Neue Regeln

Ohne Impfung kein Ticket: Plant Marktführer Eventim tatsächlich Corona-Reform für Konzerte?

Tickethändler Eventim plant Medienberichten zufolge, Karten für Konzerte und andere Veranstaltungen zukünftig nur noch an Geimpfte zu verkaufen - doch stimmt das wirklich?

München - Auch für den Ticketanbieter Eventim war 2020 ein schwarzes Jahr: Aufgrund der COVID-19-Pandemie* konnten ab dem Frühjahr praktisch keine Veranstaltungen mehr stattfinden, große Acts wie Rammstein* oder Die Ärzte* mussten ihre Touren verschieben und zahlreiche enttäuschte Fans blieben auf ihren Konzertkarten sitzen - ein Genickbruch für die Branche.

Medienberichten zufolge sagt das Unternehmen dem Coronavirus nun mit einem umstrittenen Vorhaben den Kampf an: Zukünftig soll der Marktführer nämlich Tickets angeblich nur noch an Geimpfte verkaufen. Doch stimmt das so wirklich? Extratipp.com* berichtet.

Der Tickethändler Eventim möchte Konzertkarten als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie offenbar zukünftig nur noch an Geimpfte verkaufen - das berichteten am Mittwoch (3. Februar 2021) zumindest verschiedene große Medienhäuser. Doch stimmt das so?

Eventim reagiert auf Coronavirus - Impfpflicht für Konzerte und andere Veranstaltungen?

Die Nachricht, der Ticketanbieter und Marktführer Eventim plane zukünftig eine Impfpflicht für die Besucher von Konzerten, Musicals und anderen Veranstaltungen, verbreitete sich am Mittwochvormittag (3. Februar 2021) wie ein Lauffeuer. Der Hintergrund war ein Interview der WirtschaftsWoche mit Klaus-Peter Schulenberg, CEO des in München* ansässigen, milliardenschweren Unternehmens. In diesem äußerte sich der Eventim-Chef auch zur Zukunft der Veranstaltungsbranche - und brachte, so die einstimmige Meinung großer Medienvertreter, auch eine umstrittene Corona-Reform in Spiel.

Wortwörtlich sagte Eventim-CEO Klaus-Peter Schulenberg gegenüber dem Wirtschaftsmagazin: „Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen.“ Zudem habe der Tickethändler bereits die technischen Vorkehrungen getroffen, Konzertveranstalter bei einem etwaigen Vorhaben zu unterstützen. Bezüglich des Misstrauens gegenüber der Impfung hoffe er zudem, „dass diese Skepsis bald schwinden wird.“

„Wir haben unsere Systeme so eingerichtet, dass sie auch Impfausweise lesen können.“

Eventim-CEO Klaus-Peter Schulenberg gegenüber der WirtschaftsWoche

Tickethändler Eventim rudert zurück - entscheiden zukünftig die Veranstalter über eine Impfpflicht?

Nachdem sich die Meldung zu einer angeblichen Impfpflicht bei Veranstaltungen schnell verbreitet hatte, gab Eventim auf Facebook*, Instagram* und Co. ein kurzes Statement ab. Darin heißt es: „Es ist falsch, dass CTS Eventim die Teilnahme an Konzerten und Veranstaltungen an eine Impfung gegen das Coronavirus binden will.“ Anschließend verwies das Unternehmen auf den genauen Wortlaut des Interviews mit CEO Klaus-Peter Schulenberg, der sich in seinen Äußerungen wohl auf Konzertveranstalter und nicht auf den Ticketanbieter bezieht.

In den sozialen Netzwerken hagelte es für die Aussagen des Eventim-Chefs teils heftige Kritik. Viele Musikliebhaber werfen dem Ticketing-Marktführer vor, die Verantwortung und Schuld auf die Veranstalter abzuwälzen. Auch der Vorwurf, Klaus-Peter Schulenberg thematisiere in dem Interview ganz subtil eine indirekte Impfpflicht, sorgte unter den Kunden des Anbieters für Missmut.

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Rubriklistenbild: © Farouk Batiche/Sina Schuldt/Britta Pedersen/dpa/picture alliance

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