Eigentlich sollten Nadeln helfen

Therapie-Horror: Akupunktur-Sitzung endet in der Notaufnahme

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Eine Frau musste mit zerfetzter Lunge in die Klinik.

In Neuseeland geht eine Frau zur Akupunktur. Nach wenigen Stunden zu Hause liegt die Frau in der Notaufnahme eines Krankenhauses, weil der Therapeutin ein schwerer Fehler unterlief.

Neuseeland - Die alte chinesische Behandlungsmethode Akupunktur soll Menschen eigentlich den Schmerz nehmen. Verspannungen, Übelkeit und Kopfschmerzen lassen sich mit den speziellen Nadeln behandeln. 

In Neuseeland ließ sich eine 33-jährige Frau mit Akupunktur behandeln. Doch anstatt, erholt und entspannt nach Hause zu kommen, begann für sie der Horror. Im März 2018 die Frau zu einer Akupunktur-Therapeutin gegangen, um eine Armverletzung behandeln zu lassen. Eine Gesundheitskommission in Neuseeland stellte am Montag fest, dass die Therapeutin gegen den medizinischen Code verstoßen hat. Was war im März passiert?

Therapie-Horror: Akupunktur-Sitzung endet in der Notaufnahme

Um die Schulterschmerzen der 33-jährigen Patientin zu behandeln, setzte die Therapeutin Nadeln an zwei schwierigen Stellen - in der Nähe der Lunge. Doch das sagte sie der Patientin nicht, wie stuff.co.nz berichtet. Vor allem sagte sie ihr nicht, dass dabei auch ein Risiko besteht die Lunge zu punktieren. Im Fall der Patientin war das sogar sehr wahrscheinlich, weil sie nur 45 Kilo wiegt.

Als die Therapeutin die Nadeln setzte, sei das extrem schmerzhaft gewesen. Es habe sich angefühlt, als seien die Nadeln sehr tief in ihrem Körper gewesen, berichtet die Patientin. Eine halbe Stunde lang blieben die Nadeln im Körper der 33-Jährigen. Als sie dann herauskamen fühlte sich die Frau „sehr unwohl“ und hatte plötzlich Atemnot und Schmerzen in der rechten Brust.

Da es ihr nach einiger Zeit zu Hause immer noch nicht besser ging, brachte ihr Mann sie in ein Krankenhaus. In der Notaufnahme stellten sie dann fest, dass beide Lungenflügel punktiert worden waren und sie deshalb kollabierten. Der Pneumothorax der 33-Jährigen wurde im Krankenhaus behandelt.

Nach Akupunktur-Therapie: Nadeln in der Lunge

Zwar entschuldigte sich die Therapeutin für den Fehler, vor allem da sie gerade das Gewicht der Patientin unterschätzt hatte. Die 33-Jährige störte sich vor allem an der fehlenden Information, denn hätte sie von dem Risiko einer Lungenpunktion gewusst wäre sie wohl früher ins Krankenhaus gegangen.

Ob die neuseeländische Gesundheitskommission nun den Namen der Therapeutin veröffentlicht, ist noch nicht entschieden. Es sei eine Gradwanderung, denn einerseits ginge es darum, dass die Praktizierenden auch aus Fehlern lernen sollen, die sie mit anderen teilen. Ebenso soll auch das Gesundheitssystem für alle Patienten sicherer werden.

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