Donald Trump

Nikki Haley erhebt schwere Vorwürfe gegen hochrangige Ex-Mitarbeiter der Trump-Administration

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Nikki Haley, frühere UN-Botschafterin der USA, spricht bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus in Washington.

Noch ein Buch direkt aus dem Weißen Haus kommt auf den Markt. Diesmal wird nicht Donald Trump attackiert, sondern seine Mitarbeiter.

Washington – Als ob die fast täglichen Enthüllungen rund um die Ukraine-Affäre und das laufende Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump nicht schon genug Ärger wären. Nun sorgt Nikki Haley, die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, für neuen Zündstoff.

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In ihrem neuen Buch mit dem Titel „With all due Respect“ (Bei allem nötigen Respekt) erhebt Haley schwere Vorwürfe gegen zwei ehemalige hochrangige Mitarbeiter im Weißen Haus: Ex-Außenminister Rex Tillerson und Ex-Stabschef John Kelly. Das Buch erscheint am Dienstag in den USA, doch die „Washington Post“ durfte vorab daraus zitieren. Laut der Zeitung wirft Haley den beiden Männern den Versuch vor, die Autorität von Donald Trump zu untergraben. Beide hätten zudem versucht, sie zum gleichen Zweck zu gewinnen. Ihren Widerstand gegen den Präsidenten hätten sie damit begründet, dass sie nur „das Land retten“ wollten. Wenn sie Trump nicht kontrollierten, würden Leute sterben, soll Tillerson gegenüber Haley gesagt haben.

Nikki Haley hält sich mit Kritik an Donald Trump vornehm zurück

Kritik an ihrem ehemaligen Chef äußert Haley laut „Washington Post“ nur sehr wenig. Vielmehr sei es für sie eine Verpflichtung gewesen, für den Präsidenten zu arbeiten und nicht gegen ihn. An einigen Punkten würde sie aber Meinungsverschiedenheiten zwischen ihr und Trump beschreiben. Zum einen habe Trump sich gegenüber Wladimir Putin nicht konsequent genug verhalten. Zum anderen kritisiert sie Trumps Reaktion nach den Ausschreitungen weißer Rassisten und Neonazis in Charlottesville.

Nikki Haley und Präsident Trump im vergangenen Jahr im Oval Office. 

Mit der Ukraine-Affäre beschäftigt sich die 47-jährige Top-Diplomatin in ihren Memoiren zwar nicht, doch in einem Interview mit dem TV-Sender CBS drückte Haley ihr Unbehagen mit Trumps Verhalten doch aus – wenn auch, wie immer, in moderaten Worten. Der Präsident habe mit seinem Verhalten „kein gutes Beispiel“ gegeben. Seine Taten seien aber weit davon entfernt, eine Amtsenthebung zu rechtfertigen.

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Nikki Haley: Zwischen Loyalität zu Donald Trump und Distanz zu den Eskapaden

Das Buch Haleys ist der nächste konsequente Schritt in der durchdachten Karriereplanung der ehemaligen Gouverneurin des Bundesstaates South Carolina. Haley beherrscht es wie kaum sonst jemand, Differenzen mit Trump herunterzuspielen, sich als loyal zu inszenieren und gleichzeitig von Trumps Eskapaden zu distanzieren. Wohl auch deshalb gilt sie als eine der aussichtsreichsten Kandidatinnen für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner in der Post-Trump-Zeit, also die Wahlen im Jahr 2024. Haley selbst hält sich bedeckt, spricht man sie auf ihre Ambitionen an. „Frauen in der Politik sind vorsichtig, und das mit gutem Grund“, schreibt Haley.

Ihr Buch ist das zweite innerhalb kurzer Zeit, das direkte Einblicke ins Weiße Haus gewährt. Zwar ist Haleys Kritik weitaus moderater formuliert als die Veröffentlichung eines anonymen Autors, der Trump unlängst als „grausam und dumm“ bezeichnet hatte. Doch auch Haleys Buch erzeugt den Eindruck einer dysfunktionalen Administration im mächtigsten Haus der Welt.

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