Nordkorea

Kim Jong Un: Der Diktator ist zurück - Donald Trump ist „glücklich“

Kim Jong Un taucht nach Wochen wieder auf. Die Bilder, die das beweisen sollen, erfreuen Donald Trump. Er sendet Grüße nach Nordkorea.

  • Kim Jong Un lächelt und raucht wieder
  • Bilder des Diktators von Nordkorea veröffentlicht
  • Donald Trump* wünscht Nordkoreas Diktator alles Gute

Update vom 03. Mai 2020, 16:05 Uhr: Kim Jong Uns vermeintliche Rückkehr auf die politische Weltbühne stimmt am anderen Ende der Welt jemanden froh: Donald Trump. Der US-Präsident schrieb auf Twitter, er sei „glücklich“, dass Kim Jong Un „wieder zurück und gesund“ sei.

Die beiden Staatsoberhäupter aus den USA und Nordkorea verbindet eine wechselhafte Freundschaft. Nach anfänglichen Provokationen schrieben sie sich bald Briefe. Kim lud Trump schließlich nach Nordkorea ein, er folgte der Einladung und wurde der erste US-Präsident, der jemals nordkoreanischen Boden betrat - wenn auch nur in der demilitarisierten Zone im Grenzgebiet und nur für ein paar Schritte.

Nordkorea: Kim Jong Un ist wieder da - Bilder veröffentlicht

Update, 13:17 Uhr: Die Authentizität der Bilder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wird bislang unterschiedlich bewertet. Das südkoeranische Vereinigungsministerium bestätigte den Auftritt des Diktators aus dem Nachbarland. „Grundlose Berichte über Nordkorea haben zuletzt unnötige Verwirrung in den Bereichen der Wirtschaft, der Sicherheit und Gesellschaft gestiftet“, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.

Der US-Nachrichtensender CNN wiederum scheint skeptischer zu sein. Die Echtheit der Bilder könne noch nicht  zweifelsfrei bestätigt werden. Das gelte für den Ort, an dem die Bilder angeblich gemacht wurden genauso wie für den Zeitpunkt.

Kim Jong Un: Nordkoreas Diktator lächelt in die Kamera

Die Aufnahmen zeigen Kim Jong Un, der lächelnd und rauchend eine neue Düngemittelfabrik besucht. Der Alleinherrscher Nordkoreas wird unter anderem in Begleitung seiner Schwester gezeigt, die bereits als seine Nachfolgerin gehandelt wurde. Von der Zeremonie in der Fabrik hieß es, Kim Jong Un habe sich mehrere Orte auf dem Fabrikgelände angeschaut und sich über den Produktionsprozess informieren lassen.

Update vom 02. Mai 2020, 9:20 Uhr: Das Regime in Nordkorea hat angeblich aktuelle Fotos von Machthaber Kim Jong Un veröffentlicht. Kim soll an der Eröffnung einer Düngemittelfabrik teilgenommen haben. Auf den Bildern lächelt der Diktator und scheint sich bester Gesundheit zu erfreuen.

Der Alleinherrscher Nordkoreas war für rund drei Wochen von der Bildfläche verschwunden. Spekulationen um eine mögliche Operation machten die Runde, sogar von Koma oder dem Tod Kims war die Rede. Einen Grund für die lange Abwesenheit des Alleinherrschers wurde in den Staatsmedien nicht genannt.

Wo ist Kim Jong Un? Spekulationen um die Nachfolge beginnen

Update, 29.04.2020, 17:15 Uhr: Die Gerüchte um den Gesundheitszustand von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un reißen nicht ab. Das Land hüllt sich weiter in Schweigen und die Spekulationen um die mögliche Nachfolge haben bereits begonnen.

Hoch im Kurs steht dabei offenbar Kim Jong Uns kleine Schwester: Kim Yo Jong. Die 32-Jährige ist bereits stellvertretendes Mitglied des Politbüros, eine der mächtigsten Institutionen innerhalb der kommunistischen Diktatur auf der korenischen Halbinsel.

Sollte sie auf ihren Bruder folgen, würde eine Tradition fortgesetzt, die in Nordkorea seit der Staatsgründung praktiziert wird. Kims Vorgänger im Amt war sein Vater, Kim Jong Il. Und dessen Vorgänger war Kims Großvater, Staatsgründer Kim Il Sung

Der „ewige Präsident“ Kim Il Sung ist bis heute offiziell Staatsoberhaupt und Parteivorsitzender und wurde nie offiziell zum Tod erklärt. Als Kims Vater Kim Jong Il im Jahr 2012 starb, wurde das ganze Land zur Staatstrauer verdonnert und eine gigantische Trauerfeier abgehalten. Eine offizielle Todeserklärung zu Kim Jong Un aus Nordkorea könnte also wie bei seinem Großvater niemals erfolgen oder bei seinem Vater sehr pompös ausfallen.

Kim Jong Un laut Trump am Leben - US-Präsident: „Ich wünsche ihm alles Gute“

Update, 28.4.2020, 12.45 Uhr: Inmitten der Spekulationen über den Verbleib von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat US-Präsident Donald Trump indirekt erklärt, dass dieser noch am Leben sei. Auf die Frage, ob er neue Informationen zu Kims Gesundheitszustand habe, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus: „Ja, ich weiß ziemlich gut Bescheid, aber ich kann jetzt nicht darüber sprechen. Ich wünsche ihm nur alles Gute.“

„Ich hoffe, es geht ihm gut“, sagte Donald Trump gegenüber den Medien weiter. „Ich weiß, wie es ihm geht, relativ gesehen.“ Die Medien würden „wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft erfahren“, was mit Kim los sei.

Coronavirus - USA

Zuletzt hatte es vermehrt Spekulationen über Kims Gesundheitszustand gegeben, nachdem dieser mehr als zwei Wochen nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen wurde und er nicht an den Feierlichkeiten zum Geburtstag seines Großvaters und Staatsgründers Kim Il Sung am 15. April teilgenommen hatte - dem wichtigsten Tag im politischen Kalender des Landes.

Eingriff am Herz-Kreislauf-System

Nach Berichten, wonach Kim erkrankt sein und sich einem dringlichen Eingriff am Herz-Kreislauf-System unterzogen haben soll, hatte der Sicherheitsberater der südkoreanischen Regierung am Sonntag gesagt, Kim lebe und sei „wohlauf“.

Erstmeldung

Pjöngjang – Südkorea hat mit Vorsicht auf Berichte reagiert, wonach sich der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un nach einer Operation in kritischem Zustand befindet. Es könne nicht bestätigt werden, dass es Anzeichen für ernste Probleme mit der Gesundheit Kims gebe, teilte das Präsidialamt in Seoul am Dienstag mit. „Auch gibt es keine ungewöhnlichen Aktivitäten in Nordkorea.“ Das abgeschottete Land hüllte sich wie so oft zuvor in Schweigen, eine unabhängige Überprüfung der Informationen ist nicht möglich.

Nordkorea: Hinweise auf eine gesundheitliche Gefährdung von Kim Jong Un

Der US-Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf einen Regierungsbeamten, es gebe geheimdienstliche Hinweise, dass Kim „nach einer Operation in ernsthafter Gefahr“ sei. CNN bezog sich auf einen mit dem Fall vertrauten US-Regierungsbeamten.

Auch die auf Nachrichten aus Nordkorea spezialisierte Internetzeitung „Daily NK“ in Südkorea meldete, Kim habe sich einer Operation unterziehen müssen. Nach einem Eingriff am 12. April am Herzen erhole er sich aber wieder unter Beobachtung von Ärzten in einer Villa am nordöstlich von Pjöngjang gelegenen Berg Myohyang. „Daily NK“ beruft sich auf einen Informanten innerhalb des Landes. Dieser nehme an, dass der Eingriff aufgrund mehrere Faktoren nötig gewesen sein könnte, Kims Übergewicht, seine Rauchgewohnheiten und „Überarbeitung“ eingeschlossen.

Nordkorea kontrolliert Informationen über Kim Jong Un

Nordkorea äußerte sich nicht zu den Berichten. Zwar zelebriert das Land um seine Herrscher seit jeher einen Führerkult, doch kontrolliert die kommunistische Führung Informationen über Kim Jong Un und seine Familie äußerst streng.

Zuletzt hatte Kims Abwesenheit von einer Zeremonie zum Gedenken an seinen 1994 gestorbenen Großvater und früheren Staatschef Kim Il Sung am 15 April erste Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ausgelöst. Nach Angaben des Vereinigungsministeriums in Seoul war es das erste Mal seit seiner Machtübernahme Ende 2011, dass er einen Besuch des Mausoleums am Geburtstag Kim Il Sungs verpasste, wo die einbalsamierten Leichen seines Vaters und Großvaters liegen.

Nordkorea: Spekulationen über Kim Jong Un

Noch am 11. April hatte Kim Jong Un ein wichtiges Parteitreffen in Pjöngjang geleitet. Kim hatte am 8. Januar Geburtstag, sein Alter wird in Südkorea auf 36 Jahre geschätzt.

Als Kim im Oktober 2014 wochenlang von der Bildfläche verschwunden war, hatte es ebenfalls Spekulationen um seine Gesundheit gegeben. Der südkoreanische Geheimdienst nahm damals an, dass Kim wegen einer Zyste im rechten Sprunggelenk operierte worden und deshalb wochenlang verschwunden gewesen sei. Die Zyste könne sich wegen des Übergewichts des Diktators jederzeit neu bilden können, hieß es. (FR mit dpa)

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © KCNA/dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare