auf jeden Fall eine Gegenoffensive geben“, betonte Wereschtschuk.

Die Vize-Ministerpräsidentin riet Zivilistinnen und Zivilisten, die Region über die besetzte Krim nach Russland zu verlassen, da dies der fast einzige Fluchtweg sei. Sobald die Geflüchteten das Hoheitsgebiet anderer Staaten erreichen, sollen sie sich für weitere Unterstützung an die ukrainische Botschaft wenden. Die Flucht würde die Zahl ziviler Opfer bei künftigen Kämpfen reduzieren.

Russische Soldaten bewachen den Eingang des Wasserkraftwerks Kachowka. Die Region Cherson steht seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte.
Russische Soldaten bewachen den Eingang des Wasserkraftwerks Kachowka. Die Region Cherson steht seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte. © dpa

Derweil ist die Zahl ziviler Todesopfer im Ukraine-Krieg weiter gestiegen. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges sollen nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 4569 Zivilpersonen getötet und 5691 weitere verletzt worden sein. Die tatsächliche Zahl liegt auch nach UN-Schätzungen vermutlich deutlich höher.

Ukraine-Krieg: Russland startet Großoffensive – Streitkräfte dringen vor

+++ 21.05 Uhr: Russische Truppen sind ukrainischen Angaben zufolge in der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk bis in das Industriegebiet vorgedrungen. Dort werde bereits gekämpft, schrieb Serhij Hajdaj, Gouverneur des Gebiets Luhansk, am Montagabend bei Telegram. Lediglich das Territorium um das Chemiewerk Azot kontrollieren die ukrainischen Verteidiger. Auch umliegende Ortschaften stünden unter ständigem Beschuss.

Entlang der Frontlinie im Gebiet Luhansk gebe es eine „extrem schwierige“ Situation, räumte Hajdaj ein. Ihm zufolge habe Russland eine „groß angelegte Offensive in der Region“ gestartet. Am Montagmorgen eroberte das russische Militär die Siedlung Ortschaft Metjolkine südöstlich der Stadt.

Ukraine-Krieg: Kiew attackiert Gasförderplattformen im Schwarzen Meer

+++ 20.25 Uhr: Die ukrainische Küstenverteidigung hat nach prorussischen Angaben schwimmende Gasförderplattformen im Schwarzen Meer mit Raketen angegriffen. 94 Menschen seien bislang gerettet worden, teilte Krim-Chef Sergej Aksjonow am Montag auf seinem Telegram-Kanal mit. Mehr als 100 Menschen hätten sich insgesamt auf der Plattform aufgehalten. Bei dem Angriff sollen drei Menschen verletzt worden sein, sieben Menschen würden noch vermisst. „Wir garantieren, dass die Suche fortgesetzt wird“, versicherte Aksjonow.

Nach Angaben der Agentur Tass soll Russland ein Strafverfahren gegen die Ukraine eröffnet haben. Die Förderplattformen befinden sich etwa 100 Kilometer von der Küste des Gebiets Odessa und 150 Kilometer von der Halbinsel Krim im Schwarzmeerschelf.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Verteidiger schlagen zurück

+++ 19 Uhr: Das ukrainische Militär soll eine russische Offensive in der Nähe der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk in der Region Luhansk zurückgeschlagen haben. Das berichtete der ukrainische Generalstab in einer Erklärung bei Facebook. So soll eine Invasion der russischen Aggressoren in die Siedlungen Myrna Dolyna und Bila Hora, etwa 20 Kilometer von der strategisch wichtigen Stadt entfernt, gescheitert sein. Allerdings habe das russische Militär mit Luftangriffen die zivile Infrastruktur in Ustyniwka und Lysychansk beschossen.

Ukraine-Krieg: Raketenangriff auf Odessa – Lagerhaus für Nahrungsmittel zerstört

+++ 18.10 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Militärs soll bei einem Raketenangriff im Schwarzmeer-Hafen Odessa ein Lagerhaus für Nahrungsmittel zerstört worden sein. Das berichtete das ukrainische Militär bei Telegram. Hinweise zu Opfern gibt es bislang nicht. Russische Streitkräfte sollen während eines dreistündigen Bombardements 14 Raketen abgefeuert haben. Neben Odessa sollen die Angriffe auch die Städte Ochakiv sowie Bilhorod-Dnistrovskyi getroffen haben. Zuvor warf Moskau der Ukraine vor, Gasförderplattformen im Schwarzen Meer angegriffen zu haben.

Ukraine-Krieg: Leichen offenbar in Massengräbern verscharrt

+++ 17 Uhr: Russische Soldaten sollen nach ukrainischen Angaben inzwischen damit begonnen haben, die Leichen von Zivilistinnen und Zivilisten im besetzten Mariupol auszugraben und in Massengräbern zu verscharren. „Die Leichen werden ausgegraben, auf Traktoren verladen und in die Leichenhalle gebracht“, schrieb Petro Andruschtschenko, Berater des Bürgermeisters von Mariupol, bei Telegram. Danach sollen die Leichen in Massengräbern verscharrt werden, meinte der Berater. „Es ist normal geworden, die Toten wie Müll zu behandeln“, sagte Andrjuschtschenko. Seine Behauptungen ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Derweil sitzen über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in der Hafenstadt fest. Nach Angaben des Bürgermeisters Wadym Bojtschenko gibt es keinen Zugang zu Trinkwasser. Stattdessen würden die russischen Besatzer Zivilistinnen und Zivilisten einmal pro Woche mit Wasser versorgen, für das sie stundenlang anstehen müssten. Der Zugang zu Strom und Lebensmitteln ist ebenfalls eingeschränkt. Auch das Abwassersystem funktioniere in Mariupol nicht, erklärte Bojtschenko bei Telegram. Zur Rettung der zivilen Bevölkerung rief er zu humanitären Korridoren auf.

Ukraine-Krieg: Eroberung von Luhansk steht bevor

+++ 16 Uhr: Nach ukrainischen Angaben will die russische Regierung die gesamte Region Luhansk im Osten der Ukraine einnehmen - und das bis Sonntag (26. Juni). „Es ist keine Übertreibung, entscheidende Kämpfe finden statt“, sagte die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Maljar im Fernsehen. Aktuell kontrolliert Russland etwa 95 Prozent in der Region. Noch immer versuchen ukrainische Soldaten, dies zu verhindern. Allerdings habe Russland „sowohl was Soldaten als auch Waffen angeht, einen Vorteil“, erklärte Maljar.

+++ 14.20 Uhr: Nach Angaben der Nachrichtenagentur Suspilne waren in Odessa am Montag mehrere Explosionen zu hören. Bisher wurden keine offiziellen Informationen veröffentlicht. Die Explosionen können auf Raketenangriffe oder auf Luftabwehrsysteme hindeuten, die auf die Stadt gerichtete Raketen abschießen.

Ukraine-Krieg: Kiew attackiert wohl russische Gasförderplattformen im Schwarzen Meer

+++ 13.15 Uhr: Die ukrainische Küstenverteidigung hat prorussischen Angaben zufolge schwimmende Gasförderplattformen im Schwarzen Meer mit Raketen angegriffen. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind fünf Menschen gerettet worden, drei davon sind verletzt“, sagte Krim-Chef Sergej Aksjonow in einem am Montag im Nachrichtendienst Telegram veröffentlichten Video.

Nach weiteren Menschen werde mit Rettungsschiffen gesucht. Insgesamt befanden sich demnach zwölf Arbeiter auf den Plattformen. Zuvor hatte der ukrainische Parlamentsabgeordnete Olexij Hontscharenko von Raketenschlägen gegen die Förderplattformen berichtet. Das ukrainische Militär kommentierte den Vorgang zunächst nicht.

Ukraine-Krieg: Russland erobert weiteren Ort in Luhansk

+++ 11.00 Uhr: Nach Angaben des staatlichen Grenzschutzdienstes der Ukraine beschossen die russischen Streitkräfte am Morgen des 20. Juni weiterhin mehrere Dörfer entlang der russisch-ukrainischen Grenze. Es wurde niemand verletzt. Weiter teilt der Bürgermeister von Sievierodonetzk, Oleksandr Striuk, mit, dass Russland regelmäßig verbotene Munition in der Stadt einsetze und ganze Stadtteile abschiebe, um dort schwere Waffen zu platzieren.

Ukraine-Krieg: Britische Soldaten sollen auf Europa-Einsatz vorbereitet werden

+++ 09.25 Uhr: Die ukrainischen Behörden haben den Verlust der Ortschaft Metjolkine, südöstlich des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Osten des Landes eingeräumt. „Die Kontrolle über Metjolkine nahe Sjewjerodonezk ist verloren“, teilte der Militärgouverneur des ostukrainischen Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Montag auf seinem Telegram-Kanal mit. 

Update vom Montag, 20. Juni, 06.25 Uhr: Die Ukraine würde auch im Falle eines Endes westlicher Waffenlieferungen den Kampf gegen Russland weiterführen. „Wenn wir keine Waffen erhalten, in Ordnung, dann werden wir mit Schaufeln kämpfen, aber wir werden uns verteidigen, denn dieser Krieg ist ein Krieg um unsere Existenz“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf Englisch in der ARD-Talksendung „Anne Will“ am Sonntagabend. „Je früher wir also Waffen erhalten, je früher sie gesendet werden, desto größer ist die Hilfe für uns. Wenn Waffen später geschickt werden, werden wir nach wie vor ‚danke‘ sagen, aber dann wird viel verspielt sein, viele Menschen werden gestorben sein.“

Ukraine-Krieg: Raketen über Odessa – Russland meldet Tötung Dutzender ranghoher Militärs

+++ 20.15 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff auf einen Führungsgefechtsstand des ukrainischen Militärs sollen „mehr als 50“ ukrainische Generäle und Offiziere ums Leben gekommen sein. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf einen Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums. Unter den Toten seien etwa „Generalstabsoffiziere und der Kommandostab des Truppenverbands Kachowka“ sowie der ukrainischen Luftlandetruppen und der Verbände, die in den Gebieten Mykolajiw und Saporischschja agieren, hieß es vonseiten des Kreml.

Ukraine-Krieg: Russische Armee rückt wieder auf Charkiw vor

+++ 14.45 Uhr: Die zweitgrößte Stadt der Ukraine ist offenbar wieder zum Ziel der russischen Angreifer geworden. steht Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums rücken russische Truppen derzeit auf Charkiw vor. „Russland versucht, aus Charkiw wieder eine Frontstadt zu machen“, sagte Wadym Denysenko, ein Berater des Ministeriums, im ukrainischen Fernsehen. Die Großstadt im Osten des Landes solle wieder mit Artillerie beschossen werden können.

Ukraine-Krieg: Russland verschleppt Gefangene zur „Befragung“

Update von Sonntag, 19. Juni, 7.05 Uhr: Im ostukrainischen Donbass setzen sich die Kämpfe zwischen Russland und der Ukraine fort. Laut den dort kämpfenden prorussischen Separatisten wurden fünf Zivilisten durch ukrainischen Artilleriebeschuss getötet. Vor allem die Stadt Sjewjerodonezk bleibt hart umkämpft.

Doch auch im Süden der Ukraine tobt der Krieg. Dort gilt die Stadt Mykolajiw als strategisch wichtiges Ziel für Russland. Die Einnahme der Stadt würde den Weg nach Odessa freimachen, der wichtigsten Hafenstadt, die sich nach dem Verlust von Mariupol noch unter Kontrolle der Ukraine befindet.

Ukraine-Krieg: Verhandlungen mit Russland erst wieder Ende August

Erstmeldung: Die Verhandlungen im Ukraine-Krieg beschränken sich derzeit auf Detailfragen. Der allgemeine Frieden sei bei den Gesprächen schon länger kein Thema mehr. Das meldet die Nachrichtenagentur dpa. Derzeit setze sowohl Moskau,wie auch Kiew auf eine Verbesserung der Verhandlungsposition durch militärische Erfolge.

++ Ukraine-Krieg: Johnson sichert weitere Unterstützung zu

Um sich weiter gegen die Angriffe aus Russland verteidigen zu können, benötige man deshalb vor allem militärische Unterstützung und neue Waffen aus dem Westen. Das fordert auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der am Freitag überraschend den britischen Premierminister Boris Johnson empfing. Der versprach bei seinem Spontanbesuch in Kiew zwar keine neuen Waffen für die Ukraine, aber zumindest Ausbildungsprogramme für die Soldatinnen und Soldaten.

Militärausbilder aus Großbritannien hatten bereits zu Beginn des Ukraine-Konflikts und vor Beginn der Kampfhandlungen die ukrainische Armee im Gebrauch moderner westlicher Waffen unterrichtet. Johnson sicherte Selenskyi außerdem auch die Lieferung weiterer Waffensysteme zu.

++ Ukraine-Krieg: Kämpfe im Osten des Landes

Die Kämpfe zwischen der Ukraine und Russland konzentrierten sich auch in der Nacht zum Samstag weiter auf die Donbass-Region. Vor allem die Stadt Sjewjerodonezk in der Region Luhansk bleibt weiter hart umkämpft. Die Armee aus Russland hat am Freitag erneut das Asot-Chemiewerk unter Beschuss genommen. Auf dem weitläufigen Fabrikgelände haben nach Angaben der ukrainischen Armee mehr als 560 Zivilistinnen und Zivilisten Schutz gesucht. Unter ihnen sollen sich auch 38 Kinder befinden.

++ Ukraine-Krieg: Zahl der zivilen Opfer steigt kontinuierlich

Die Zahl der zivilen Opfer im Ukraine-Krieg steigt ebenfalls kontinuierlich an. Das bestätigen auch Meldungen aus der Region rund um die Großstadt Donezk. Dort wurden nach Angaben des Regionalgouverneurs Pawlo Kyrylenko vier Personen durch einen russischen Raketenangriff getötet. Sechs weitere Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden.

Aus der südukrainischen Stadt Mykolajiw meldeten die Behörden zwei Tote und 20 Verletzte nach Angriffen der russischen Armee. Der Gouverneur der Region, Witalij Kim, sprach von wiederholten Raketenangriffen aus Russland auf Wohngebiete in der Region. Der Kreml bestreitet dagegen, Wohngebiete unter Beschuss zu nehmen. (dil/kas/dpa)

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