120 Beamte im Einsatz

Drohschreiben mit Bombendrohungen: Polizei-Razzien in mehreren Bundesländern - erste Details

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Wegen rechtsextremer Drohschreiben gegen Moscheen, Parteizentralen, Medien und andere Einrichtungen liefen am Mittwoch in vier Bundesländern Durchsuchungen. Es gab Festnahmen.

Update vom 9. Oktober, 14.38 Uhr: Am Mittwochnachmittag gab es in Halle eine Schießerei vor einer Synagoge in Halle, ob es einen Zusammenhang mit den Razzien in mehreren Bundesländern gibt, ist noch unklar. Klar ist, dass heute der höchste jüdische Feiertag, Jom Kippur ist. Zu einer damit in Zusammenhang stehenden Schießerei kam es zudem in Landsberg.

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München - Von Polizei und Staatsanwaltschaften gebe es seit 6.00 Uhr Aktionen in insgesamt sieben Objekten in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen-Anhalt, teilten die Generalstaatsanwaltschaft München und das Bayerische Landeskriminalamt am Mittwoch mit. 

Mit Sprengstoffanschlägen gedroht - 23 Drohschreiben in ganz Deutschland

Anlass dieser Durchsuchungsaktion seien Ermittlungsverfahren gegen die Urheber von insgesamt 23 Drohschreiben. Sie wurden bereits im Juli per E-Mail bundesweit verschickt. Darin wurde unter anderem mit Sprengstoffanschlägen gedroht.

Unterzeichnet waren die Drohschreiben mit „Volksfront“, „Combat 18“ oder „Blood and Honour“. Das Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“ (Blut und Ehre) ist verboten. Die gewaltbereite rechtsextreme Organisation „Combat 18“ gilt als bewaffneter Arm von „Blood and Honour“ und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv.

„Combat“ steht im Englischen für Kampf. „18“ gilt als Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H - die Initialen von Adolf Hitler. Die „Volksfront“ ist eine ursprünglich aus den USA stammende rechtsextreme Organisation. Offiziell hatte sie sich 2012 aufgelöst.

Betroffen waren von den Drohschreiben den Angaben nach unter anderem Ankerzentren in Bayern, islamische Zentren, Moscheen, Parteizentralen und Presse- und Medienagenturen.

Polizei macht keine Angaben zu durchsuchten Objekten

Bei den Durchsuchungen gibt es insgesamt sieben Beschuldigte. Sechs der Personen seien vorläufig festgenommen worden, teilte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München mit. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen seien die sechs Verdächtigen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der siebte Beschuldigte sei bislang noch nicht angetroffen worden.

In Bayern erfolgten drei Durchsuchungen: jeweils eine in Oberbayern, Niederbayern und Oberfranken. In Baden-Württemberg fanden die Aktionen in zwei Objekten statt, in Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es jeweils eine Durchsuchung. Nähere Angaben zu den durchsuchten Objekten machten die Behörden zunächst nicht.

120 Beamte an den Durchsuchungen beteiligt

Beteiligt seien an den Durchsuchungen rund 120 Beamte, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamts. In Bayern gebe es drei Durchsuchungen: jeweils eine in Oberbayern, Niederbayern und Oberfranken. Nähere Angaben zu den durchsuchten Objekten machte der Sprecher zunächst nicht.

Die Ermittler werden von Spezialeinsatzkräften und der örtlichen Polizei unterstützt. Neben der Generalstaatsanwaltschaft und dem Landeskriminalamt in Bayern ist auch die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) an den Ermittlungen beteiligt.

Lesen Sie auch: Im August gab es in Norwegen ein versuchtes Attentat auf eine Moschee. Im Internet kursierten Gerüchte, nach denen der mutmaßliche Angreifer seine Tat kurz zuvor auf der Plattform „Endchan“ angekündigt haben soll.

dpa

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