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Wacken-Mitbegründer in Sorge um Metal-Festival: „Eine erneute Absage wäre eine Katastrophe“

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Von: Jonas Erbas

Ein Mann in Corona-Schutzanzug steht neben einer Bühne des Wacken Open Air-Festivals und Metal-Fans (Fotomontage)
Aktuell gehen die Veranstalter davon aus, dass das Wacken Open Air 2021 stattfinden kann - eine Absage wäre eine „Katastrophe“, so Festival-Mitbegründer Thomas Jensen (Fotomontage) © Sebastian Kahnert/Axel Heimken/dpa/picture alliance

Unter Metal-Fans genießt das Wacken Open Air einen legendären Ruf. Doch die Corona-Pandemie bedroht auch das beliebte Festival. Eine Absage wäre eine „Katastrophe“, sagt Veranstalter Thomas Jensen.

Wacken - Laute Musik, kühles Dosenbier und jede Menge nette Leute - dafür steht das Wacken Open Air (W:O:A) seit 1990. Das größte Metal-Festival Deutschlands genießt in der internationalen Szene einen exzellenten Ruf, gilt als Pilgerstätte für all diejenigen, die nicht genug von fetzigen Gitarren, dröhnenden Riffs und spektakulären Live-Shows bekommen können. Doch 2020 war es - wie eigentlich überall auf der Welt - unheimlich still auf dem heiligen Acker. Die COVID-19-Pandemie hatte das Land fest im Griff, machte eine Ausrichtung des Festivals unmöglich - und ist nun, ein Jahr nach Ausbruch des Virus, immer noch nicht gebannt. Eine erneute Absage wäre eine „Katastrophe“, sagt Mitbegründer Thomas Jensen.

Thomas Jensen, Veranstalter des Wacken-Open Air-Festivals, steht vor Holzfiguren
Thomas Jensen - Veranstalter des Wacken Open Air - in Sorge: Sollte das weltweit beliebte Metal-Festival abgesagt werden, drohe eine „Katastrophe“, so der passionierte Musikfan © Carsten Rehder/dpa/picture alliance

Wacken Open Air 2021: Festival wegen Corona in Gefahr? Thomas Jensen spricht von „Katastrophe“

Auch 2021 kann der Festivalsommer nicht wie gewohnt stattfinden: Nachdem große Events wie „Rock am Ring“ oder das „Hurricane Festival“ bereits abgesagt wurden (extratipp.com berichtete), fällt der Blick - insbesondere unter Metal-Fans - nun ins schleswig-holsteinische Wacken. Dort soll zwischen dem 29. Juli 2021 und dem 31. Juli 2021 wieder der Boden beben: Beim Wacken Open Air 2021 sollen Szenegrößen wie die US-amerikanischen Maskenmänner Slipknot, die schwedischen Death Metal-Wikinger Amon Amarth oder die britischen Rock-Urgesteine Judas Priest die Massen begeistern - aktuell laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit die Sause tatsächlich steigen kann, verriet Veranstalter Thomas Jensen im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die derzeitigen Planungen für das Wacken Open Air sind trotz Kurzarbeit in vollem Gange. Das gesamte Team und auch die Behörden sind motiviert, eine Veranstaltung im Spätsommer möglich zu machen und wir werden alles dafür tun, dass es mit allen unseren internationalen Fans stattfindet.

Wacken-Chef Thomas Jensen gegenüber dem RND

Das Wacken Open Air steht aktuell im stetigen Austausch mit der Politik. Thomas Jensen und seine Kollegen haben deshalb ein festes Ziel: „Wenn wir veranstalten dürfen, dann mit der Sicherheit aller im Blick.“ Wegen des Coronavirus habe die Gesundheit der Festivalbesucher „stets oberste Priorität“. Die Hoffnung aufgegeben hat man in Schleswig-Holstein allem Anschein nach noch nicht - das macht Mut! An der Ausrichtung des Festivals hängen viele Schicksale, wie der Wacken-Mitbegründer gegenüber GMX verriet - er findet klare Worte: „Eine erneute Absage wäre natürlich eine Katastrophe, aber nicht nur für uns, sondern für alle Beteiligten wie Crews, Künstler, Gewerke und die zahlreichen Solo-Selbständigen. Man darf nie vergessen, wie viele Menschen in der Musik- und Veranstaltungsindustrie arbeiten und massiv von der Pandemie betroffen sind.“

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Wacken Open Air 2021: Metal-Festivals schließen sich zusammen - was können die Fans tun?

Die Corona-Krise schweißt indes zusammen: Vergangenen Freitag (12. März 2021) gaben rund drei Dutzend großer Metal-Festivals, darunter das Wacken Open Air, das Summer Breeze und das Full Force, bekannt, im engen Austausch miteinander zu stehen und so den Festivalsommer zu retten sowie den Fortbestand der aufgrund der Corona-Pandemie angeschlagenen Szene zu gewährleisten. In dem Statement heißt es unter anderem: „Auch wir Veranstalter sind zusammengerückt und haben uns deutschlandweit zum regelmäßigen Austausch zusammengefunden. Wir stehen in den Startlöchern, um unsere Festivals bestmöglich zu realisieren, sobald sich die Möglichkeit dazu ergibt. Denn noch ist der Sommer 2021 nicht verloren!“

Sollte es dennoch zu weiteren Absagen kommen, was angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens nicht ganz unwahrscheinlich ist, liegt es auch an den Fans, großen Festivals wie dem Wacken Open Air oder dem Summer Breeze unter die Arme zu greifen. Das Festival-Netzwerk bittet in der Krise um „Solidarität mit den betroffenen Festivals“, da „diese wird weiterhin dringend benötigt“ werde. Deutschlands Musik-Szene gilt als eine der aktivsten und lebendigsten der ganzen Welt. Damit das so bleibt ist die Mithilfe jedes einzelnen gefragt. Wer Festivals, Veranstalter, Künstler und Crews auch in Krisenzeiten unterstützen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten: Neben dem Kauf von Merchandise, CDs oder Schallplatten reicht es oft auch, bereits erworbene Tickets zu behalten oder - selbst wenn die Tour verschoben wird - Konzertkarten direkt zu erwerben.

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