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Fridays for Future mit klarer Ansage: „Die Debatte um Atomkraft ist gefährlich“

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Von: Fabian Hartmann

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FFF-Aktivistin Annika Rittmann.
Klimaaktivistin Annika Rittmann warnt vor einem Comeback der Atomkraft.  © Annette Riedl/dpa

Die Ampel hat den Weg für eine längere Nutzung der Atomkraft freigemacht. Bei den Klimaschützern von Fridays for Future stößt das auf Kritik.

Berlin – Die Ampel hat entschieden: Deutschlands Atomkraftwerke bleiben länger am Netz. Bis zum 15. April 2023 sollen die drei letzten Meiler maximal weiterlaufen. Ein Kanzler-Machtwort hat den Streit in der Koalition beendet. Doch die AKW-Debatte ist damit nicht vorbei – das zumindest befürchtet die Bewegung Fridays for Future. „Wir sehen, dass CDU und FDP versuchen, den Diskurs in Richtung Atomkraft zu verschieben. Das ist unglaublich gefährlich und bereitet uns Sorgen“, sagte Klimaaktivistin Annika Rittmann dem Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA.

Fridays for Future: Energiekrise lässt sich nur durch Erneuerbare lösen

Aus Sicht der Umweltschützer werde die Debatte um Atomkraft vor allem genutzt, um davon abzulenken, dass die erneuerbaren Energien massiv ausgebaut werden müssten. „Durch Atomkraft wird die Lösung blockiert“, so Rittmann im Gespräch mit unserer Redaktion. In der aktuellen Energiekrise seien die AKW kein Ausweg. „Mit Atomkraft kann nur ein Prozent russisches Gas eingespart werden“, sagte Rittmann.

Auf explizite Kritik an den Grünen verzichtete die Aktivistin. „Wir haben die Erwartungshaltung an alle Parteien, dass sie aktive Klimapolitik betreiben – was wir sehen, ist Streit. Alle Parteien liefern nicht“. Es komme jetzt darauf an, den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. „Sonst stehen wir im April vor derselben Frage“, sagte Rittmann. Es müsse klar sein, dass es keine weiteren Investitionen mehr in Kernkraft gebe. Hier sei besonders Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) gefragt.

Atom-Aussage von Greta Thunberg „aus dem Zusammenhang gerissen“

Für den deutschen Ableger von Fridays for Future gelte: Die Zukunft gehöre den Erneuerbaren. Atomkraft trage nicht dazu bei, die Energiekrise zu lösen und den Klimawandel aufzuhalten. Allerdings gab es zuletzt auch andere Stimmen in der Bewegung. So hatte die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg in der ARD-Sendung Maischberger gesagt, dass es ein Fehler wäre, die Atomkraftwerke „abzuschalten und sich der Kohle zuzuwenden“.

Dafür erhielt sie öffentlich Zustimmung von Unions- und FDP-Politikern, darunter Finanzminister Christian Lindner und Justizminister Marco Buschmann (beide FDP). Hierzu sagte Rittmann dem Münchner Merkur: „Die Parteien, die jahrelang den Ausbau der Erneuerbaren blockieren, reißen Zitate aus dem Zusammenhang.“ In einem Stern-Interview hatte Thunberg ihre Position differenzierter dargelegt. So sagte sie, dass sie gegen Atomkraft sei – es aktuell aber für besser halte, bestehende Atomkraftwerke am Netz zu lassen, wenn Kohle die Alternative sei.

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