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Kann Lukaschenko ohne Putin „nicht überleben“? Baerbock sieht „Geiselhaft für einen Krieg“

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Von: Patrick Freiwah

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Belarus-Präsident Alexander Lukaschenko mit Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen in Kasachstan
Belarus-Präsident Alexander Lukaschenko mit Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen in Kasachstanr. © IMAGO/Dmitry Azarov

Wie abhängig ist Belarus-Präsident Lukaschenko von Russland im Ukraine-Krieg? Oppositionsführerin Tichanowskaja erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren politischen Widersacher.

Brüssel/Minsk – Nach Einschätzung der im Exil lebenden belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja stehe ihr Land „unter Militärbesatzung“ Russlands. Staatschef Alexander Lukaschenko müsse der 40-Jährigen zufolge alle Anweisungen des Kremls befolgen. Andernfalls wisse der Präsident von Belarus, „dass er ohne die Unterstützung von Wladimir Putin nicht politisch überleben wird“, erklärte Tichanowskaja nach einem Treffen mit den Außenministern der Europäischen Union (Montag, 14. November) der Nachrichtenagentur AFP.

Belarus abhängig von Russland? Oppositionsführerin schlägt in Brüssel Alarm

In Brüssel rief Tichanowskaja die EU und internationale Gemeinschaft dazu auf, Belarus über den Ukraine-Krieg hinaus nicht zu vergessen: „Die Lage hat sich verschlechtert“, erklärte die Oppositionelle, die im Jahr 2020 bei der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahl in ihrem Heimatland gegen Lukaschenko (68) angetreten war. „Die Zahl der politischen Gefangenen steigt, Menschen werden willkürlich festgehalten und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt“, schildert Swetlana Tichanowskaja die Lage.

Der Aufruf der mit einem verurteilten Influencer verheirateten Mutter: Die Weltgemeinschaft dürfe „keine Beschwichtigungspolitik gegenüber der Diktatur in Belarus betreiben und einfach vergessen, was das Regime tut“. Kürzlich äußerte sich Tichanowskaja über die Rolle ihres Landes im Ukraine-Konflikt und ob die Armee von Belarus den Verbündeten Russland militärisch unterstützen würde:

Belarus: Baerbock trifft Tichanowskaja - „in Geiselhaft für einen Krieg“

Auch Deutschlands Außenministerin war bei der Zusammenkunft in Brüssel zugegen. Annalena Baerbock (Grüne) hatte nach dem Treffen mit Tichanowskaja gesagt, die Menschen in Belarus seien „in Geiselhaft für einen Krieg, den die Menschen dort eben nicht führen wollen, sondern sie streiten genauso wie die Menschen in der Ukraine für Freiheit und für Demokratie“. Ihr zufolge seien im vergangenen Monat mehrere Hundert Menschen verhaftet oder verschleppt worden, viele davon würden unter dem Vorwurf des „Terrorismus“ für zehn bis 15 Jahre ins Gefängnis gesteckt.

Proteste nach seinem Wahlerfolg hatte Staatschef Lukaschenko damals dem Vernehmen nach gewaltsam niederschlagen lassen. Tausende Weißrussen wurden festgenommen oder sind ins Ausland geflohen, darunter auch die Parteichefin der Demokraten, Tichanowskaja. Im Konflikt mit dem Westen steht der Präsident an der Seite des russischen Machthabers Putin, überschattet von wesentlichen Problemen. (PF/AFP)

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