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Nach dem Billigfleisch nun auch Änderungen bei der Milch: Preise bei Aldi werden teurer

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Aldi Nord und Aldi Süd sagten erst dem Billigfleisch den Kampf an – nun gehen die Discounter mit neuen Milch-Plänen an den Start. © Rolf Vennenbernd

Aldi Nord und Aldi Süd sagten erst dem Billigfleisch den Kampf an – nun gehen die Discounter mit neuen Milch-Plänen an den Start.

Deutschland - Aldi setzt noch einen drauf. Vor wenigen Tagen gab es bereits eine Ankündigung von den Discountern, die es in sich hatte. Aldi Nord und Aldi Süd sagen Billigfleisch den Kampf an und verkündeten, dass Rind-, Schwein- und Geflügelfleisch, das nach gesetzlichem Standard erzeugt wird, ab 2025 ausgelistet wird. Andere Discounter zogen bereits nach. Vermutlich ein Schritt in die richtige Richtung, den Aldi da gegangen ist. Aber die Discounter möchten noch weitergehen. Nun geht es an die Milch. Aldi Nord und Aldi Süd wollen die Lieferverträge mit den Molkereien anpassen - zu deren Gunsten, wie es zunächst scheint. So erklärt es zumindest die Sprecherin der Discounter gegenüber agrarheute. Die Molkereien sollen mit mittel- und langfristigen Lieferverträgen bessere Planungssicherheit bekommen. Bisher waren halbjährliche Verträge mit Molkereien üblich - nun sollen es Mehrjahresverträge werden. So garantiere der Discounter den Vertragspartnern langfristige Mengenabnahmen, heißt es von der Sprecherin.

Ob die Milch-Pläne von Aldi die Lösung sind, bleibt abzuwarten

Beim Verband der Milcherzeuger Bayerns (VMB) herrscht allerdings verhaltene Freude. Die neuen Milch-Pläne von Aldi Nord und Aldi Süd stimmen den Verband alarmiert, was ein Kommentar beweist, dass die Milchbauern zu Obacht aufruft. Und die Sorge könnte berechtigt sein, denn weitere Auskünfte zu den Konditionen der angedachten Lieferverträge gibt es von Aldi nicht. Aus kartellrechtlichen Gründen könne nicht näher auf Vertragsdetails eingegangen werden, heißt es. In wieweit sich die Trinkmilch-Lieferanten auf die Mehrjahresverträge einlassen werden, bleibt abzuwarten. In anderen Ländern ist eine Vertragsbindung über mehrere Jahre durchaus üblich. Hierzulande macht der Lebensmitteleinzelhandel aber auch nur ein Viertel des Vertriebes der in Deutschland erzeugten Milch aus. Daher bleibt ohnehin ungewiss, ob ein Mehrjahresvertrag von Handelsriesen wie Aldi Nord und Aldi Süd den schwankenden Milchpreis glätten kann, mit dem die Milchbauern zu kämpfen haben.

Da der Preis für Konsummilch allerdings auch von Faktoren wie Löhnen, Energie, Transport und Verpackung beeinflusst wird, sollen die Molkereien zukünftig tiefe Einblicke geben müssen, wenn sie an einem Liefervertrag interessiert sind. Die Lebensmittel-Zeitung will wissen, dass Aldi eine sogenannte Open-Book-Kalkulation einführen wird. So müssen Molkereien ihre Bücher offenlegen.  

Nach dem Billigfleisch nun auch Änderungen bei der Milch: Preise bei Aldi werden teurer

In der Corona-Krise konnten sich Verbraucher lange Zeit freuen: Dank der Mehrwertsteuersenkungen von 19 auf 16 Prozent und bei Lebensmitteln von 7 auf 5 Prozent wurde das Einkaufen sogar billiger. Mit Wegfall dieser Senkung Anfang des Jahres versuchten die Discounter, den Preiskrieg weiterzuführen, verbilligten viele Produkte, damit die wieder gestiegene Mehrwertsteuer nicht auffällt. Doch die Methode konnte nicht ewig aufrechterhalten werden, und jetzt geht es mit den Preisen wieder stärker aufwärts – besonders bei Markenprodukten. Das ergab eine Auswertung des Marktforschungsunternehmens „Preiszeiger.de“, von der die „Lebensmittelzeitung“ berichtet.

Bei Aldi Süd wurden 154 Markenprodukte teurer, während sich nur 124 Produkte verbilligt haben. Aldi Nord erhöhte im gleichen Zeitraum die Preise von 163 Markenprodukten, während nur 127 Produkte billiger geworden sind. Besonders verteuert: Produkte von Unilever, Nestlé, Coca-Cola oder Ferrero. Ebenfalls betroffen: Wagner Pizza, Red Bull, Haribo, Milka oder Hanuta. Eine Tafel Milka-Schokolade kostete im Vorjahr 89 Cent – jetzt 1,15 Euro, fast 30 Prozent mehr.

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