Aufgeheizte Stimmung bei Grenzmauer-Rede

„Erschießt sie!“: Nach Zwischenruf bei seiner Rede sorgt Trump für Bestürzung

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Donald Trump Holds "MAGA" Rally In Panama City Beach, Florida

Bei einer Rede Donald Trumps ist es zu einem Zwischenruf weit jenseits des guten Geschmacks gekommen. Die Reaktion des US-Präsidenten empört viele Beobachter.

Panama City Beach - US-Präsident Donald Trump geht seit Monaten mit drastischen Vorschlägen zur Migrationspolitik auf Stimmenfang. Bei einem Wahlkampf-Auftritt in Florida hat Trump nun zu hören bekommen, wie aufgeheizt die Stimmung unter seinen Anhängern teilweise ist - mit seiner Reaktion auf einen drastischen Zwischenruf aus dem Publikum sorgt der US-Präsident für weiteres Stirnrunzeln.

Dabei hatte sich Trump in der betreffenden Passage seiner Rede zwar in gewohnt alarmistischem Tonfall, für seine Verhältnisse aber inhaltlich moderat geäußert. Der US-Präsident war dabei, für seine umstrittene Grenzmauer zu werben

Was solle man tun, wenn „15.000 Leute aufmarschieren“, denen „zwei oder drei Grenzschützer gegenüberstehen, die tapfer und großartig sind“, fragte Trump seine Zuhörer. „Und vergesst nicht, wir lassen sie nicht von ihren Waffen Gebrauch machen und dürfen das auch gar nicht. Andere Länder tun das. Wir können es nicht. Ich würde das nie zulassen“, erklärte der US-Präsident.

Dann schallte es Trump - Berichten zufolge - aus dem Publikum entgegen: „Erschießt sie!“

Trump im „Panhandle“: Zwischenruf und Trumps Reaktion sorgen für Unmut

Videobilder des Auftritts zeigen die Reaktion des Präsidenten. Trump bricht ab, um den Zwischenruf zu hören. Dann lächelt der US-Präsident gönnerhaft. „Nur im ‚Panhandle‘ könnt ihr das bringen. Nur im ‚Panhandle‘ kommt ihr mit dieser Aussage davon“, ruft Trump - als „Panhandle“, zu deutsch „Pfannenstiel“, wird in den USA unter anderem der Nordwest-Zipfel des Bundesstaates Florida bezeichnet.

Besorgnis rief bei einigen Beobachtern auch die Reaktion der Zuhörer auf den Vorfall hervor. Zu hören ist auf den Aufnahmen Applaus und Johlen. Unklar ist allerdings, inwieweit der Zwischenruf in der Menge zu hören war. Auch auf den TV-Bildern ist er nicht eindeutig zu vernehmen. Augenzeugen bestätigten unter anderem dem Fernsehsender ABC und der Washington Post aber den Inhalt des Rufes.

Trump-Rede zu Migration: Ethik-Experte ist entsetzt - Warnung vor schlimmen Konsequenzen

Beobachter reagierten entsetzt. Trump denke, es sei „urkomisch, dass ein Teilnehmer in der Menge vorschlägt, Familien zu erschießen, die vor Gewalt fliehen“, twitterte Walter Shaub, bis 2017 Direktor des US-Büros für Regierungsethik. „Der hasserfüllte Mob ‚feiner Leute‘ um ihn herum explodiert in lautes Gelächter und Falsett-Gejohle.“ Die Journalistin Emily Singer erklärte, bei ihr als Nachfahrin von Menschen, die vor dem Holocaust fliehen mussten, verursache Trumps Reaktion „Wut“ und „Übelkeit“.

Auf Anfrage der Washington Post relativierte ein Sprecher von Trumps Wahlkampfkampagne den Vorfall: Der Präsident habe explizit darauf hingewiesen, dass die Grenzpolizisten nicht von ihren Schusswaffen Gebrauch machen würden, betonte Matt Wolking dem Blatt gegenüber.

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Während die meisten Medien und Beobachter den Fall kommentarlos in den sozialen Netzwerken wiedergaben, waren auf Twitter auch entsetzte Stimmen zu vernehmen. „Ist das wirklich, was wir als Nation geworden sind? Das ist mehr als widerlich!“, schrieb etwa ein User in einem vielfach geteilten Tweet. „Jemand einen Tipp, wie lange es dauert, bis ein Verrückter jemanden im Panhandle erschießt und sich damit verteidigt, Trump habe gesagt, er könne damit davonkommen?“, fragte ein anderer.

Die oppositionellen Demokraten hielten sich zunächst mit öffentlicher Kritik zurück. Der Vorfall ereignete sich allerdings relativ spät am Mittwochabend US-amerikanischer Zeit. Durchaus denkbar also, dass sich die Reaktionen auf Trumps Auftritt am Donnerstag noch deutlich verschärfen.

Im Konflikt mit dem Iran sehen Beobachter Donald Trump und die USA unterdessen auf einen Krieg zusteuern.

fn

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