Platzverweise und Festnahmen

Klimawandel: Chaos in 60 Städten

+
Wegen des Klimawandels wird es in 60 Städten weltweit bald Chaos geben.

Die Klimaproteste der Bewegung „Extinction Rebellion“ weiten sich auf die ganze Welt aus. In 60 Städten legen die Aktivisten den Verkehr lahm.

Berlin - Am Freitag auf die Straße zu gehen und mit bunten Plakaten gegen die Klimapolitik zu demonstrieren, reicht diesen Aktivisten nicht mehr aus. Die Anhänger des Aktionsbündnisses „Extinction Rebellion“ (auf Deutsch: Protest gegen das Aussterben) wollen deutlicher auf die Umweltprobleme des Planeten aufmerksam machen. Sie rufen zu zivilem Ungehorsam auf, meist in Form von Straßenblockaden. Die Protestaktionen von „Extinction Rebellion“ sollen sich in der zweiten Oktober-Woche auf die ganze Welt ausweiten. 

Zum Auftakt der Klimaproteste am 7. Oktober sorgte die Gruppierung bereits für eindrucksvolle Bilder in den Nachrichten. Rund um die Siegessäule in Berlin versammelten sich etwa 3000 Menschen, saßen auf der Straße und blockierten so ab dem frühen Morgen den Berufsverkehr. Verspätungen der Autofahrer beschränkten sich laut Verkehrszentrale dennoch auf maximal 20 Minuten. 

Wegen Klimawandel: Hunderte übernachten unter Siegessäule

Am Potsdamer Platz und um die Siegessäule in der Hauptstadt blieben die Proteste friedlich. In anderen Metropolen kam es hingegen zu Ausschreitungen und Festnahmen von „Extinction Rebellion“-Anhängern. In Amsterdam hatten Niederländer eine wichtige Durchgangsstraße blockiert, indem sie dort viele kleine Zelte aufgebaut hatten. Etwa 50 Demonstranten wurden daraufhin festgenommen. 

Auch in Paris hatte es „Extinction Rebellion“ auf den Verkehr abgesehen. Nahe der Seine stellten die Klimaaktivisten Strohballen auf und setzen sich auf die Straße, wie die Zeitungen berichteten. Ähnlich in Madrid: 300 junge Menschen machten das Überfahren einer Brücke unmöglich, bis die spanische Polizei die Blockade ohne größere Problem auflösen konnte.

60 Städte weltweit: Bewegung will Verkehr lahmlegen

Längst beschränkt sich „Extinction Rebellion“ mit den Aktionen nicht mehr nur auf Europa. Rund um den Globus plant die Bewegung Blockaden in mehr als 60 Städten. In Australien und Neuseeland schlossen sich ebenfalls Hunderte den Protesten an. In Wellington und Sydney wurden jeweils etwa 30 Menschen festgenommen. 

Dass nach diesem Montag, dem ersten Tag der Aktion, nicht Schluss sein wird, zeigte sich am Morgen danach. Zahlreiche „Extinction Rebellion“-Mitglieder hatten in Berlin die Nacht neben der Siegessäule verbracht. Nachdem die Blockaden von der Polizei nachts geduldet worden waren, sprachen die Beamten am Dienstagmorgen Platzverweise auf dem Potsdamer Platz aus. Die meisten Aktivisten kamen der Aufforderung nach, teilte die Polizei Berlin über Twitter mit. 

Extreme Aktionen: Das ist Extinction Rebellion

Wie lang genau die Blockadeaktionen anhalten werden, ist noch unklar. Auf der Website der Bewegung ist zu lesen: „Die ganze Woche. Oder länger. So lange es notwendig ist.“ Die Gruppe setzt eigenen Angaben zufolge auf „massenhaften und friedlichen zivilen Ungehorsam, weil sich nachhaltiger gesellschaftlicher und politischer Wandel so am schnellsten bewirken lässt“. Indem politische Maßnahmen erzwungen werden, will die Bewegung gegen den Klimawandel und den Zusammenbruch von Ökosystemen vorgehen. „Extinction Rebellion“ lädt weltweit dazu ein, sich den „friedlichen, kreativen und bunten Aktionen und Blockaden“ anzuschließen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare