Legendäre Rockband von Platz eins verdrängt

The Beatles, Michael Jackson & Kanye West: Musikmagazin wählt 500 beste Alben - scharfe Kritik an Liste

Kürzlich wählte das US-amerikanische Musikmagazin die 500 besten Alben - mit dabei: The Beatles, Michael Jackson und Kanye West. Doch es gibt auch Kritik an der Liste.

New York - „Man kann es nicht jedem recht machen“, dachte sich das US-amerikanische Musikmagazin Rolling Stone und überarbeitete kürzlich seine Liste der 500 besten Alben aller Zeiten. Bereits 2003 erschien das erste Ranking, in dem die britische Rockband* The Beatles mit „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ (1967) den ersten Platz belegte - insgesamt waren die Pilzköpfe mit vier Alben in der Top 10 vertreten. Schon damals gab es Kritik: Die Aufstellung fokussiere sich zu sehr auf Rock, vernachlässige dabei Genres wie Metal*, Hip-Hop oder Jazz. Nun wählten Kritiker, Musiker und Plattenfirmen erneut - und auch diesmal wurden kritische Stimmen laut.

Doch auf welchem Platz positionierten sich namhafte Künstler wie US-Rapper Kanye West, der ‚King of Pop‘ Michael Jackson oder die Szenegröße Metallica diesmal?

The Beatles führten lange Jahre die Liste der 500 besten Alben an - wurden nun jedoch sogar aus der Top 3 verdrängt

Die 500 besten Alben: The Beatles mit Verlusten, „Thriller“ von Michael Jackson nicht in Top 10

Mit der Neuabstimmung wollte der Rolling Stone mehr Diversität in die Liste der 500 besten Alben aller Zeiten bringen - mit Erfolg! Auf Platz 500 steht so beispielsweise nun die kanadische Indie-Band Arcade Fire mit „Funeral“ (2004). Doch die vorderen Platzierungen sorgen für Unmut. Zwar sind mit den Grunge-Legenden Nirvana um Frontmann Kurt Cobain und „Nevermind“ (1991) auf Platz sechs oder R&B-Songwriter Stevie Wonder und „Songs in the Key of Life“ (1976) auf Platz vier absolut verdiente Ausnahmekünstler in der Top 10 zu finden, doch manch noch so legendäres Album sucht man vergebens.

So haben es der ‚King of Pop‘ Michael Jackson* und „Thriller“ (1982) - das bis heute meistverkaufte Album aller Zeiten - nur auf Platz zwölf geschafft. The Beatles, die in den Augen vieler Musikfans womöglich die beste Band aller Zeiten waren, mussten ihren ersten Platz überraschend an Soulsänger Marvin Gaye und „What‘s Going On“ (1971) abgeben. Mit „Abbey Road“ (1969) auf Platz fünf sind die Briten um die Songwriter John Lennon und Paul McCartney nur noch ein einziges Mal in der Top 10 vertreten.

Insbesondere Rap und Hip-Hop wurde in der neuen Liste der 500 besten Alben aller Zeiten verstärkt berücksichtigt. So schaffte es US-Rapper Kanye West mit „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“ (2010) auf Platz 17. Zeitlose Klassiker wie „The Dark Side of the Moon“ (1973) von Pink Floyd (Platz 55) oder „Led Zeppelin IV“ (1971) von Led Zeppelin (Platz 58) - beides Alben, die noch heute die Rock- und Popmusik wesentlich beeinflussen - erhielten dahingegen recht fragwürdige Platzierungen.

Die 500 besten Alben: Pop-Newcomerin Billie Eilish dreht auf, Metal kaum vertreten

Auch die Tatsache, dass Metal trotz wachsender Beliebtheit und überaus loyaler Fans in der Liste der 500 besten Alben kaum vertreten ist, lässt sich kritisch betrachten. So schaffte es lediglich die US-amerikanische Band Metallica* mit dem musikalischen Meilenstein „Master of Puppets“ (1986) knapp in die Top 100 (Platz 96). Black Sabbath, die Urväter des Genres um den legendären Frontmann Ozzy Osbourne, tauchen dahingegen mit „Paranoid“ (1970) erst auf Platz 139 auf. Ebenfalls kurios: Kürzlich wählten die Hörer von BBC Radio 2 „The Joshua Tree“ (1987) von U2 zum besten Album der Achtziger* - im Ranking des Rolling Stone landen die Iren jedoch lediglich auf Platz 135.

Popstar* Billie Eilish darf sich dahingegen freuen: Obwohl ihr Debüt „When We All Fall Asleep, Where Do We Go?“ (2019) erst letztes Jahr erschien, zählt es laut Rolling Stone bereits zu den 500 besten Alben aller Zeiten - ob das so schnell gehen sollte? Aus deutscher Sicht sieht es auf der von US-Künstlern dominierten Liste übrigens äußerst mau aus: Mit der Elektropop-Band Kraftwerk und „Trans-Europe Express“ (1977) auf Platz 238 sowie den avantgardistischen Krautrockern von Can und „Ege Bamyasi“ (1972) auf Platz 454 sind gerade einmal zwei Interpreten aus der Bundesrepublik in dem Ranking vertreten.

US-Musikmagazin Rolling Stone hat gewählt: Die 500 besten Alben - Top 10 und spannende Platzierungen

PlatzierungInterpetAlbumtitel (Erscheinungsjahr)
1)Marvin GayeWhat's Going On (1971)
2)The Beach BoysPet Sounds (1966)
3)Joni MitchellBlue (1971)
4)Stevie WonderSongs in the Key of Life (1976)
5)The BeatlesAbbey Road (1969)
6)NirvanaNevermind (1991)
7)Fleetwood MacRumours (1977)
8)PrincePurple Rain (1984)
9)Bob DylanBlood on the Tracks (1975)
10)Lauryn HillThe Miseducation of Lauryn Hill (1998)
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12)Michael JacksonThriller (1982)
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17)Kanye WestMy Beautiful Dark Twisted Fantasy (2010)
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55)Pink FloydThe Dark Side of the Moon (1973)
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58)Led ZeppelinLed Zeppelin IV (1971)
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97)MetallicaMaster of Puppets (1986)
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135)U2The Joshua Tree (1987)
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139)Black SabbathParanoid (1970)
...
238)KraftwerkTrans-Europe Express (1977)
...
397)Billie EilishWhen We All Fall Asleep, Where Do We Go? (2019)
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454)CanEge Bamyasi (1972)
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500)Arcade FireFuneral (2004)

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