Neuer „Deutschlandtrend“

Klimawandel: In einem Punkt sind sich Grüne- und AfD-Wähler überraschend einig

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Annalena Baerbock und Robert Habeck

Was tun gegen den Klimawandel? Die Deutschen haben einer Umfrage zufolge eine klare Präferenz. Auch eine neue Wahlumfrage gibt es - mit schlechten Neuigkeiten für die SPD.

Berlin/München - Wie soll Deutschland dem Klimawandel begegnen? Diese Frage wird derzeit in der Politik heiß debattiert. Die Deutschen scheinen allerdings eine vergleichsweise klare Meinung zu haben: Von Verboten wollen sie sich überwiegend nicht behelligen lassen - „Anreize“ für ein klimaverträgliches Verhalten scheinen ihnen hingegen willkommen und sinnvoll. 

72 Prozent der Umfrageteilnehmer des ARD-„Deutschlandtrends“ vom Donnerstag sprachen sich für eine derartige Förderung aus. Nur 15 Prozent wollten dagegen klimaschädliches Verhalten ahnden beziehungsweise sind der Meinung, dass Verbote die Deutschen zu klimabewusstem Handeln bewegen können. Am meisten Akzeptanz gibt es für höhere Flugpreise: Immerhin 71 Prozent der Befragten hielten diese für sinnvoll.

Klimawandel: Deutsche bevorzugen „Anreize“ - Grüne- und AfD-Wähler überraschend einig

Besonders stark befürworteten Anhänger von SPD (80 Prozent), FDP (78 Prozent) und der Union (77 Prozent) das Anreiz-Modell. Bei den Linken sprachen sich 72 Prozent dafür aus. Am wenigsten Zustimmung für die Förderungen gab es bei den Grünen (65 Prozent) und der AfD (61 Prozent) - wenn auch vermutlich aus unterschiedlichen Gründen. Anhänger beider Parteien neigten vergleichsweise stark Verboten zu (Grüne 23 Prozent, AfD 15 Prozent).

Eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer erklärte sich bereit, den Umwelt- und Klimaschutz auch finanziell zu unterstützen. Die meisten Wahlberechtigten wären mit einer monatlichen Spende von 1 bis 25 Euro (21 Prozent) oder 26 bis 50 Euro (20 Prozent) einverstanden. Nur 21 Prozent wollte keinen monatlichen Beitrag dafür aufwenden.

Eine überwältigende Mehrheit (97 Prozent) befürwortete die Förderung von Innovationen und Forschung. Auch die Sinnhaftigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien ist nahezu unumstritten: 92 Prozent sprachen sich für diesen Weg aus. Für die Umfrage hat das Institut infratest dimap vom 29. bis 30. Juli insgesamt 1.003 Menschen telefonisch befragt.

Eine weitere Umfrage hatte unlängst bereits Bemerkenswertes zur „Flugscham“ der Deutschen zutage gefördert. Dass auch das Thema Flugpreise polarisiert, zeigte sich exemplarisch jüngst an einem heiß debattierten „Tagesthemen“-Kommentar.

Neue Wahlumfrage: Grüne und CDU gleichauf, SPD verliert einen Prozentpunkt

Erfasst haben die Demoskopen für den „Deutschlandtrend“ auch die Stimmungslage der Deutschen bei der „Sonntagsfrage“. Große Bewegungen gab es hier allerdings nicht: Grüne und Union liegen der Umfrage zufolge in der Wählergunst gleichauf. Bei einer Bundestagswahl am kommenden Sonntag würden jeweils 26 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland für die beiden Parteien stimmen.

Die Grünen bleiben somit auf dem Vormonatswert, die Union konnte einen Prozentpunkt gutmachen. Die AfD legt um einen Prozentpunkt auf 14 Prozent zu. Die SPD verliert hingegen einen Punkt und kommt auf 12 Prozent. Die FDP bleibt demnach unverändert bei 8 Prozent, die Linke verliert einen Prozentpunkt (7 Prozent). Für diese Daten wurden vom 29. bis 31. Juli 1.503 Menschen befragt.

Derweil steht die für September geplante Reise des Bundestagsausschusses „Digitale Agenda“ auf der Kippe. China will die Einreise verweigern, falls eine bestimmmte Grünen-Abgeordnete mitfährt. Bei Angela Merkels Besuch der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) kam es zu einer Aktion von Greenpeace.

Auch interessant: Als Klimasünderin abgestempelt? ARD-Journalistin fühlt sich wegen ihres SUV „am Pranger“. Ab 2030 könnte es für Verbrenner-Motoren in der Hauptstadt vorbei sein - denn die Grünen setzen sich für ein Verbot ein.

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg Monika Herrmann hat kürzlich erklärt, dass ihr die Berliner Parks „als Frau zu gefährlich“ seien. Dabei hatte sie davor Drogenhändler in Schutz genommen.

dpa/fn

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