Vierbeiner

Pferd: Alle Informationen zum Hauspferd, Rassen, Abstammung, Herkunft, Anzahl und Typen

Pferde sind schöne und edle Tiere und seit Jahrtausenden wichtige Helfer für den Menschen. Hier finden Sie alles Wissenswerte über Pferde.

  • Pferde existieren in zahlreichen Rassen auf der ganzen Welt.
  • Weltweit leben ungefähr 60 Millionen Pferde.
  • Pferde gehören zur Klasse der höheren Säugetiere.

Pferde sind auf der ganzen Welt ein beliebtes Haustier . Der Vierbeiner existiert in zahlreichen Rassen. Sowohl für die Freizeit als auch für verschieden Sportarten (Alle Pferdesportarten auf einen Blick) werden Pferde genutzt. Auch als Nutztier haben sich die Säugetiere als sehr nützlich erwiesen. Pferde (die teuersten Rassen der Welt bei Pferden) unterscheiden sich nicht nur vom Äußeren, auch bezüglich Herkunft und Temperament gibt es verschiedene Klassen. Männliche Pferde werden als Hengst bezeichnet, weibliche als Stuten. Kastrierte Hengste heißenWallach.

- Tierliebhaber? Alle Informationen zum Thema Hund gibt's hier.

Pferd: Abstammung und Herkunft

Das Hauspferd hört auf den wissenschaftlichen Namen Equus caballus. Neben dem Hauspferd gibt es noch das Wildpferd (Equus ferus), wovon das Hauspferd die domestizierte Art ist. Zusammen mit den Eseln und Zebras bilden Wildpferde die Familie der Pferde und gehören zur Ordnung der Unpaarhufer. Pferde werden der Unterklasse "Höhere Säugetiere" zugeteilt. 

In Deutschland gibt es rund 1,3 Millionen Pferde. Die meisten werden für Freizeit und Sport genutzt.

Die Familie der Pferde ist eine sehr alte Gruppe. Die Stammesgeschichte reicht rund 56 Millionen Jahre zurück. Die Gattung der Pferde, wie wir sie kennen, ist das jüngste Glied in der Entwicklung der Pferde. Der Ursprung dieser Haus- und Nutztiere liegt in Nordamerika.

Wie viele Pferde leben in Deutschland und weltweit?

Weltweit gibt es ungefähr 60 Millionen Pferde. Deutschland zählt zu den wichtigsten Pferdesport- und Zuchtnationen der Welt. Die Anzahl der Pferde und Ponys beläuft sich auf rund 1,3 Millionen Tiere. Rund 98 Prozent der Vierbeiner werden für Freizeit und verschiedene Sportarten genutzt. In Deutschland gibt es heute vier Mal so viele Pferde wie noch vor 40 Jahren. In Zentraleuropa sind Stuten und Wallache verbreitet - auf der iberischen Halbinsel Hengste anstatt Wallache.

Vielseitigkeit-Wettkampf: Pferdesportarten erfreuen sich großer Beliebtheit.

Pferd: Wie viele Rassen gibt es?

Das männliche Pferd heißt entweder Hengst oder Wallach (kastriert), das weibliche Pferd nennt man Stute. Als Füllen oder Fohlen bezeichnet man Jungtiere, einjährige Pferde werden Jährling genannt. Mit vier Jahren zählt ein Pferd als erwachsen. Pferderassen lassen sich wie folgt unterteilen:

  • Ponys
  • Kleinpferde
  • Großpferde

Unsere Vorfahren domestizierten die Pferde, zähmten diese also als Haustiere. Pferde werden seit vielen Jahren zu verschiedensten Zwecken gezüchtet und unterteilen sich daher in vier Typen bzw. Zuchtrichtungen. Es gibt über 200 Pferderassen auf der Welt.

Pferd: Verschiedene Typen

Pferderassen unterscheiden sich bezüglich Körperbau, Körpergröße, Fell und Farbe. Je nachdem, zu welchem Zweck Pferde gezüchtet werden, unterteilt man die Tiere in folgende Typen:

  • Vollblüter: Dieser Typ stammt aus der Araberzucht und wird als Sportpferd eingesetzt. Diese Rassen erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h. Man unterscheidet zwischen arabischem und englischem Vollblut.
  • Kaltblüter: Pferderassen mit einem deutlich kräftigeren Körperbau, stammen aus kälteren Regionen und eignen sich zum Ziehen von Lasten, zum Beispiel von schweren Kutschen.
  • Warmblüter: Kreuzung aus Kalt- und Vollblüter mit dem Ziel aus beiden Typen die besten Vorteile herauszuziehen. Warmblüter eignen sich für Pferdesportarten.
  • Halbblüter: Kreuzung von Vollblütern mit einer anderen Pferderasse, ein Elternteil muss also Vollblut-Araber sein.
  • Ponys: Kleinpferde mit einer Widerristhöhe von unter 1,48 Meter. Werden zum Reiten und Fahren von Kutschen genutzt.

Die Typisierung in Kalt-, Warm- und Vollblut ist nicht von der Menge oder der Temperatur des Blutes abhängig. Damit wird das Temperament der Pferde eingeordnet. Kaltblüter sind generell eher ruhig und nicht so schreckhaft, während Vollblüter als nervös gelten und leicht erregbar sind.

Pferd: Merkmale und Fortpflanzung

Pferde laufen alleine auf der dritten, mittleren Zehe, weshalb sie als Zehenspitzengänger charakterisiert werden. Die restlichen Zehen haben sich zurückgebildet und sind als rudimentäre Griffelbeine erhalten geblieben. Da die Augen seitlich am Kopf positioniert sind, können Pferde fast rundum sehen, nämlich 350 Grad. Allerdings haben die Haus- und Nutztiere ein sehr schlechtes räumliches Sehvermögen und können Dinge, die genau vor ihrer Nase oder genau hinter ihnen sind, erst sehen, wenn sie ihren Kopf drehen. Pferde sind nicht farbenblind, können aber nicht alle Farben voneinander unterscheiden.

Die Vierbeiner haben ein sehr feines Gehör und können jede Ohrmuschel um 180 Grad drehen, damit sie in alle Richtungen gezielt hören können.

Wildpferde bewegen sich in freier Natur.

Pferde erreichen je nach Rasse eine Körpergröße von 40 (Minipony) bis 220 (Shire Horse) Zentimetern Schulterhöhe. Pferde mit einer Widerristhöhe von bis zu 1,48 Meter werden als Pony bezeichnet, alle größere Pferde als Großpferde. Das Gewicht beträgt zwischen 90 (Falabella) und 1.200 (Shire Horse) Kilogramm. Im Alter von sieben Jahren sind Pferde ausgewachsen. Während Großpferde ein Alter von ungefähr 20 bis 35 Jahre erreichen, können Ponys in seltenen Fällen bis zu 50 Jahre alt werden. Das zu erreichende Lebensalter ist von Rasse, Haltungsbedingungen und Nutzung abhängig.

Neben dem Herz gehört auch die Milz zum Kreislaufsystem. Die Milz dient als Blutspeicher und wiegt circa zwei Kilogramm. Ein Pferd hat ungefähr sieben Prozent seines Körpergewichts an Blut. Bei einem 650 Kilogramm schweren Pferd, befinden sich also etwa 45 Liter Blut im Kreislaufsystem.

Stuten werden mit 12 bis 18 Monaten geschlechtsreif, Hengste erreichen diese Fähigkeit zwischen dem 12. und 20. Lebensmonat. Die Tragezeit bei allen Pferden beträgt rund 330 Tage, also circa elf Monate. Das Fohlen versucht direkt nach der Geburt aufzustehen. Das ist für Fohlen sehr wichtig in freier Wildbahn, da es sonst Feinden zum Opfer fallen würden.

Hengste sind sehr stark von ihrem Geschlechtstrieb gesteuert und sind daher - auch aufgrund der hormonbedingten Aggressivität - unberechenbar. Wittert der Hengst eine rossige Stute, versucht er meist alles, um zu ihr zu gelangen. Da sich Hengste bei unangepasster Einzäunung meist Verletzungen zuziehen, werden sie auf eigenen Weiden oder in abgetrennten Ställen gehalten.

Wie leben Pferde?

Das Pferd ist ein typisches Herdentier und hat daher eine sehr ausgeprägte Körpersprache zur Verständigung der Tiere untereinander. Gruppen bestehen dabei aus mehreren Stuten und ihren Fohlen sowie einem Hengst, bei größeren Gruppen kann es auch mehrere Hengste geben. Der Hengst ist für den Schutz seiner Herde verantwortlich. Wer außer dem Hengst Bewegungen in der Gruppe auslöst, ist wissenschaftlich nicht geklärt.

Die beweglichen Ohrmuscheln sind ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel der Pferde. Sind diese stehend abwechselnd nach vorne und hinten gerichtet, zeigt das Pferd Aufmerksamkeit und Neugierde - auch gegenüber Menschen. Hat das Pferd beide Ohren nach hinten angelegt, ist dies eine Warnung, das Pferd signalisiert hiermit meist eine bevorstehende Abwehrreaktion. 

Hängen die Ohren schlapp zur Seite, fühlt sich das Pferd unwohl oder müde, aber auch entspannt. Wenn die Augen leicht geschlossen sind, dann ist dies ein Ausdruck von Zufriedenheit.

Was frisst ein Pferd?

Pferde sind reine Pflanzenfresser, die sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern ernähren. Wie alle Pflanzenfresser sind Pferde Dauerfresser. Zur Nahrung gehören auch Laub, Blumen, Wurzeln, Sträucher, Obst, Beeren sowie Samen. Ein Pferd frisst zwischen drei und fünf Kilogramm Futter pro Stunde. Ein Vierbeiner mit einem Gewicht von circa 500 Kilogramm frisst zwischen 10 und 15 Kilo Heu am Tag

Äpfel und Karotten sind bei den Vierbeiner besonders beliebt, da sie leicht zu bekommen sind. Steckrüben, Rüben, Brokkoli, Rote Beete, Sellerie und Kohlblätter werden ebenfalls sehr gerne gegessen und werden daher auch häufig in Futtermitteln verwendet. Zum Kraftfutter für Pferde zählen Hafer, Mais, Gerste und Mischfutter. Auch Produkte wie Weidegras, Heu und Stroh gehören zur Nahrung der Pferde.

Pferd: Wie nutzen Menschen diese Tiere?

Pferde sind sehr beliebte Haus- und Nutztiere. Die verschiedenen Typen können unterschiedlich eingesetzt werden. Vollblüter und Warmblüter eignen sich als Reittiere, aber auch als Zugpferde von leichten Kutschen. Kaltblüter werden aufgrund ihrer Masse und der langsameren Gangart fast ausschließlich als Zug- und Arbeitstiere eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist der Ackergaul.

Pferde kommen als Nutztier in der Landwirtschaft zum Einsatz.

Ein Großteil der Pferde wird heute für die Freizeit oder den Sport gehalten. Größere Ponys wie Haflinger, Norweger und Tinker eignen sich aufgrund ihrer Leichtfuttrigkeit und Anspruchslosigkeit als Freizeitpferde. Beruflich kommen Pferde heute noch bei der Polizei zum Einsatz. Diese Pferde kommen meist aus größeren Rassen, wie zum Beispiel die Hannoveraner oder die Westfalen.

Laut einer Studie der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse aus dem Jahr 2016 gibt es in Deutschland 3,89 Millionen Reiter über 14 Jahre. 1,25 Millionen Reiter betreiben diese Sportart intensiv. Es gibt rund 900.000 Pferdebesitzer in der Bundesrepublik

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung, der nationale Dachverband des Pferdesports, ist die weltweit größte Pferdesport-Vereinigung und zählt knapp 690.000 Mitglieder (Stand 2018). Rund 79 Prozent der Mitglieder sind weiblich.

Wie viel kostet ein Pferd?

Die Kosten für ein Pferd hängen von der jeweiligen Rasse ab. So kann ein Pferd zwischen ein- und mehreren Tausend Euro kosten. Auch ist der Preis davon abhängig, zu welchem Zweck die Pferde gezüchtet wurden. So wurden im Jahr 2018 auf den Reitpferdeauktionen der Zuchtverbände 783 Reitpferde zu einem Durchschnittspreis von 25.090 Euro versteigert.

Auf die Besitzer kommen weitere Kosten zu:

  • Transport zum eigenen Stall: circa 70,- Euro
  • Stallmiete: 200,- bis 600,- Euro pro Monat
  • Versicherung, Hufschmied und Tierarzt: 100,- Euro pro Monat
  • Sattel: Circa. 500,- Euro
  • Zaumzeug und Zügel: 25,- bis 250,- Euro
  • Heu, Obst und Gemüse: circa 400,- Euro pro Monat

Weitere Anschaffungskosten für Nahrung und Putzzeug kommen hinzu. Auch Kosten für Ausstattungsgeräte wie Eimer, Mistgabel können anfallen.

Wie zähmt man wilde Pferde?

Die Zähmung bedeutet das Anpassen des Verhaltens eines Pferdes an die Bedürfnisse des Menschen. Das Tier muss Zutrauen in den Menschen gewinnen, seine Scheu verlieren und den Menschen nicht attackieren oder verletzen. Im übertragenen Sinn wird Zähmung auch als Beruhigung verstanden.

Für eine Zähmung benötigt es Vertrauen zwischen Mensch und Tier. Das Pferd muss artgerecht untergebracht und ernährt werden. Der Vierbeiner benötigt eine gewisse Zeit, um sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Man sollte langsam und behutsam daher Kontakt zum Tier aufnehmen. Dieser Kontakt beginnt mit Beobachtung des Tieres, danach folgt das Sprechen mit dem Tier mit einer ruhigen Stimme. Der nächste Schritt ist die Gewöhnung des Pferdes an den Geruch des Menschen. Dies ist vor allem bei Säugetieren sehr wichtig.

Wildpferdefang eines Hengstes.

Beim ersten Körperkontakt sollte man sehr vorsichtig sein, da Pferde Menschen verletzen können. Viele Tiere lassen sich mit Futter überzeugen, dass der Mensch ihnen nichts Böses tun will und freundlich ist. Wildpferde werden in Europa durch langsame Gewöhnung schrittweise gezähmt und dann wiejunge Pferde eingeritten. Dieser Vorgang benötigt sehr viel Zeit. Um Zeit zu sparen werden in den USA Mustangs mit Gewalt gebrochen und eingeritten. 

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare