Wahlkampf in Großbritannien

Johnson vergleicht Labour-Wirtschaftspläne mit Stalins Methoden

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Johnson-Karikatur beim jährlichen Lagerfeuer in Lewes in East Sussex.

Das britische Parlament hat sich aufgelöst. Jetzt kann Großbritannien in den Wahlkampf starten. Boris Johnson ist ganz vorne mit dabei und zieht umstrittene Vergleiche. 

London - Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Wirtschaftspläne der größten Oppositionspartei Labour scharf kritisiert und mit Methoden von Sowjetdiktator Josef Stalin verglichen. Die Sozialdemokraten unter Parteichef Jeremy Corbyn verachteten das Streben nach Profit so sehr, dass sie bereit seien, die Grundlage des Wohlstands zu zerstören, schrieb Johnson in einem Beitrag für die Tageszeitung „The Telegraph“ (Mittwoch). Großbritannien wählt am 12. Dezember ein neues Parlament. In Vorfeld hat sich das britische Parlament in der Nacht zum 6. November aufgelöst

„Sie geben vor, dass ihr Hass nur gewissen Milliardären gilt und zeigen mit einer Freude und Rachsucht auf Menschen, die seit der Verfolgung der Kulaken durch Stalin nicht zu sehen war“, so Johnson weiter. Falls Labour die Wahl gewinne, „würden sie Steuern auf alles erheben: auf Renten, Geschäfte, Erbschaften, Häuser und Gärten.“ Corbyn wies die Attacken auf Twitter zurück: „Das ist der Schwachsinn, den die Superreichen raushauen, um ein bisschen mehr Steuern zu vermeiden.“

Großbritannien in der Selbstzerfleischung: Johnson gegen Labor

Sowjetdiktator Stalin (1879-1953) hatte zu Beginn der 1930er Jahre sogenannte Kulaken - gemeint waren damit einigermaßen wohlhabende Bauern - verhaften, deportieren und ermorden lassen.

Labour will die britische Wirtschaftspolitik umkrempeln. Dazu will die Partei die Steuern für Wohlhabende und Unternehmen erhöhen. Am umstrittensten ist der Plan, dass Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern zehn Prozent ihrer Anteile an einen Fonds abgeben müssen, der von den Beschäftigten kontrolliert wird und diesen eine jährliche Dividende auszahlt.

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