Gefeiert und dann vergessen

Fools Garden, O-Zone, Crazy Town: Diese One-Hit-Wonder waren legendär - doch wo sind sie heute?

One-Hit-Wonder wie Fools Garden, O-Zone oder Crazy Town sind inzwischen fast vergessen, dominierten einst jedoch die Spitze der Charts und liefen im Radio rauf und runter. Wo stehen die Musiker heute?

München - Einen Nummer-eins-Hit zu veröffentlichen, gilt als die Königsdisziplin der modernen Popmusik. Doch während Megastars wie Michael Jackson (†50), Justin Bieber (26) oder Lady Gaga (34) im Laufe ihrer Karriere immer wieder an der Spitze der Charts standen, gelang vielen Künstlern dieses Kunststück - wenn überhaupt - nur einmal. Danach ging es oftmals steil bergab. Auch Bands wie Fools Garden („Lemon Tree“), O-Zone („Dragostea din tei“) oder Crazy Town („Butterfly“) teilten dieses Schicksal. Doch was machen die beliebten One-Hit-Wonder von einst eigentlich heute?

Mit „Lemon Tree“ stürmten Fools Garden 1995 die Charts - und verschwanden anschließend nahezu in der Bedeutungslosigkeit

Fools Garden, O-Zone, Crazy Town & Co. - wo stehen diese One-Hit-Wonder heute?

One-Hit-Wonder gibt es nicht erst seit gestern: Mit dem Aufkommen der Musikindustrie in den 1950ern und 1960ern versuchten Plattenfirmen gezielt, die Erfolge bereits etablierter Künstler zu reproduzieren. Tatsächlich erreichten so Songs die Spitze der Charts, deren Interpreten bis dato gänzlich unbekannt waren - und dies in vielen Fällen auch für immer bleiben würden.

Zur Jahrtausendwende erlebten Nu Metal, Crossover und Funk ihre Hochphase - und mit ihrer Single „Butterfly“ steuerten Crazy Town den wohl heißesten Liebessong dieser Ära bei. Die Nummer landete unter anderem in Deutschland, Österreich und den USA auf Platz eins der Charts und erzielte Verkäufe in Millionenhöhe. Doch die Nummer, deren markantes Gitarrenriff man sich kurzerhand bei „Pretty Little Ditty“ von den Red Hot Chili Peppers abgeguckt hatte, war der einzige nennenswerte Erfolg der Gruppe. 2003 löste sich Crazy Town auf, fand sich 2007 jedoch schon wieder zusammen. Seitdem absolviert die Band zwar regelmäßig Auftritte, andere Songs als „Butterfly“ interessieren jedoch nur sehr hartgesottene Fans. Zwischenzeitlich absolvierte Frontmann Shifty Shellshock (46) übrigens mehrere Drogenentzüge im TV und stand mehrmals vor Gericht.

Fools Garden, O-Zone, Crazy Town & Co. - diese One-Hit-Wonder kennt jeder

Ähnlich erging es Fools Garden aus Pforzheim. Die Pop-Rock-Band stürmte 1995 mit „Lemon Tree“ nicht nur die deutschen (Platz eins) und österreichischen (platz vier), sondern sogar die britischen Charts (Platz 26). Danach war mehr oder weniger Schluss. Fool‘s Garden existiert zwar bis heute und brachte 2018 mit „Rise and Fall“ nach dreizehnjähriger Pause sogar ein neues Album heraus (Platz 97 in den deutschen Album-Charts), an den Erfolg von „Lemon Tree“ konnte die Gruppe um Sänger Peter Freundenthaler (57) jedoch nie anknüpfen. Allerdings erklärte der 57-Jährige gegenüber Bild.de, er könne noch heute noch gut von den Tantiemen leben. Wortwörtlich sagte er: „Lieber ein großes One-Hit-Wonder als gar keinen Hit.“

Ebenfalls unvergessen: „Dragostea din tei“ der moldauischen Pop-Band O-Zone. Knapp ein Jahr, nachdem die Nummer bereits 2003 in Rumänien die Spitze der Charts erreicht hatte, schlug die Single auch im Rest Europas voll ein: In Deutschland, Österreich und der Schweiz landete der Song auf Platz eins, im Vereinigten Königreich immerhin auf Platz drei der Single-Charts. „Dragostea din tei“ gehört bis heute zu den hartnäckigsten Ohrwürmern überhaupt. Parallel dazu erschien die ebenfalls äußerst erfolgreiche Coverversion der rumänischen Sängerin Haiducii (43). Ein Song, zwei One-Hit-Wonder, denn weder O-Zone noch Haiducii tauchten jemals wieder in den hiesigen Charts auf.

Fool‘s Garden, O-Zone, Crazy Town & Co. - One-Hit-Wonder in bester Gesellschaft

Dank heißer Rhythmen und dem legendären Tanz wurde auch „The Ketchup Song (Aserejé)“ der spanischen Girlgroup Las Ketchup weltbekannt. 2006 traten die vier Schwestern sogar beim Eurovision Song Contest an - und zogen sich, nachdem lediglich den 21. Platz erreicht hatte, fast vollkommen zurück. Auch die New Yorker Rockband Wheatus hatte sich ihre Karriere wohl gänzlich anders vorgestellt, nachdem sie 2000 mit „Teenage Dirtbag“ voll durchstarteten (u.a. Platz zwei in Deutschland und Großbritannien). Doch die US-Amerikaner konnten nie richtig Fuß fassen, machten unzählige Besetzungswechsel durch und sind heute eine Randerscheinung der Szene.

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